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TOP 100

Zuversicht und Tatkraft beim Summit

29. Juni 2023
4 Min.
Von Christoph Klawitter

Deutschland braucht keine Bedenkenträger, sondern Problemlöser – und genau hier kommen die Top-Innovatoren und Top-Consultants ins Spiel. Die Mentoren Ranga Yogeshwar und Christian Wulff erläuterten auf dem Deutschen Mittelstands-Summit in Augsburg vor rund 1000 Gästen, wie diese Top-Unternehmen dem Land helfen können.

Erst die Gefahr sehen, dann erst die Chancen: Es ist diese Geisteshaltung, mit der TOP 100-Mentor und Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar nichts anfangen kann. Er werde beim Thema Chat GPT derzeit in Interviews von Journalisten oft gefragt: „Haben Sie Angst vor künstlicher Intelligenz?“, erklärte Yogeshwar bei seiner Laudatio auf die TOP 100 seinen Zuhörern. „Ich antworte dann immer: Ich habe mehr Angst vor dummen Menschen als vor künstlicher Intelligenz.“ Ganz offensichtlich traf Yogeshwar mit seiner ironischen Bemerkung einen Nerv, denn das Publikum im Kongress am Park in Augsburg spendierte dafür Szenenapplaus.

Deutschland werde das Land der Dichter und Denker genannt, ergänzte Yogeshwar an anderer Stelle. Doch manchmal habe er den Eindruck, dass es zum Land der „Bewahrer und Bremser“ geworden sei. „Da seid ihr die Ausnahme“, sprach er die versammelten Top-Innovatoren und Top-Consultants im Saal direkt an. „Yes, you can“, rief er den ausgezeichneten Unternehmen entgegen und nahm dabei eine Anleihe bei Barack Obamas bekanntem Wahlkampfslogan aus dem US-Präsidentschaftswahlkampf 2008.

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Sieht eher die Chancen als die Risiken von künstlicher Intelligenz: Ranga Yogeshwar spricht auf dem Summit.

Ganz ähnliche Gedanken wie Yogeshwar hatte Christian Wulff, Mentor von TOP CONSULTANT und ehemaliger Bundespräsident, bei seiner Rede im Sinn. Er lobte, mit welchem beeindruckenden „Spirit“ die Top-Innovatoren und Top-Consultants zu Werke gingen. „Wenn wir in Deutschland generell mehr Leute wie Sie hätten, hätten wir weniger Probleme, als wir sie haben“, sagte er. Er kritisierte, wie schleppend die Digitalisierung in den öffentlichen Verwaltungen vorankomme. Und wenn dann doch etwas digitalisiert werde, gebe es auf einmal 25 neue Punkte, die eingeflochten würden, ergänzte er unter dem Beifall des Publikums.

Christian Wulff appelliert an Verantwortungsgefühl

Das Land brauche tatkräftige Unternehmer und kundige Berater, machte er deutlich. „Sie haben die Technologien und das Wissen, unserem Land zu helfen“, stellte er fest. Mit Sorge betrachtet Christian Wulff aber das Aufkommen nationalistischer Tendenzen in manchen EU-Staaten. „Es gibt keine Garantie, dass unsere Gesellschaften liberal bleiben“, mahnte er eindringlich. „Die größte Gefahr in unserem Land ist politische Ignoranz.“ Er rief die Zuhörer auf, sich als Teil der Demokratie zu sehen und sich für das Gelingen dieser auch zuständig zu fühlen. Der starke Applaus daraufhin bewies, dass sein Appell ankam.

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Christian Wulff ist beeindruckt vom Problemlöser-Spirit der Top-Innovatoren und Top-Consultants.

Beide Mentoren rieten den Gästen, sich ernsthaft auf die Bedürfnisse der jüngeren Generation einzulassen. „Junge Leute suchen vermehrt nach ‚Purpose‘, nach Sinnstiftung“, meinte etwa Christian Wulff. Mittelständische Unternehmen könnten hier besonders punkten. Und Ranga Yogeshwar forderte, dass sich die Arbeitgeber für die jüngere Generation öffnen. „Die junge Generation macht uns die Augen auf“, ergänzte er.

Humorvoller Rückblick auf 30 Jahre TOP 100

30 Jahre gibt es mittlerweile schon TOP 100. Künstler Martin O. nahm diesen Geburtstag zum Anlass, humoristisch auf die vergangenen drei Dekaden zurückzublicken: Ob eine Preisverleihung bei minus zwölf Grad Celsius auf der Zugspitze, eine andere Preisverleihung im Seebad Hohe Düne – manch außergewöhnliches Ereignis aus der TOP 100-Geschichte brachte Martin O. in Erinnerung.

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Ort der Begegnung: Die Gäste auf dem Deutschen Mittelstands-Summit tauschen sich untereinander aus.

Durch den Abend führte Fernsehmoderatorin Julia-Niharika Sen, die sich beim Anblick des Publikums „an den großen Saal der Elbphilharmonie“ in Hamburg erinnert fühlte. Im Vordergrund standen natürlich die „Innovatoren des Jahres“, also die Erstplatzierten der drei Größenklassen bei TOP 100, und die „Berater des Jahres“, die Erstplatzierten der ebenfalls drei Größenklassen von TOP CONSULTANT. Diese Unternehmen wurden von Prof. Dr. Nikolaus Franke, Wissenschaftlicher Leiter von TOP 100, und von Prof. Dr. Dietmar Fink, Wissenschaftlicher Leiter von TOP CONSULTANT, besonders gewürdigt.

Wissen und Netzwerken beim Rahmenprogramm

Das Thema künstliche Intelligenz ist derzeit in aller Munde. Auch „ZEIT für Unternehmer“, Kooperationspartner des Deutschen Mittelstands-Summit und von TOP 100, widmete sich im Nachmittagsprogramm des Summit in einer mit Experten besetzten Podiumsdiskussion diesem Thema. Die Diskussion förderte interessante Einblicke und Einschätzungen zu Tage. Und das „Geschichtsbüro Reder, Roeseling & Prüfer“ informierte in einem weiteren Programmpunkt darüber, wie sich die Unternehmensgeschichte lebendig und informativ darstellen lässt, also keineswegs verstaubt sein muss.

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Zwei Wettbewerbe, eine gemeinsame Feier: Der Deutsche Mittelstands-Summit verbindet die Top-Innovatoren und die Top-Consultants.

Boten diese Programmpunkte und der Summit insgesamt schon reichlich Gelegenheit zum Netzwerken, so kamen die Teilnehmer der diesjährigen TOP 100-Reise ins Silicon Valley und die Teilnehmer des TOP CONSULTANT-Thinktanks noch zu gesonderten Alumni-Treffen zusammen, auf denen sie sich über das Erlebte und die aus den Veranstaltungen gezogenen praktischen Konsequenzen austauschten.

TOP 100 und TOP CONSULTANT, das sind also nicht „nur“ Wettbewerbe. Ins Gespräch kommen, neue Kontakte knüpfen, neue Lösungen diskutieren: Auch das gehört zur Teilnahme und dem Deutschen Mittelstands-Summit dazu. Oder wie es Nikolaus Franke am Abend mit Blick auf seinen Wettbewerb ausdrückte: „TOP 100 ist eine Community.“