Unternehmens­portrait
Interview Michael Pawellek

Eltroplan Engineering GmbH

Elektronik/Elektrotechnik

Größenklasse A

2 Teilnahmen

Wenn die Mitarbeiter Freiräume bekommen, profitiert die ganze Firma davon.“

Michael Pawellek, Geschäftsführer

Die Energie des Wohlfühlens

An komplexen IT-Aufgaben tüfteln, High-End-Technik entwickeln und hin und wieder ganz entspannt zusammen Kaffee trinken? Bei der Eltroplan Engineering GmbH im baden-württembergischen Endingen geht das. Ihre fleißigen Spezialisten fertigen höchst komplexe Elektronikbaugruppen für die Automobil- und die Industrieelektronik. Der Geschäftsführer Michael Pawellek hat mit dem Ausbau und der Modernisierung des Firmengebäudes ein Innovationsklima geschaffen, in dem die Mitarbeiter viele Freiheiten haben.

Als der heutige Geschäftsführer Michael Pawellek sein Unternehmen gründete, verdiente er sein Geld noch mit Layoutdienstleistungen. Damals produzierte die Firma Schaltungsvorlagen für die Entwicklung von Platinen, also für Leiterplatten elektronischer Bauteile. Das war 1978. Seitdem hat sich einiges getan. Eltroplan entwickelt mittlerweile hochkomplexe Elektronikbaugruppen und -geräte, etwa für die Bau- oder Automobilindustrie. Bei dem Unternehmen sind heute rund 45 Menschen beschäftigt.

Die Hightechexperten

„Die Elektronik, die wir anbieten, muss hochbeschleunigungsfest sein, da sie etwa in Baustellenfahrzeuge eingebaut wird und den entsprechend rauen Bedingungen standhalten muss“, erklärt Pawellek. Seine Firma versorgt die Kunden zudem mit sogenannten Embedded Systems – also mit Rechnern, die in einen technischen Kontext eingebunden sind. Dazu zählt vor allem der Support des autonomen Fahrens, dem die Zukunft der Mobilität gehören soll. Eltroplan entwickelt Highspeed-Datenübertragungen, die die fahrerlose motorisierte Fortbewegung erst möglich machen. Mittels High-End-Technik werden Unmengen an Daten in Echtzeit übertragen.

Freiräume schaffen

Auch wenn der Geschäftsführer durch und durch ein Techniker ist, weiß er genau, dass die Arbeitswelt nicht nur aus Nullen und Einsen besteht: „Wichtig ist in jedem Fall, dass sich die Leute in ihrem Arbeitsumfeld wohlfühlen.“ Dazu kann auch das entsprechende Interieur seiner Firma einen Beitrag leisten. So hat der Chef in den vergangenen Jahren viel Geld investiert, um das Firmengebäude zu erweitern und zu modernisieren. Dabei wurden Arbeitsplätze komfortabler und ergonomischer gestaltet, zum Beispiel mit hochwertigen Stühlen und höhenverstellbaren Arbeitsplätzen. Hinzu kam noch eine große Dachterrasse, auf der man sich im Freien entspannt beim Kaffee austauschen kann. „An einem Ort, an dem sich die Mitarbeiter wohl und gut aufgehoben fühlen, sind sie eher in der Lage, eine konstante und kreative Leistung zu bringen“, erklärt der 68-Jährige.

Eltroplan Engineering GmbH

Auf welchen Ebenen bei Eltroplan Engineering Innovationen entstehen, erläutert Michael Pawellek.

Herr Pawellek, woran erkennt man den innovativen Geist Ihrer Firma?

Dazu fällt mir als Erstes das Stichwort „Open Innovation“ ein. Wir haben das Joint Venture Aristos gegründet, das haben wir gemeinsam mit zwei Nachbarbetrieben ins Leben gerufen. Aufgrund dieser Zusammenarbeit mit Mechanik- und  Softwarespezialisten können wir Embedded Systems anbieten, etwa Hochgeschwindigkeitsdatenübertragungen für das autonome Fahren. Dies ist die eine Ebene, auf der bei uns Innovationen entstehen.

Und die andere?

Wir geben unseren Beschäftigten die Freiräume, die sie brauchen, um eigene Ideen einzubringen. Das ist die Basis für ihre kreative Arbeit. Am Ende profitiert davon die ganze Firma. Ein Beispiel dafür ist unser „Eltro-Wiki“. Das ist unsere interne Wissensdatenbank, die von unseren Mitarbeitern aufgebaut wird. Sie geben in dieser Datenbank ihre Erfahrung weiter, indem sie beispielsweise dokumentieren, wie sie bestimmte Aufgaben und Probleme gelöst haben. So können die Kollegen schnell und effizient an der Erfahrung der anderen teilhaben und dieses Wissen für ihre Arbeit nutzen.

Ist dies ein temporäres Projekt?

Im Gegenteil – wie bei Wikipedia läuft das Projekt quasi endlos weiter. Die Wissensdatenbank wird ständig erweitert. Vor allem jüngere Mitarbeiter und diejenigen, die künftig noch zu uns kommen, können davon profitieren. Was mich stolz macht, ist, dass die Beschäftigten die Idee selbst hatten und sie dann auch verwirklicht haben.

Als Technologieunternehmen beschäftigen Sie Informationstechniker und Ingenieure. Können Zahlenmenschen und Techniker kreativ sein?

Selbstverständlich. Einer unserer Mitarbeiter hatte beispielsweise die Idee, die Prüfzeiten für die bisherige Temperierung mit direktem Luftstrom zu optimieren. Bisher temperierte man eine elektronische Baugruppe für den Funktionstest mit einem Thermostream und einem Wärmetauscher bei Ecktemperaturen zwischen –46 °C und +63 °C. Über den direkten Luftstrom können bestimmte Baugruppen jedoch nicht temperiert werden. Die Idee des Mitarbeiters können wir mit einem sogenannten Peltier-Element realisieren, einem elektrothermischen Wandler, der zur Kühlung genutzt wird. Dadurch verkürzen wir die Prüfzeiten und sparen Kosten.

Anna Riedl-Strasser

Projektberatung

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