Unternehmens­portrait
Interview Hermann Trollius

Hermann Trollius GmbH

2021

Baugewerbe/Handwerk

Größenklasse B

1 Teilnahme

Unsere Motivation ist es, ressourcenschonend zu agieren.“

Hermann Trollius, Geschäftsführer

Die Steinveredler

Kalk findet man fast überall: in Zahnpasta, Nahrungsmitteln oder Kopfschmerztabletten. Auch die industrielle Herstellung von Eisen und Stahl sowie die Erzeugung von Glas und beinahe aller Baustoffe wären ohne Kalk nicht möglich. Die Hermann Trollius GmbH in Lauterhofen verarbeitet und veredelt Kalk- und Dolomitgestein. Dank der Weitsichtigkeit der innovationsorientierten Geschäftsführung und einem agilen Innovationsklima hat sie sich breiter aufgestellt und erschließt sich nun immer wieder neue Absatzmärkte.

Kalk- und Dolomitstein wird zu zahlreichen Produkten weiterverarbeitet und veredelt. Der Kalk aus Lauterhofen geht zu Kunden in der ganzen Welt. Selbst ein süddeutscher Zuckerhersteller greift auf Kalksteine von Trollius zurück. Anfangs hat das familiengeführte Unternehmen nur Gestein abgebaut und verkauft; heute entstehen auch Dünger und Futtermittel für die Landwirtschaft. „Durch Veredelungsprozesse schaffen wir es, mit unseren Produkten innovative Märkte zu bedienen und Akzente zu setzen“, sagt Hermann Trollius, der die Firma in dritter Generation führt.

Belegschaft in zwei Jahrzehnten mehr als verdoppelt

In den vergangenen Jahren hat man auf dem 60 Hektar großen Gelände viel umstrukturiert. Vor zwei Jahren wurde ein neuer Werkleiter eingestellt – dank dieses Schritts entstehen Innovationen, die dem Unternehmen eine Zukunft geben. Teamgeist, Kollegialität und gemeinsame Verantwortung prägen die Arbeitswelt bei Trollius. Die Philosophie erlaubt es der Belegschaft, viel Zeit in Neuerungen zu investieren. Der Firmenchef selbst lebt sie vor und nutzt enorm viel Zeit für Innovationen. Großer Freiraum, die Fortbildung der Mitarbeiter sowie kurze Dienstwege fördern die Kreativität und bewirken eine schnelle Realisierung neuer Ideen.

98 % des Gesteins wird verwertet

Früher nutzte Trollius von einem Kubikmeter Gestein nur etwa 75 % – heute können bis zu 98 % verwertet werden. Das Ziel ist es, nicht nur den Rohstoff Stein zu veredeln, sondern dabei auch die Ressourcen zu schonen. Deshalb entschied sich die Geschäftsführung für die Investition in eine moderne Waschanlage: Beim Waschen der Dolomit- und Kalksteinvorabsiebung bleibt ein Schlamm aus feinsten Partikeln zurück. Er besteht aus Kalzium, Magnesium und wertvollen Tonmineralien. Trollius verarbeitet ihn zu einem mineralisierten Schlamm, den Landwirte als Dünger zur Bodenverbesserung einsetzen oder ihrer Gülle beimischen, um damit den Geruch zu neutralisieren. „Wir wollen eine vollständige Ressourcenverwertung mit einem geschlossenen Recyclingkreislauf erreichen“, betont Hermann Trollius.

Hermann Trollius GmbH

Warum ihm Nachhaltigkeit und Umweltschutz am Herzen liegen und welche Rolle Innovationen in diesem Zusammenhang spielen, erklärt Hermann Trollius.

Wie würden Sie die Philosophie Ihres Unternehmens umschreiben?

Wir sind ein Familienunternehmen, da ist das Denken und Handeln für nachfolgende Generationen in der Unternehmensphilosophie fest verankert. Wir denken also in Generationen. Das bedeutet, dass wir Tradition und Moderne effizient verbinden und dabei einen Nutzen für Mensch und Natur erzielen wollen. Das ist unser stetiger Antrieb. Unsere Motivation ist es, ressourcenschonend zu agieren, eine maximale Rohstoffausschöpfung zu erreichen und jegliche Verschwendung von Rohstoffen zu vermeiden.

Mit welchen Innovationen verwirklichen Sie diese ambitionierten Pläne?

Wir betreiben, in Bayern einmalig, eine Aufbereitungs- und Mischanlage für Holzasche. Diese Recyclinganlage haben wir in Eigenregie konzipiert,  weiterentwickelt und von unseren Technikern aufbauen lassen. Pro Jahr werden bei uns rund 10.000 Tonnen Holzasche aufbereitet. Da Bäume Phosphat und Kalisalz speichern, enthält ihre Asche dieselben düngewirksamen Inhaltsstoffe. Anstatt nun also Kalisalz unter Tage abzubauen und Phosphat in Form von Sand aus Afrika zu importieren, schonen wir diese Ressourcen. Gleichzeitig ist es möglich, die Abfallprodukte wieder dem Wirtschaftskreislauf zuzuführen. Wir nehmen außerdem am europäischen Emissionshandel teil und sind somit permanent bestrebt, möglichst wenig CO2 auszustoßen.

Das Gewinnen von Rohstoffen ist ein sehr strittiges Thema. Wie bringen Sie Steinbruch und Umwelt zusammen?

Da wir als Steinbruchbetrieb direkt in die Natur eingreifen, versuchen wir natürlich, unseren Teil zur Nachhaltigkeit und zum Umweltschutz beizutragen. Wir haben deshalb beispielsweise ein eigenes Umweltmanagement eingerichtet. Die enge  Zusammenarbeit mit Behörden, Institutionen, Verbänden und Laboratorien ist für uns selbstverständlich. Hier haben wir diverse Projekte am Laufen. Wir legen zum Beispiel viel Wert auf die Rekultivierung der nicht mehr genutzten Randbereiche des Steinbruchs. Mit Erfolg wurden im Kalksteinbruch am Häselberg Kalkmagerrasen verpflanzt und eine entsprechende Fauna und Flora angesiedelt. Sogar Honig wird hier mittlerweile geerntet. Außerdem arbeiten wir daran, beim Energieeinsatz immer effizienter zu werden.

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Anna Riedl-Strasser

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