Unternehmensporträt
Matthäi Schlüsselfertigbau GmbH & Co. KG
Unternehmensporträt
Kleines Team mit großen Ideen
Mit gerade einmal neun Mitarbeitern, bestehend aus sieben Ingenieuren und zwei dualen Studenten, setzte die Matthäi Schlüsselfertigbau GmbH & Co. KG. in Niedersachsen im vergangenen Jahr rund 20 Mio. Euro an Bauleistungen für Gewerbe und Industrie um. Möglich wird das durch innovative Ideen, schlanke, digitalisierte Prozesse und ein schlagkräftiges Team. Zwei Projektrichtungen tragen besonders zum Erfolg bei: automatisierte Containerhallen und Bauen im 3-D-Druck-Verfahren. Das Unternehmen ist Teil der Matthäi-Gruppe.
Mit den Containerhallen ist dem Bauunternehmen in Zeven ein Coup gelungen: Standard-Container werden in einer großen Halle aufeinandergestapelt. Da sie in den Gebäuden vor Wind und Witterung geschützt sind, können die Stapel mit sieben Containern höher sein als im Freien. Wird der Inhalt eines Containers gebraucht, beauftragt man per App oder Internet den Brückenkran in der Halle, der vollautomatisch den gewünschten Container in eine Schleuse transportiert, wo er be- oder entladen werden kann. Anschließend sortiert der Kran den Container wieder ein. Personal braucht es in diesen Hallen nicht mehr.
Henryk Busch und Bernd Mergard, Geschäftsführer
Günstiger bauen mit 3-D-Druckern
Eine andere zukunftsweisende Idee ist das Bauen mit Beton im 3-D-Druck-Verfahren. „Unser Problem war, dass bauen in Deutschland zu teuer geworden ist“, berichtet der Geschäftsführer Bernd Mergard. „Also haben wir überlegt, wie wir günstiger werden können.“ In Diskussionsrunden mit Kollegen und Partnern kam die Idee auf, 3-D-Portaldrucker zum Bauen zu verwenden. Nach ersten Projekterfahrungen tauscht sich das Unternehmen auch mittlerweile mit Hochschulen aus und hat auch bereits einen eigenen Drucker angeschafft. Zwei IT-Kollegen beziehungsweise zwei Bachelor of Arts entwerfen die 3-D-Modelle. „Unsere verschiedenen Standbeine sorgen dafür, dass wir auch in schlechteren Zeiten immer relativ gut dastehen“, sagt Mergard.
Früh in Projekte eingebunden
Die Matthäi Schlüsselfertigbau GmbH richtet die Entwicklung von Innovationen konsequent an den konkreten Bedürfnissen der Bauherren aus und erarbeitet auf dieser Basis gemeinsam projektspezifische Lösungskonzepte. Die überschaubare Teamgröße von neun Mitarbeitern ermöglicht eine direkte und effiziente Abstimmung. In Brainstorming-Prozessen werden Ideen gesammelt und bewertet und mit Blick auf ihre praktische Umsetzbarkeit weiterverfolgt. „Am liebsten ist es uns, wenn unsere Kunden schon ganz früh zu uns kommen, so dass wir uns gemeinsam die Anforderung von Objekten anschauen und maßgeschneiderte Lösungen entwickeln können“, erklärt Bernd Mergard.
Interview mit Bernd Mergard
Warum Spaß bei der Arbeit wichtig für den Erfolg ist, erklärt der Geschäftsführer Bernd Mergard.
Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?
Mit gerade einmal neun Mitarbeitern haben wir ganz flache Hierarchien, jeder duzt jeden. Ich als Geschäftsführer bin zwar derjenige, der am Ende entscheidet, wenn es ums Finanzielle geht. Aber wir sitzen regelmäßig alle zusammen und diskutieren, ob eine Sache passt oder nicht. Wir wissen alle, dass wir uns immer weiterentwickeln müssen. Stillstand würde für uns Rückschritt bedeuten. Unsere Projekte müssen also weiterwachsen. In unserem gemischten Team geben sich erfahrene Mitarbeiter und junge Kollegen gegenseitig immer neue Impulse.
Wie motivieren Sie Ihr Team?
Bei uns spielt der Spaßfaktor eine große Rolle für die Motivation. Unsere Projekte sind sehr interessant, weil wir nicht immer das Gleiche machen. Daher sind unsere Mitarbeiter mit viel Engagement dabei und setzen sich gemeinsam für eine Sache ein. Wir sind alle zusammen ein Team. Wenn wir erfolgreich sein wollen, können wir das nur gemeinsam erreichen. Erfolgsprämien bieten darüber hinaus zusätzliche Anreize und eine Bindung ans Unternehmen.
„Wenn man keine Fehler zugesteht, dann kommen auch keine Ideen mehr.“
Bernd Mergard, Geschäftsführer
Wie gehen Sie mit Fehlern um?
Wer Neues entwickelt, dem passieren automatisch Fehler. Bei uns war das zum Beispiel im 3-D-Druck der Fall. Wir haben am Anfang Wände gedruckt, die wir direkt wieder abbrechen mussten. Wir hatten noch zu wenig Erfahrung und mussten uns erst einmal austauschen und ausprobieren. Mittlerweile holen wir auch Expertise von außen hinzu, zum Beispiel von Hochschulen.
Kommen wir zu einem aktuellen Projekt: voll automatisierte Containerhalle für ein Logistikunternehmen in Bad Homburg. Welche Herausforderungen waren hier zu bewältigen?
Das Logistikunternehmen benötigt eine Halle zur Lagerung und schnellen Umschlagabwicklung von 20-Fuß-Containern. Ziel ist es, kurze Umschlagszeiten zu gewährleisten und gleichzeitig eine möglichst hohe Anzahl an Containern auf minimaler Grundfläche unterzubringen. Wir haben eine innovative Lagerhalle entwickelt, die speziell für die effiziente Handhabung von 20-Fuß-Containern konzipiert ist. Das System ermöglicht eine internetbasierte Ansteuerung sämtlicher Containerbewegungen. Über eine digitale Plattform können Ein- und Auslagerungen in Echtzeit gesteuert, überwacht und koordiniert werden.