Unternehmens­portrait
Interview Nicolas Beyl und Frank Spork

Single Gruppe

Anlagen-/Maschinenbau

Kälte/Klima/Sanitär/Heizung

Größenklasse B

1 Teilnahme

Wir wollen nicht nur für unsere Kunden innovativ sein, sondern auch in unseren internen Prozessen.“

Nicolas Beyl und Frank Spork, Geschäftsleitung

Gemeinsam zu Innovationen

Bis zu 350 °C müssen die Temperiersysteme der Single Gruppe liefern, und zwar auf ein Zehntel Grad genau. Der schwäbische Hersteller hat sich auf Temperiersysteme spezialisiert, die Wasser oder Öl exakt auf diejenige Temperatur bringen, die von Industriefirmen benötigt wird. Inzwischen hat er immer mehr energieeffiziente Systeme im Portfolio. Damit folgt er einem neuen Kundenbedürfnis, denn bislang war der Energieverbrauch für die Industrie noch kein großes Thema. Entsprechend angepasst hat das Top-Management die Innovationsstrategie.

Auf die Frage, wie er in seinem Unternehmen Innovation vorantreibt, gibt Geschäftsführer Nicolas Beyl eine einfache Antwort: „Ich spreche mit meinen Mitarbeitern.“ Dafür ist die Belegschaft mit 150 Beschäftigten überschaubar genug. „Wir brauchen keine langen Prozesse, um Neuerungen anzustoßen“, erläutert Beyl. Kurze Wege und ein direkter Draht zueinander sind schon seit Jahren der Garant für Neuentwicklungen im Haus – das gilt im Umgang mit den Kollegen wie auch mit den Kunden. „Oft sind auch die Auftraggeber für uns Ideenquellen“, beschreibt Beyl das Verhältnis des Top-Managements zu den Abnehmern der Temperiersysteme. Zudem ist es Teil der Innovationsstrategie, auf Lieferanten zuzugehen und sie um Expertise bei bestimmten Problemen zu bitten.

Maßgeschneiderte Systeme für alle

Die Voraussetzung für die Entwicklung von Novitäten ist bei der Single Gruppe meistens die Hinwendung zum Kunden. „Wir wollen individuelle Systeme liefern und haben somit unsere Prozesse darauf abgestimmt“, erklärt Beyl. Jedes Produkt wird mithilfe eines umfangreichen Modulbaukastens genau auf die Kundenbedürfnisse abgestimmt. Falls notwendig, wird ganz spezifisch konstruiert, damit im Ergebnis beim Kunden keine Wünsche offenbleiben. Nur so kann sich das Unternehmen am oberen Marktende behaupten. Im besten Fall ergibt dieses Vorgehen dann weitere Aufträge. So beliefert man inzwischen auch einen amerikanischen Anlagenbauer für die Halbleiterproduktion; dessen Maschinen werden nun standardmäßig mit den Temperiersystemen von Single ausgestattet. Möglich wurde das dank vieler Gespräche zwischen den Schwaben und den Amerikanern sowie innovativer Entwicklungsprozesse.

Ohne Risikobereitschaft keine Innovationen

Zu einer guten Innovationsstrategie gehört für den Firmenchef auch die Bereitschaft zum Risiko. Denn oft dauert es Jahre, bis aus einer Idee ein Produkt entsteht. „Ob etwas ein Erfolg wird, ist lange unklar, das erfordert viel Durchhaltevermögen“, erklärt der Geschäftsführer. Die Voraussetzung dafür ist laut Beyl nicht zuletzt die Eigentümerstruktur des Unternehmens: Single ist im Besitz der Swiss Industrial Holding AG, deren Eigentümer Tim Talaat viel technisches Verständnis und vor allem auch Innovationsorientierung einbringt.

Single Gruppe

Warum Prozessinnovationen für den Umbau der Single Gruppe in eine Smart Factory so wichtig sind, erzählen Nicolas Beyl und Frank Spork.

Innovation ist bei Ihnen ein großes Thema. Gilt das nur für Produkt- oder auch für Prozessinnovationen?

Innovation hat für uns nicht nur im Hinblick auf die Kunden eine große Bedeutung, sie ist uns auch in unseren internen Prozessen sehr wichtig. Wir haben uns deshalb den Umbau unserer Produktionsanlagen zur Smart Factory vorgenommen. Das Ziel dieser Prozessinnovation ist ein integriertes Produktdatensystem für unsere gesamte Unternehmensgruppe. Damit werden wir letztlich schneller produzieren und die Produkte gleichzeitig noch besser an die Kundenwünsche anpassen können. Diese höhere Effizienz erreichen wir, weil unsere einzelnen Abteilungen dann aus verschiedenen Modulen auswählen können. Sie müssen also nicht mehr jeden einzelnen Arbeitsschritt durchgehen. Bislang läuft noch sehr viel manuell, was sich dann aber auch stärker automatisieren lässt.

Das ist ein umfangreiches Vorhaben. Wie wollen Sie den Umbau organisieren, können Sie ihn mit Ihrer bestehenden Belegschaft realisieren?

Der Kern der Idee ist, unsere gesamten Systeme miteinander zu vernetzen. Der Vertriebskonfigurator des Außendienstes definiert die Produkte. Diese Daten bilden die Basis für die automatische Generierung der Konstruktion und der Stücklisten.  Von dort fließen die Daten in die Warenwirtschaft. Alles muss hier ineinandergreifen. Was wir dabei benötigen, gibt es so noch nicht am Markt. Deshalb entwickeln wir das System gemeinsam mit Partnern aus der Softwarebranche. Wir erhoffen uns von diesem Digitalisierungsprojekt, dass wir ein individuell an den Kunden angepasstes Produkt zukünftig so schnell und so günstig wie ein Massenprodukt liefern können. Dabei wird uns die angestrebte Automatisierung unserer Abläufe sehr helfen.

Damit Ihre Beschäftigten das neue System gewinnbringend nutzen können, ist sicherlich einiges an Weiterbildung nötig. Wie wichtig ist Ihnen das?

Für uns ist die Personalentwicklung eine strategische Komponente. Wir sind ständig auf der Suche nach Verbesserungspotenzialen, auch bei den Mitarbeitern. Das Thema ist deshalb systematisch in all unseren Personalgesprächen verankert, die regelmäßig stattfinden. Die konkreten Weiterbildungsprozesse koordiniert eine Mitarbeiterin unserer Personalabteilung, die eigens dafür eingesetzt wird. Sie sucht die geeigneten Institutionen für den jeweiligen Qualifikationsbedarf aus.

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Anna Riedl-Strasser

Projektberatung

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