Unternehmensporträt
Kesseböhmer Holding KG
Unternehmensporträt
Ein Familienunternehmen auf Innovationskurs
Wer gute Ideen hat, der wird oft kopiert. Das ist bei der Kesseböhmer Holding KG nicht anders. Deshalb sichert die Unternehmensgruppe, die an zehn Standorten unter anderem in den Bereichen Kücheneinrichtungen, Büromöbel, Automotive und Ladenbau tätig ist, ihre Neuentwicklungen durch Patente ab — und verfügt derzeit über circa 300 davon. Der Hintergrund: Das inhabergeführte Unternehmen setzt konsequent auf Innovation, hat kurze Wege und schlanke Entscheidungsstrukturen.
Das Familienunternehmen wird heute in dritter Generation von Oliver Kesseböhmer geführt und ist unter seiner Regie deutlich gewachsen — denn Oliver Kesseböhmer setzt konsequent auf Innovation und Internationalisierung. Das Innovationsbudget beträgt in der Regel mehr als
Oliver Kesseböhmer, Geschäftsführer
Umfassendes Know-how und hohe Fertigungstiefe
Das Unternehmen setzt darauf, alle Prozesse selbst in der Hand zu halten. So kann es nicht nur flexibel reagieren, sondern verhindert auch, dass Produktions-Know-how in falsche Hände gerät. Dass die Unternehmensgruppe technologisch breit aufgestellt ist und viele Prozesse selbst beherrscht, ist die Basis ihres Erfolgs. „Wir haben eine sehr hohe Fertigungstiefe und probieren viel aus, dadurch haben wir sehr viele Prozesse, die wir laufend verbessern können“, erklärt Gunnar Seen. Das betrifft die Prozessautomatisierung und Robotertechnik, aber auch die verschiedenen Verbindungstechnologien wie z. Bsp. Stumpf- und Laserschweißen. Besonders ausgeprägt ist die Technologiekompetenz im Bereich der Oberflächenbeschichtung: Ob Galvanik, Pulverbeschichtung, oder kathodische Tauchlackierung (KTL) — für jede Technologievariante verfügt die Unternehmensgruppe über exzellentes Prozess-Know-how.
Enger Austausch und kurze Wege
Die meisten Patente und Produktinnovationen stammen aus dem Küchenbereich: Dort ist es gelungen, den Eckschrank regelrecht zu revolutionieren, indem bisher toter Stauraum besser genutzt wird. Hier koordinieren Technik-Geschäftsführer Gunnar Seen und Geschäftsführer Burkhard Schreiber die Innovationsprojekte — in engem Austausch mit Oliver Kesseböhmer, dessen Büro sich im selben Gebäude befindet. „Die kurzen Wege sind ein echter Vorteil, dadurch sind wir in der Lage, neue Technologien schneller auszuprobieren“, sagt Gunnar Seen.
Interview mit Gunnar Seen
Wer innovativ sein will, muss die Anforderungen seiner Kunden kennen und lösen. Wie dies gelingt, weiß Gunnar Seen.
Ihr Unternehmen hält über 300 Patente. Wie ist Ihnen das gelungen?
Wir sind sehr kundenorientiert, wir lösen gerne die Probleme unserer Kunden. Wenn der Kunde zu uns kommt und eine Anforderung beschreibt, dann setzen wir alles daran, diese Anforderung zu lösen, woraus die Innovationen entstehen. Also die Lösungsfindung führt zu den Innovationen. Deshalb binden wir unsere Mitarbeiter sehr stark in den Innovationsprozess ein. Die Innovationsvergütungen, die wir ihnen für Produktentwicklungen und Produktpatente anbieten, sind durchaus lukrativ. Wenn ein Mitarbeiter eine Lösung entwickelt, die patentiert wird, wird er auch über dieses System finanziell daran beteiligt.
Die meisten Patente haben Sie im Bereich Küchenbau. Welche davon waren bahnbrechend?
Ein Klassiker ist sicherlich unser Kücheneckschrank „LeMans“, in dem gleich mehrere patentgeschützte Technologien stecken. Durch ein ausgeklügeltes Auszugssystem mit patentiertem Vierpunktgelenk wird der Schrankinhalt automatisch herausgeführt. Das können zwar andere auch, aber unsere Lösung hat eine speziell geformte Geometrie, die den nutzbaren Stauraum in der toten Ecke um bis zu
„Wir suchen ständig neue Lösungen und wollen uns jeden Tag verbessern.“
Gunnar Seen, technischer Geschäftsführer der Kesseböhmer Beschlagsysteme GmbH & Co. KG.
Neben den Produktinnovationen gibt es in Ihrem Haus auch zahlreiche Prozessinnovationen. Wie kommen diese zustande?
Zum einen durch einen gut organisierten KVP-Prozess, an dem sich alle Mitarbeiter beteiligen können. Zum anderen durch viel Freiraum. Wir experimentieren zum Teil mit neuen Technologien, auch wenn es dafür noch keinen Business Case dafür gibt. Hinzu kommt: In unserem Sondermaschinenbau beschäftigen wir insgesamt circa 15 Mitarbeiter, die täglich an den Maschinen und Produktionsprozessen arbeiten, mit denen wir unsere Produkte herstellen.