Innovationsaward TOP 100-Sieger 2025

Unternehmensporträt

ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG

Unternehmensporträt

Alles andere als ein Luftikus

Luft effizient und intelligent bewegen — seit mehr als 60 Jahren baut die ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG Geräte für die Luft- und Heiztechnik: Lüfter und Gebläse, Ventilatoren und Wärmepumpen, mit verschiedenen Antriebstechnologien und intelligent gesteuert für Smarthome und Industrie 4.0. Nachhaltig, für eine hohe Energieeffizienz, und maßgeschneidert, auch für komplexeste Anforderungen. Durch seine Innovativität ist das Familienunternehmen inzwischen weltweit führend.

Im Dezember 2024 nahmen die Luft-Spezialisten ihr Highspeed-Technikum in Betrieb. Dort fließen Prozesse und Produktentwicklung zusammen: Neue Prototypen werden entwickelt und in Kleinserien produziert, bevor sie in Serie gehen. Die jüngste Innovation: Highspeed-Kompressoren für Klimaanlagen und Wärmepumpen. „Die Kältemittel, mit denen Kompressoren üblicherweise arbeiten, sind umweltschädlich“, erklärt CTO Dr. Tomas Smetana. „Natürliche Kältemittel wie CO₂, Propan und Ammoniak wiederum vertragen kein Öl. Uns ist es nun gelungen, Kompressoren zu bauen, die kein Öl benötigen.“

Prof. Dr.-Ing. Tomas Smetana, Chief Technology Officer (CTO) der ebm‑papst Gruppe

Technologieführer auf einem Wachstumsmarkt

Ein echter Gamechanger: Die Highspeed-Kompressoren sind deutlich nachhaltiger, wegen ihrer hohen Geschwindigkeit nur noch so groß wie eine Coladose und sehr leise. Der nächste Schritt ist die Serienproduktion, sagt Dr. Smetana: „Wir arbeiten an ersten Pilotprojekten mit Kunden und brauchen noch gut zwei Jahre bis zur Marktreife.“ Seine Innovations- und Serienentwicklungsprojekte steuert der Mittelständler agil über eine Matrixorganisation: Projektmanager verantworten die Entwicklung technischer Produkte, die Fachbereiche liefern Ressourcenkompetenz. Parallel wurde ein neuer Innovationsprozess implementiert. „Wir haben definiert, wie viel Innovation wir brauchen und welche Kundenbedürfnisse wir bedienen wollen“, erläutert er weiter. „Dazu haben wir acht Cluster entwickelt, auf die wir uns konzentrieren.“

Innovation mittels KI

Für ihre Prozesse nutzen die Experten auch künstliche Intelligenz. So können sie etwa auf der Basis von Simulationen und Messergebnissen aerodynamische und akustische Eigenschaften neu entwickelter Lüfterräder berechnen. Ihren Kunden bieten sie unter anderem einen virtuellen Ventilator an. „Den können sie in die Simulation ihrer Anlage integrieren. Die Entwicklungsgeschwindigkeit steigt, die Anlage interagiert besser mit unseren Produkten und das Vorgehen spart Ressourcen“, fasst Dr. Smetana zusammen. „Das ist wirklich ein Paradigmenwechsel.“

ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG

2025

Anlagen-/Maschinenbau

Kälte/Klima/Sanitär/Heizung

Größenklasse C

3 Auszeichnungen

Kontakt

Bachmühle 2
74673 Mulfingen

07938 81-0
info1@de.ebmpapst.com
https://www.ebmpapst.com

Interview mit Dr. Tomas Smetana

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Interview mit Dr. Tomas Smetana

Welche neue Innovationsstrategie das Unternehmen verfolgt, erläutert der Technikvorstand Dr. Tomas Smetana.

Ihre Innovationstrategie ist sehr dezidiert ausgerichtet. Warum?

Tausende Ideen generieren und dann schauen, was daraus wird? Wir betreiben Innovation lieber strategisch als mit der Schrotflinte. Jeweils im Innovationsentwicklungsprozess, im Vorentwicklungsprozess und im Serienentwicklungsprozess entscheiden wir: Daumen hoch — oder Daumen runter? Dieses Projekt lohnt sich, jenes taugt doch nicht. So entwickeln wir effizient und zielführend. Unsere Innovationsstrategie ändern wir nicht, aber den Weg zum Ziel passen wir ständig neuen Erkenntnissen an. Für die nötige Flexibilität sorgt, dass wir solche Diskussionen in unserem Team sehr engmaschig führen.

Haben Sie neben Produkt- auch Geschäftsmodellinnovationen verwirklicht?

In einem Pilotprojekt haben wir Geräte eines Kunden zurückgekauft, geprüft, aufgearbeitet und wieder in den Verkehr gebracht. Zirkuläre Geschäftsmodelle ermöglichen eine bessere Nutzung der für die Herstellung eingesetzten Ressourcen, weil sich die Lebensdauer der Anlage verlängert. Außerdem haben wir unser Angebot an digitalen Geschäftsmodellen erweitert, beispielsweise mit intelligenten Algorithmen zur Systemoptimierung oder zur Erkennung von Filterverstopfungen. Diese Algorithmen können Kunden künftig nach Bedarf nutzen.

„Lieber eine gute Idee weniger als Innovation mit der Schrotflinte.“

Dr. Tomas Smetana, CTO

Wie werden Sie KI für weitere Innovationspläne nutzen?

Wir arbeiten bereits mit KI, etwa im Materialeinkauf. Denn KI kann Muster in der Auftragsvergabe unserer Kunden erkennen, was uns hilft, unsere künftige Auftragslage besser zu prognostizieren und gezielter einzukaufen. Auch in der Produktentwicklung nutzen wir KI, wenn wir neue Geometrien generieren und Kenngrößen oder Verhalten abschätzen wollen. Mich beschäftigt aber auch die Frage, wie wir Expertenwissen durch KI demokratisieren können. Wie können wir unseren Kunden unser Expertenwissen aus 60 Jahren zugänglich machen? Ich bin ein Fan von Open Innovation, Open Strategy, Open AI. Ohne diesen Ansatz ergibt KI wenig Sinn, finde ich. Für unsere Wettbewerber ist unser Wissen ja nicht bis ins Detail nachvollziehbar, wir verlieren also nichts. Aber für unsere Kunden ist es wertvoll — und wenn wir es ihnen zur Verfügung stellen, hilft es umgekehrt, sie enger an uns zu binden.

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