Unternehmens­portrait
Interview Heiko Hünemeyer

Haus Schaeben GmbH & Co. KG

Konsumgüter

Kosmetik

Größenklasse B

3 Teilnahmen

Unsere wichtigste Vision stellt die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt.“

Heiko Hünemeyer, Geschäftsführender Gesellschafter

Die Optimierer

Ihr großer Erfolg sind kleine Portionen in Form von Einzelverpackungen: Die Haus Schaeben GmbH & Co. KG ist eine Spezialistin für Gesichtspflege und Gesundheitsartikel. Für alle Produkte, auch für die aus dem kosmetischen Bereich, gilt die Maxime: „Maximale Wirkung bei minimalen Nebenwirkungen.“ Das Familienunternehmen wird bereits in der vierten Generation geführt. Das Top-Management schafft den Rahmen für Innovationen und setzt erfolgreich auf das Thema Nachhaltigkeit.

Das innovativ ausgerichtete Unternehmen ist sich sowohl seiner Tradition als auch seiner Verantwortung für die 77 Beschäftigten bewusst. „Uns zeichnen dabei Flexibilität, Innovationsfreude und kurze Entscheidungswege aus“, sagt der Geschäftsführer Heiko Hünemeyer. Das Top-Management setzt in seiner Innovationspolitik konsequent auf Schwerpunkte. So wird dem Thema Nachhaltigkeit eine immer größere Bedeutung zugemessen: Alle Rezepturen von Schaebens sind seit 2015 frei von Mikroplastik. Zudem ist man der erste führende Konsumgüteranbieter Deutschlands, der sein komplettes Sortiment auf Klimaneutralität umgestellt und daraus einen hohen Reputationsgewinn gezogen hat. „Es war immer unser Bestreben, die Wirkung unserer Produkte auf die Umwelt intensiver in den Fokus zu rücken“, betont Hünemeyer.

Großer Erfolg mit kleinen Portionen

Auch Emotionen spielen bei der Entwicklung der Produkte eine wichtige Rolle, denn Kosmetik ist nicht zuletzt ein kleiner „Problemlöser“. Den Durchbruch am Markt schaffte Schaebens mit dem Prinzip der Einmalanwendungen. Man setzt hierbei auf Rezepturen, die weniger oder im Idealfall gar keine potenziell allergieauslösenden Bestandteile wie Konservierungsstoffe enthalten. Damit folgt Schaebens konsequent seiner Maxime „Maximale Wirkung bei minimalen Nebenwirkungen“ und erreicht so regelmäßig überdurchschnittliche Umsatzsteigerungen.

Unternehmerisches Denken fördern

Eine ausgeprägte Meetingkultur trägt dazu bei, dass ein abteilungsübergreifender, fortlaufender Innovationsprozess am Laufen gehalten wird, der in die tägliche Arbeit mit eingebunden ist. Besondere Ideen reifen zudem in regelmäßigen Produktworkshops. Hier wird weder nach der jeweiligen Führungsebene gefragt noch zwischen gewerblichen und kaufmännischen Mitarbeitern unterschieden: Alle Teilnehmer sollen sich zielführend mit eigenen neuen Ideen und Innovationen generell beschäftigen dürfen. „So wollen wir das unternehmerische Denken der Mitarbeiter fördern und ihre Neugier wachhalten“, sagt Heiko Hünemeyer.

Haus Schaeben GmbH & Co. KG

Wie die Weichenstellungen des Top-Managements Innovationsprozesse bei Haus Schaeben gerade in herausfordernden Zeiten anstoßen, erklärt Heiko Hünemeyer.

Wie wurde der innovative Charakter Ihres Unternehmens in der Coronakrise spürbar?

Wir haben schon früh auf ein verändertes Einkaufsverhalten während der Pandemie reagiert. Die Verwendung von Schutzmasken führte erwartungsgemäß zu einer veränderten Gesichtspflege. Die Mundpartie verlor im Vergleich zur Augenpartie deutlich an Relevanz: Wir haben daher das innovative Produkt „Schaebens Augen-Pads“ auf den Markt gebracht. Bereits unmittelbar nach seiner Einführung wurde es zu einem unserer meistverkauften Artikel in der Gesichtspflege. Die Coronakrise führt zu Sorgen und Ängsten, manchmal auch zu Schlafstörungen: Wir haben dagegen „Schaebens Schlaf-Komplex“ entwickelt. Auch dieses Produkt traf einen  Nerv und wurde sofort zu einem unserer bestverkauften Gesundheitsprodukte. Außerdem führt Corona zu dem gesteigerten Wunsch, das Immunsystem zu stärken: Wir haben deshalb unsere bereits etablierte „Zink Immun-Kur plus Spurenelemente“ noch mehr in den  Fokus gerückt.

Inwiefern spielte Ihre Unternehmensphilosophie dabei eine Rolle?

Wir haben das Ziel, nicht nur anders zu sein als unsere Wettbewerber, sondern auch als „anders“ wahrgenommen zu werden. Diese doppelte Differenzierung erscheint uns zwingend notwendig, weil wir als Familienunternehmen in der vierten Generation stets im direkten Wettbewerbsumfeld vor allem zu Weltkonzernen stehen. Das Verbraucherinteresse verändert sich fortlaufend. Unsere Intention liegt darin, dieser Veränderung nicht nur zu folgen, sondern ihr stets voraus zu sein, um sie mitgestalten zu können. Unser Credo lautet deshalb: „Als Erster bei allem dabei sein“. Durch unsere sehr frühe Anpassung an die veränderten Umstände infolge der Coronapandemie
konnten wir schnell agieren und mussten nicht reagieren.

Welche Visionen treiben Sie an?

Unsere wichtigste Vision ist die der Nachhaltigkeit. Und wir möchten auf jeden Fall ein Familienunternehmen bleiben. Der Generationswechsel ist bereits eingeleitet. Bislang ist Deutschland unser Heimatmarkt, und auch in Österreich sind wir aktiv. Seit einigen Jahren haben wir aber auch in China einen eigenen Flagshipstore. Die Ausdehnung  unserer Exportaktivitäten wird in den nächsten Jahren ein wichtiges Thema für uns sein.

Anna Riedl-Strasser

Projektberatung

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