Unternehmensporträt
SI Silicone Innovation GmbH
Unternehmensporträt
Baukastensystem statt Einzellösung
Das Bauteil war unscheinbar: eine Silikondichtung. Aber in der Anwendung hing Hygienesicherheit und Anlagenverfügbarkeit daran. Die SI Silicone Innovation GmbH analysierte also nicht nur das Material, sondern auch Mikrobewegungen, Setzverhalten und schwer zu reinigende Bereiche, in denen sich Reste ablagern können. Die Experten änderten Materialaufbau und Geometrie. Nach erfolgreichen Tests investierte das Unternehmen in neue Werkzeuge und Validierung. Heute ist das Konzept eine Blaupause für mehrere Baugruppen.
Das Unternehmen entwickelt und fertigt maßgeschneiderte Silikonbauteile und Baugruppen für industrielle Kunden, etwa aus der Medizintechnik und anderen qualitätskritischen Bereichen. Die Geschäftsführung verfolgt das Ziel, aus Kundenprojekten Erfahrungen zu gewinnen, die sich auf weitere Aufgaben übertragen lassen. Auf einer Fachmesse für Medizintechnik wünschte sich ein Kunde für ein wiederverwendbares medizintechnisches Bauteil sehr niedrige Extraktionswerte im Dicht- und Ventilbereich und stabile mechanische Eigenschaften über viele Sterilisationszyklen. „Wir strukturierten zunächst das Gesamtsystem. Dabei wurde schnell klar, dass ein Teil der Probleme nicht nur material-, sondern auch design- und prozessbedingt war“, berichtet Geschäftsführer Kai Leibold. Aus dem Messekontakt entstand ein Innovationsprojekt mit Plattform-Charakter.
Kai Leibold, Geschäftsführer
Erfahrungen nutzen
Wie aus einer Einzellösung ein Baukastensystem entstehen kann, zeigt ein Projekt für eine Verguss- und Dichtlösung an einem Sensor- und Steuergerät. Es sollte dicht, temperaturwechselbeständig, medienresistent und im Serientakt sicher dosierbar sein. Das Unternehmen übersetzte diese Vorgabe in ein Anforderungsdokument mit festgelegten Medien, Temperaturzyklen, Prüfverfahren, Taktzeit und Prozessfenster. Anwendungstechnik und Produktion erprobten früh verschiedene Muster und Prozesse. Am Ende stand eine Lösung, die über den Einzelfall hinaus nutzbar ist: mit wenigen Materialvarianten, einem validierten Prozessfenster und einem Standardprüfplan.
Früher und öfter raus zum Kunden
Nach einem Wechsel in der Geschäftsführung rückte die frühe Phase von Entwicklungsprojekten stärker in den Fokus. Die Leitung entschied, neue Vorhaben enger an konkrete Anwendungen zu knüpfen und den Austausch mit Kunden sowie internen Fachbereichen wie Fertigung, Qualität und Regulatorik früher zu organisieren. „Wir haben die frühe Phase konsequent an reale Anwendungen gekoppelt. Das heißt: Früher und öfter raus zum Kunden, mehr strukturierte Gespräche zur Bedarfsklärung, und vor allem schnellere Muster- und Probenläufe, auch wenn sie noch nicht perfekt sind“, sagt Leibold.
SI Silicone Innovation GmbH ist Top-Innovator 2026.