Unternehmensporträt
Molkerei Gropper GmbH & Co. KG
Unternehmensporträt
Eine Frage des Timings
Ganz gleich in welchem Supermarkt man einkauft: Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben die meisten schon einmal ein Milchprodukt, einen Direktsaft oder Smoothies der Molkerei Gropper GmbH & Co. KG genossen. Als Produzent, Abfüllspezialist und Co-Packer für Handels- und Markenpartner entwickelt das Familienunternehmen viele Trendprodukte für einen riesigen und schnelllebigen Markt. Umweltschonende Produktionsprozesse sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen denkt das Unternehmen dabei konsequent mit.
Können Unternehmen zu innovativ sein? Vielleicht nicht, aber das Timing muss stimmen. Bereits 2018 kreierte die Molkerei Gropper für eine Handelsmarke einen extra eiweißreichen Joghurt mit Müsli im Top-Cup. Die Verbraucher zeigten zunächst wenig Interesse. „Das High-Protein-Pflänzchen fing gerade erst an zu wachsen. Wir waren zu früh“, sagt Wolfgang Hoff, Geschäftsführer Vertrieb & Marketing. Heute boomen Milchdrinks und Desserts mit viel Protein, wenig Fett und ohne zugesetzten Zucker. Bewusste Ernährung ist im Mainstream angekommen.
Die Geschäftsleitung
Augen auf in den Märkten
Die Trendsetter des bayerischen Lebensmittelproduzenten gehen mit offenen Augen durch die Märkte und beobachten auch, was außerhalb des Kühlregals passiert. Inspirationen verspricht beispielsweise die Süßwarenabteilung, wenn es um neue Dessertkreationen geht. Ihre Ideen teilen die Mitarbeiter aus Marketing, Vertrieb und Produktentwicklung in einer Chatgruppe. Weitere Anregungen kommen von Zutatenlieferanten, Marktforschungsinstituten und nicht zuletzt auch vom Handel. Schwer angesagt sind trinkfertige Kaffeemilchmischgetränke und neuerdings auch ausgewogene Trinkmahlzeiten. „Nutri-Score A, und nur das Beste drin. Wer keine Zeit hat und sich zum Beispiel im Arbeitsalltag trotzdem bewusst ernähren will, ist damit hervorragend bedient,“ sagt Wolfgang Hoff.
Partnerschaften für Tierwohl
Das Traditionsunternehmen legt großen Wert auf gute Beziehungen zu allen Partnern der Lieferkette sowohl auf Lieferanten- als auch auf Kundenseite. Nur gemeinsam lassen sich die ambitionierten Nachhaltigkeitsziele erreichen. So ist die Molkerei der größte Verarbeiter von Tierwohl-Milch und zweitgrößter Verarbeiter von Bio-Milch in Deutschland und war Vorreiter beim Label „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes. Insgesamt etwa 1.000 Landwirte beliefern den Hauptsitz im bayerischen Bissingen sowie den Standort in Moers. Etwa
Molkerei Gropper GmbH & Co. KG ist Top-Innovator 2026.
Interview mit Wolfgang Hoff
Verpackungen aus einem einzigen Material, ressourcenschonende Milchwirtschaft - Wolfgang Hoff über die Molkerei Gropper im Wandel.
Zur Molkerei Gropper gehört auch das Unternehmen Moers Frischeprodukte, ein Joint Venture mit Dr. Oetker. Gemeinsam verbessern Sie die CO2-Bilanz von Milchprodukten.
Ja, Emissionen in der Milchwirtschaft zu reduzieren, ist äußerst anspruchsvoll. Gemeinsam mit Dr. Oetker und den Landwirten arbeiten wir im Rahmen eines Pilotprojekts intensiv an Lösungen. Wir durchforsten alle Bereiche, in denen die Landwirtschaft CO₂ einsparen kann. Dabei geht es nicht nur um die Kuh, sondern zum Beispiel auch um die Produktion der Futtermittel. Am Standort Moers haben wir für das Pilotprojekt sechs Partnerbetriebe aus dem Ruhrgebiet und vom Niederrhein ausgewählt, wobei sich mehr beworben haben. Alle interessieren sich sehr dafür, die Zukunft ihrer teils über Generationen geführten Höfe zu sichern. Dafür sind sie bereit, neue Wege im Klimaschutz zu gehen.
Für Aufsehen gesorgt hat Ihr frisch aufgebrühter Kaffee im Kühlregal, verpackt im Einstoffbecher.
Zugegeben, auf dieses „Ready-to-Drink“-Produkt sind wir stolz. Wir mahlen ausgewählte Bohnen frisch und brühen sie auf. Dann füllen wir Kaffee, Milch oder Alternativen in einem Einstoffbecher ab, der inklusive Trinkdeckel und Frischesiegel aus Polypropylen somit sehr gut recyclingfähig ist, also nicht getrennt werden muss. Wir haben den Becher entwickelt und eine entsprechende Produktionslinie errichtet. In unserer Nachhaltigkeitsstrategie spielt die Verpackung eine zentrale Rolle. Uns ist es als einem der ersten Anbieter gelungen, den Rezyklat-Anteil unserer PET-Flaschen auf
„Wir investieren viel Zeit und Ressourcen, um unsere Produkte zu optimieren.“
Wolfgang Hoff, Geschäftsführer
Darin füllen Sie unter anderem das Bio-Mineralwasser „rieser Urwasser“ ab. Wie kommt eine Molkerei dazu?
Dabei handelt es sich eher um ein Zufallsprodukt. Wir stießen auf dem Firmengelände in 70 Meter Tiefe auf Wasser. Eine Analyse ergab, dass es sich bei dem angesammelten Wasser in der Kalksteinhöhle, um besonders reines natürliches Mineralwasser handelt. Es passt gut in unser Portfolio, weil es ebenso wie unsere Milchprodukte, Kaffeespezialitäten, Direktsäfte und Smoothies unsere Grundwerte Qualität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit verbindet.