Unternehmens­portrait
Interview Christl Lauterbach

Future-Shape GmbH

2020

Elektronik/Elektrotechnik

Gesundheitswesen Hausbau Pflege/Senioren

Größenklasse A

1 Teilnahme

Unser Team besteht aus leidenschaftlichen Forschern!“

Christl Lauterbach, Geschäftsführerin

Fußböden in Alarmbereitschaft

Ein Fußboden, der fühlt und lernt – für die Future-Shape GmbH ist das schon lange keine Science-Fiction mehr: Aus dem Thema „Ambient Assisted Living“ der Zukunftsforschung entwickelte sie einen intelligenten Boden, der mit Sensordaten das Verhalten von Patienten erlernt und mit künstlicher Intelligenz Veränderungen erkennt. Ärzte erhalten so eine objektive Bewertung, wie es ihren Patienten geht und wie die verschriebenen Medikamente wirken. Der Fußboden kennt somit den Patienten oft besser als jede Pflegekraft.

Für alte Menschen sind Stürze eine große Gefahr. Das innovative Bodensensorsystem „Sensfloor“ kanndiese Bedrohung enorm reduzieren: „Vor allem nachts können wir mit unserer Technologie bis zu 90 % aller Stürze in Pflegeheimen verhindern“, erläutert die Geschäftsführerin Christl Lauterbach. Ein zwei Millimeter dünnes Sensor-Underlay verwandelt den Boden in ein riesiges Touchpad. Das sendet wichtige Informationen wie die Anwesenheit von Personen, ihre Zahl und ihre Bewegungsrichtung oder eben einen Sturz an ein Stationsterminal oder an die mobilen Endgeräte der Pflegekräfte. „Das Besondere ist, dass unsere Technologie unsichtbar bleibt und weder stigmatisiert noch Persönlichkeitsrechte verletzt, da sie Bewegungen identifiziert, aber keine Personen“, erklärt der Geschäftsführer Dr. Axel Steinhage.

Boden und Arzt als Team

Weiterentwickelt hat das interdisziplinäre Team diese Technologie mit dem sogenannten Aktivitätsmonitoring. Dieses System kann über den Boden unterschiedliche Gesundheitsdaten zu Patienten sammeln, speichern und an den Arzt und die Pflegekräfte weiterleiten: Wie schläft die Person? Wie oft steht sie auf? Zeigt das Bewegungsmuster eine zunehmende Unruhe oder Orientierungslosigkeit? „Man kann so ganze Entwicklungen beobachten und die Wirkung von Medikamenten und Rehamaßnahmen prüfen“, erklärt der Produktionschef Sebastian Stoll und fügt hinzu: „Pflegekräfte könnten diese vielen Beobachtungen niemals alleine anstellen.“

Gehen ist nicht gleich gehen

Wie ein Mensch läuft, sagt viel über seinen Gesundheitszustand aus – gerade bei Patienten mit einem Schlaganfall, mit Gleichgewichtsproblemen, Depressionen oder einem neuronalen Defekt. Deswegen hat Future-Shape auch einen Sensorfußboden für Flure und Korridore in Krankenhäusern und Rehakliniken entwickelt. Anhand neuronaler Netze können Ärzte das Gangmuster ihrer Patienten analysieren und Rückschlüsse auf den Heilungsprozess oder eine mögliche Sturzgefährdung ziehen: ein Meilenstein für die Digitalisierung des Gesundheitssystems.

Future-Shape GmbH

Über neue Ideen und das forschungsbegeisterte Team von Future-Shape spricht Christl Lauterbach.

Frau Lauterbach, Ihre Hauptzielgruppe ist der Pflegeund Medizinsektor. Sind Ihre Fußböden eigentlich auch für andere Branchen interessant?

Ehrlich gesagt, sind die Möglichkeiten so vielfältig, dass wir gar nicht alle Ideen auf einmal realisieren können. Aktuell haben wir bereits den Einzelhandel als zweites Standbein aufgebaut: Unsere Böden ermöglichen endlich auch Händlern, das Verhalten der Käufer zu analysieren. Im Onlinehandel ist das schon längst etabliert und oft eine wichtige Basis für den Geschäftserfolg. Über einen Monitor können unsere Kunden zum Beispiel sehen, wie viele Menschen gerade im Geschäft sind, wann die  Besucherströme zu- und abnehmen, wo sich Kunden länger oder gar nicht aufhalten und wie lange sie an der Kasse warten müssen.

Gibt es noch andere Branchen, für die Ihr Fußboden von Interesse sein könnte?

Wir entdecken immer wieder ganz neue Anwendungen – auch auf Gebieten, die wenig mit unserem Standardprodukt zu tun haben. Wir haben zum Beispiel schon einmal für ein Museum einen interaktiven Raum mit einem „Bodenklavier“ gestaltet, auf dem man hüpfend Musik machen kann. Unser neuestes Thema, für das wir brennen, ist der Sport: Man könnte unser Sensorsystem beispielsweise in Sportgeräten verbauen, um Trainingseffekte zu messen. Die Ideen sind da, doch natürlich müssen wir uns im Unternehmen auch um die Abwicklung unserer bestehenden Projekte kümmern.

Sie haben ein interdisziplinäres Team, in dem viele aus der Forschung kommen. Wie wirkt sich das auf das Innovationsklima aus?

Wir ticken sicherlich anders als „normale“ Firmen, die ein paar Mitarbeiter für kreative Neuerungen abstellen und bei denen der Rest der Belegschaft in der Produktion und mit dem Alltagsgeschäft zu tun hat. Meine Mitarbeiter und ich kommen tatsächlich fast alle aus der Forschung und brennen für das Experimentieren mit Neuem. Ich selbst habe mich für andere Firmen jahrelang mit disruptiven Innovationen beschäftigt, halte mehr als 200 Patente und habe über 140 wissenschaftliche Artikel publiziert. Da wir mit einem disruptiven Produkt in einen neuen Markt gegangen sind, müssen wir bis heute vieles in der Firma selbst erforschen und lernen. Das führt fast automatisch dazu, dass wir in unserem Alltag sehr stark innovativ denken.

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Anna Riedl-Strasser

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