Innovationsaward TOP 100-Sieger 2026

Unternehmensporträt

Greenflash GmbH

Unternehmensporträt

Radikale Energie

Ein hehres Ziel: Die Essener Greenflash GmbH will den deutschen Strommarkt revolutionieren und die Industrie CO2-neutral machen. Dafür plant, baut und betreibt das 2020 gegründete Unternehmen intelligente Energiesysteme für Industrie- und Gewerbekunden. Schlüsselfertig und aus einer Hand, sorgen diese Systeme für Energieautonomie, Nachhaltigkeit und eine Kostenreduktion bis zu 70 %. Das klingt nach David gegen Goliath? Ja, und David ist mit seinen Innovationen äußerst erfolgreich.

„Die Energiewende verlangt, radikal neu zu denken“, erklärt der Gründer und Geschäftsführer Johann Böker. Jüngstes Resultat des radikalen Denkens ist „Greencore AI“. Diese künstliche Intelligenz ist das Herz — oder besser: das Hirn — des ganzheitlichen Energiekonzepts, mit dem der Technologieführer seit 2025 sämtliche Erzeuger und Verbraucher seiner Kunden „behind the meter“, also hinter dem Zähler, intelligent aufeinander abstimmen kann. Viele Betriebe haben längst Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach, erzeugen dezentral grünen Strom, manche haben sogar eigene Batteriespeicher und elektrische Fuhr- und Ladeparks. Mit Greencore AI fangen die Systeme nun an, miteinander zu kommunizieren und Strom zu sparen. Die KI-basierte Software analysiert fortlaufend Energiebedarf und -erzeugung, die Marktpreise, sie liefert Prognosen und verbindet das angeschlossene Unternehmen direkt mit dem Energiemarkt. „Auch wer selbst Energie erzeugt, muss Strom an der Börse zukaufen“, sagt Böker. „Bislang standen Versorger dazwischen, die fixe Preise diktiert haben. Wir sorgen dafür, dass unsere Kunden von den Schwankungen des Strompreises profitieren.“

Johann Böker, Geschäftsführer

Radikal transparent

Das schnell wachsende Unternehmen ist auch wegen seines hervorragenden Innovationsklimas so erfolgreich. Anregungen hat sich Böker im Silicon Valley geholt: Alle können Verbesserungsvorschläge einbringen; eine KI, die jedes Zielsystem kennt, sortiert vor; anschließend bewertet die Growth&Innovation-Abteilung. „Da arbeiten sehr talentierte junge Leute, die vor fünf Jahren noch zu McKinsey gegangen wären, heute aber was fürs Klima tun wollen“, erzählt Böker. Radikale Ideen sind, natürlich, ausdrücklich erwünscht. Aktuell enthält die Innovationsplattform, die offen und transparent für alle ist, etwa 200 Projekte.

Über Fehler lachen

Auch die Fehlerkultur stärkt das Innovationsklima des Energiewende-Treibers. Viele Mitarbeiter verantworten große Etats, deshalb geht man mit Fehlern ebenfalls radikal um. Böker berichtet: „In unseren All-Hands-Meetings werden Fehler offen vorgestellt. Ein Beispiel: Ich habe das falsche Kabel bestellt — das hat 100.000 Euro gekostet. Wir lachen darüber, aber ich garantiere, dass niemand diesen Fehler ein zweites Mal machen wird!“

INNOVATOR DES JAHRES

Greenflash GmbH

2026

Erneuerbare Energien

Größenklasse B

3 Auszeichnungen

Kontakt

Limbecker Platz 1
45127 Essen

0201 6950680
info@greenflash.de
https://greenflash.de

Interview mit Johann Böker

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Interview mit Johann Böker

Welche Umwälzungen und Chancen die Energiewende für Industrieunternehmen mit sich bringt, erläutert Johann Böker. 

Für welche weiteren Produktverbesserungen nutzen Sie die 2025 etablierte "Greencore AI"?

Wir arbeiten daran, Hardware, Software, Logik und Energiemärkte miteinander zu verknüpfen. Unsere KI analysiert den Stromverbrauch eines Kunden und erstellt daraus ein Stromprofil, sie prognostiziert den künftigen Verbrauch und den Strombezug. Diese Daten ermöglichen es, Energie optimal zu erzeugen, zu nutzen oder einzuspeisen — und zusätzlichen Strom präzise zum jeweils günstigsten Zeitpunkt einzukaufen. Und zwar möglichst nachhaltig, aus erneuerbaren Energien.

Gab es auch Geschäftsmodellinnovationen?

Seit dem 1.1.2026 sind wir mit Greenflash Energy auch Energieversorger. Das heißt, wir sind wie E.ON an der European Energy Exchange gelistet und dürfen Energie handeln. Das ist die Basis dafür, dass wir die „Greencore AI“ mit dem Energiemarkt verheiraten. Es gibt nun zwischen unseren Kunden und dem Markt keine weiteren Player, die mitverdienen. Wir bringen sie direkt an den Energiemarkt. Außerdem haben wir unsere Wertschöpfungskette konsequent hinterfragt: Wie lassen sich für unsere Kunden Qualität, Kosten und Umsetzungszeit optimieren, damit Amortisationszeit und Wirtschaftlichkeit verbessert wird? Dank unseres Know-hows und unserer Kontakte können wir beispielsweise inzwischen auch Zertifizierungsprozesse verkürzen, von allgemein üblichen zehn Monaten auf sechs Wochen.

„Wir denken das Thema Energie neu – und radikal aus Kundenperspektive.“

Johann Böker, Gründer und Geschäftsführer

Wie spiegeln sich Ihre Innovationen in Ihren Geschäftszahlen wider?

In den vergangenen Jahren haben wir unsere Umsätze von Jahr zu Jahr etwa verdoppelt. Dieser Trend zeichnet sich auch für die Zukunft ab. Im Gespräch mit den großen Energieversorgern wird uns immer wieder bestätigt, wie einzigartig und zukunftsweisend unsere Lösung ist. Die neue Energiewelt ist so viel komplexer als die alte. Da wurde Strom in großen Kraftwerken erzeugt und über die großen Versorger zum Kunden gebracht. Jetzt gehen Energieerzeugung und -handel in beide Richtungen — und zwar ständig! Darum denken wir das Thema Energie radikal neu — und steigen dabei von konventionellen Kraftstoffen auf grüne Energie um. Wobei wir erst am Anfang stehen — es wird sich noch ganz viel tun!

Radikal viel?

Ganz genau. Bereits heute sind für viele Industrieunternehmen Stromkostenersparnisse von 70 % möglich. Das kommt daher, weil wir eine ganzheitliche Sicht auf das Thema Energie und eine intelligente Vernetzung haben. Industrieunternehmen machen sich mit Greenflash und den KI-basierten Energiesystemen unabhängig von der Preisvolatilität am Strommarkt. Aus Sicht der Energieversorgung ist das alles radikal neu.

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