Unternehmensporträt
MLL Münchner Leukämielabor GmbH
Unternehmensporträt
Hochsensitive Diagnostik für die Therapiesteuerung
Wenn ein Unternehmen mehr als
Neben der Primärdiagnostik von Leukämien spielt die Überwachung der Wirksamkeit von Therapien eine immer wichtigere Rolle, denn je spezifischer die Therapien werden, desto entscheidender ist es, die Wirksamkeit der Medikamente und auch mögliche Resistenzen stets im Blick zu behalten. Das geht nur mit immer spezifischeren und genaueren Tests. „Diese Testverfahren sind für die Therapiesteuerung extrem wichtig. Sie helfen, Nebenwirkungen zu reduzieren, Kosten zu senken und auch die Therapiedauer zu verkürzen“, erklärt Geschäftsführer Prof. Dr. Dr. Torsten Haferlach.
Prof. Dr. med. Dr. phil. Torsten Haferlach, MLL-Geschäftsführer
Vollautomatischer Probeneingang
Der Mittelständler investiert beständig hohe Summen, um seine Prozesse zu optimieren. So ist es in den vergangenen Jahren gelungen, in Zusammenarbeit mit mehreren Automatisierungsanbietern, eine maßgeschneiderte Anwendung für die automatisierte Gestaltung des Probeneingangs zu entwickeln. Eine knifflige Aufgabe, denn nicht nur die Anforderungen an die Proben steigen, sondern auch deren Anzahl. „Die neue Lösung nimmt unterschiedliche Materialien vollautomatisch auf, führt sie den verschiedenen Bereichen zu und kann sie gegebenenfalls auch neu anordnen“, erläutert Prof. Torsten Haferlach. Eine Innovation mit enormen Vorteilen: Stark schwankende Probenzahlen, die in dem Unternehmen Alltag sind, können besser bewältigt werden, der Personalaufwand sinkt um etwa
Genomnetzwerk Hämatologie
Auf Kooperation und Zusammenarbeit setzt MLL auch in dem von ihm mit ins Leben gerufenen Genomnetzwerk Hämatologie, in dem führende Universitätskliniken aus ganz Deutschland vertreten sind. Ihr gemeinsames Ziel: Patienten den Zugang zu den bestmöglichen Diagnosemethoden zu ermöglichen.
Interview mit Prof. Dr. Dr. Torsten Haferlach
Künstliche Intelligenz ist aus dem Laboralltag längst nicht mehr wegzudenken, berichtet Prof. Dr. Dr. Torsten Haferlach
Seit wann und in welchen Bereichen setzen Sie auf KI?
Bereits seit 2019 ist die Unterstützung durch KI in unseren unterschiedlichsten Prozessen von enormer Bedeutung. Das betrifft die Auswertung, die Vorbefundung, die Vorbereitung der finalen Bewertung und die Befundschreibung. Früher hatten wir dafür eine Kooperation mit Amazon Web Services, mittlerweile haben wir ein eigenständiges Team von neun Mitarbeitenden im Haus, die nichts anderes machen, als KI-Prozesse aufzusetzen und zu beschleunigen. Viele Befunddaten liegen in grafischer Form vor, andere als Zahlen innerhalb einer Matrix. Und genau hier können Algorithmen, die sich hervorragend zur Mustererkennung eignen, ihre Stärken ausspielen. Dabei hilft uns natürlich, dass wir über eine Million Fälle mit sehr vielen parallelen Daten in unserem System haben, mit denen wir die Algorithmen trainieren können.
An welchen Innovationen arbeiten Sie gerade?
Wir sind dabei, unsere Prozesse Schritt für Schritt zu automatisieren, so dass am Ende ein Netz innovativer Anwendungen entsteht. Dabei kommt es darauf an, Schnittstellen immer noch weiter zu verkürzen und zu vereinfachen — und dabei von Anfang bis Ende durchgängig auf KI-Unterstützung zu setzen. Wir nutzen KI heute schon bei rund der Hälfte unserer Routinetätigkeiten, aber
„KI und Hightech ermöglichen patientenorientierte Präzisionsmedizin.“
Prof. Dr. Dr. Torsten Haferlach, Geschäftsführer
Welche Rolle spielen für Sie Forschungsnetzwerke und Kooperationen?
Zum Beispiel im Genomnetzwerk Hämatologie kooperieren wir mit rund einem halben Dutzend Universitätskliniken, von München über Würzburg, von Jena und Hannover bis nach Hamburg-Eppendorf. Das hilft uns dabei, up to date zu bleiben. Wir müssen ja stets das „Ohr auf der Schiene“ haben und wissen, welche Bedarfe die forschenden Institutionen und die niedergelassenen Hämatologen genau haben. Zudem ergeben sich daraus spannende Forschungsprojekte. Beispielweise führen wir derzeit gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Würzburg eine Pilotstudie durch, bei der wir Proben mittels Liquid Biopsy untersuchen, also einer Flüssigbiopsie, bei der statt einer Gewebeprobe Blut oder andere Flüssigkeiten untersucht werden, um Tumorzellen oder Tumor-DNA nachzuweisen.