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Ingpuls GmbH

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Ingpuls GmbH

Metallteil mit Gedächtnis


Vor allem in Autos werden immer mehr elektrische Kleinstmotoren verbaut, sei es als Fensterheber, in der Lüftung oder der Kühlung. Sie verbrauchen Strom und sind fehleranfällig. Eine Alternative bietet die Ingpuls GmbH mit ihren Aktoren. Das sind Metallteile, häufig Federn, die ein Gedächtnis haben. Sie lassen sich biegen oder verformen, finden aber bei einer bestimmten Temperatur zurück in ihre alte Form. Möglich wird das durch eine spezielle Formgedächtnislegierung.

In Serie produziert diese Firma inzwischen ein Bauteil, das schon 2014 entwickelt wurde. Es hilft, den Kühlkreislauf im Auto intelligent zu steuern: So lange der Motor bei Fahrtbeginn noch kalt ist, hält das Bauteil ein Ventil geschlossen; erwärmt sich das Wasser im Kühlkreislauf während der Fahrt, verformt es sich, das Ventil kann sich öffnen und lässt weiteres Wasser zur Kühlung einfließen. Wird der Wagen abgestellt und kühlt dann wieder aus, geht das Bauteil in seine ursprüngliche Form zurück. Eine smarte Lösung, die nur ein paar Gramm wiegt und ohne Strom auskommt.

Feuerprobe bestanden

Gegründet wurde Ingpuls von drei Ingenieuren der Uni Bochum ursprünglich als Beratungsunternehmen für die Automobilindustrie. Die war schon lange an smarten Werkstoffen interessiert, konnte aber intern nicht das nötige Know-how aufbauen. So wurden diese Bochumer zum Entwicklungsdienstleister und haben sich zusammen mit ihren Kunden aus der Automobilindustrie einen Markt eröffnet. Inzwischen haben sie schon mehr als 2,5 Millionen intelligenter Federn ausgeliefert, und die Auftragsbücher sind bis 2030 voll. Beeindruckt von dieser Leistung zeigte sich im Sommer 2018 ein mittelständischer Zulieferer und beteiligte sich mit einem achtstelligen Betrag an dem Start-up.

Vom Ruhrgebiet in die Welt

Diese Liquiditätsspritze ermöglicht den Bau einer neuen Fabrik und einen globalen Roll-out in andere Branchen, denn die Technologie ist letztlich überall einsetzbar. So könnte beispielsweise die Klappe des Reinigungsmittelbehälters von Spülmaschinen über solch ein intelligentes Metallteil gesteuert werden. Der Mitgründer und Geschäftsführer Dr. Christian Großmann weiß, dass sein Produkt „in der Form weltweit einzigartig ist“. Doch er bekennt sich zu seinen Wurzeln: zu Bochum und dem heimischen Mittelstand. Den Zusammenschluss eines Start-ups und eines etablierten Familienunternehmens, wie den der Ingpuls GmbH und ihrem Investor, hält er für einen Standortvorteil der deutschen Industrie.

Die Jury
Zusammenfassend kann Ingpuls als vielversprechendes Technologie-Start-up bezeichnet werden, dem es dank einer beeindruckenden Außenorientierung und erfinderischem Geist gelungen ist, eine seit Jahrzehnten bekannte Technologie in die industrielle Anwendung zu bringen.
Bild von Dr. Burkhard Maaß, Dr. André Kortmann und Dr. Christian Großmann
Dr. Burkhard Maaß, Dr. André Kortmann und Dr. Christian Großmann
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