Unternehmensporträt
EUROPART Holding GmbH
Unternehmensporträt
Die Wirtschaft am Laufen halten
Wenn LKWs eine Panne haben, kann es schnell teuer werden: verdorbene Ware, nicht eingehaltene Termine, unterbrochene Lieferketten. Die Hagener EUROPART Holding GmbH hält über 400.000 Ersatzteile für Trucks, Trailer, Busse und Transporter bereit, außerdem Werkstattbedarf für Nutzfahrzeuge — und ein Netz von mehr als 300 Verkaufsstellen in 28 europäischen Ländern garantiert schnellste Verfügbarkeit. Der große Erfolg gründet auf einem kreativen Innovationsklima und einem unkonventionellen Top-Management.
Ende 2024 reflektierte EUROPART ihre Unternehmensvision 2026 sowie die bereits erreichten Ziele. „Es waren überraschend viele“, berichtet CEO Olaf Giesen. „Daraufhin war klar: Wir brauchen neue, ambitionierte Ziele. Wir müssen den nächsten Schritt gehen und unsere Vision 2030 entwickeln.“ Was folgte, war kein Diktat aus der Chefetage, sondern eine echte Teamleistung: Über eine digitale Umfrage konnten alle Mitarbeitenden ihre Ideen und Anregungen einbringen. Parallel dazu arbeitete ein interdisziplinäres Team aus verschiedenen Abteilungen und Nationen an konkreten Konzepten für die neue Vision.
Olaf Giesen, Group CEO
In diesem Innovationsklima gedeihen Ideen
Ein wichtiger Bestandteil der Vision war es, die Unternehmenswerte zu definieren und zu priorisieren, denn diese dienen als Leitplanken für jeden Mitarbeitenden: familiär, leidenschaftlich, kundenorientiert, mutig. „Mutig war, dass wir früh in Solarpanels fürs LKW-Dach investiert haben, damit die Fahrer beim Parken nicht ihre Diesel laufen lassen“, sagt Giesen. „Wir müssen Dinge anders machen und das mit Leidenschaft, denn unsere Branche ist ein People-Business.“ Dass alle im Unternehmen die Vision 2030 mitgestalten konnten, sagt viel über das Innovationsklima aus. Die Ideen sprudeln: eine KI-gestützte App hilft Teams, sich in allen 28 Landessprachen zu verständigen und wird flächendeckend genutzt. Sie enthält zudem ein Tool für besseres Ideenmanagement — auch das wird inzwischen breit genutzt.
Innovation ist keine Chefsache
Die Mitarbeiter gelten als Innovationstreiber. Denn sie sind jeden Tag in diverse Prozesse und Systeme eingebunden und kennen sie besser als jeder andere. „Auf circa
Interview mit Olaf Giesen
Warum Empathie und Kritikfähigkeit wichtig sind fürs Innovationsklima, erläutert Geschäftsführer Olaf Giesen.
Bei EUROPART kann jeder Mitarbeiter zum „Vollblut-Ideengeber“ werden und die Zukunft des Unternehmens mitgestalten?
Stimmt! Seit zwei Jahren leben wir das Motto „Innovation ist keine Chefsache“. Größter Game-Changer dabei war unsere Mitarbeiter-App: Erstens hat sie alle Sprachbarrieren beseitigt. Denn wenn heute jemand auf Bulgarisch etwas fragt und jemand antwortet auf Finnisch, verstehen sich die beiden trotzdem. Und zweitens haben wir eine enorme Schwarmintelligenz entwickelt:
Jeder kann in die App schreiben, was er denkt?
Ja, das ist ausdrücklich gewünscht. Ich gebe zu: Einige Kollegen haben mich gefragt, ob ich damit nicht ein gewisses Risiko eingehe, denn Offenheit bedeutet auch, angreifbar zu sein. Und ja, es kommt selten aber durchaus vor, dass Kritik geäußert wird. Ein Beispiel: Ein Mitarbeiter äußerte Unmut darüber, dass Leiharbeiter das gleiche Gehalt erhalten wie festangestellte Mitarbeiter. Solche Rückmeldungen nehme ich ernst. In diesem Fall habe ich den Dialog gesucht und transparent und offen in der App erklärt, welche zusätzlichen Vorteile unsere direkte Belegschaft genießt — etwa ein tägliches Mittagessen, ein Dienstfahrrad oder die Fitnessstudio-Mitgliedschaft. Nur wenn man offen über die Themen spricht, die den Menschen wichtig sind, kann Verständnis entstehen. Ich wünsche mir von meinem Team Leidenschaft für unsere gemeinsame Sache und ein starken Kundenfokus. Und klar ist: Diese Werte muss ich als Führungskraft selbst vorleben. Genau das haben wir auch in unserer Vision 2030 verankert.
„Nur wer für seine Aufgabe brennt, kann Großes bewegen.“
Olaf Giesen, Geschäftsführer
Worin sehen Sie Ihre eigene Innovationskraft?
Zuhören — und dann Dinge in Bewegung bringen. Es gibt Führungskräfte, die können das nicht. Ich selbst habe auch eine Lernkurve hinter mir, aber viele meiner Mitarbeiter sind in Details einfach besser als ich. Ich bin dafür zuständig, die Dinge in Bewegung bringen. Sollten Mitarbeiter eher ausführen als mitdenken? Die Zeiten sind vorbei. Unsere Mitarbeiter tragen so viel Potenzial in sich — es ist meine Aufgabe, genau das herauszukitzeln und die vielen guten Ideen zum Leben zu erwecken.