TMP Fenster + Türen® GmbH

Baugewerbe/Handwerk
Weitere Branchen: Hausbau
Erfolg ist vor allem eine Frage des Zusammenspiels.
Bernhard Helbing Geschäftsführer

Wie der TMP Fenster + Türen® dank ihres guten Netzwerks die Innovationsideen oft regelrecht zufliegen, berichtet Bernhard Helbing.


Herr Helbing, 1992 wurden Sie über Nacht vom Bauern zum Fensterbauer. Mittlerweile ist Ihr Unternehmen einer der innovativsten Fensterbauer Deutschlands. Wie ist dies gelungen?

Erfolg ist keine Frage der Größe, Erfolg ist vor allem eine Frage des Zusammenspiels. Es ist wichtig, dass man auf gleicher Augenhöhe miteinander umgeht. Das gilt intern im Betrieb, aber auch beim Umgang mit Kunden und Lieferanten. Wir haben beschlossen, wir wollen nicht einfach die Fenster unserer Lieferanten einbauen, wir wollen sie verbessern. Um herauszufinden, welche Verbesserungen gefragt sind, haben wir einen Kundenbeirat eingerichtet. Dem stellen wir unsere Ideen vor. Und wir finden in ihm Kunden, die interessiert sind, experimentelle Neuerungen einfach einmal auszuprobieren – zum Beispiel Fenster, die mit einem Chip ausgerüstet sind.

Fenster mit einem Chip – worum geht es da?

Wir arbeiten derzeit an einem Forschungsverbundprojekt zum Thema „digitales Fenster“. Das Ziel ist, jedes Kunststofffenster digital zu erfassen und über den gesamten Lebenszyklus zu begleiten. Deshalb wird im Fensterrahmen ein Chip eingebaut, der Informationen empfangen, speichern und wiedergeben kann. Dazu wird es dann Apps geben, die die Monteure oder die Kunden nutzen können, um Störungen zu erkennen und zu vermeiden. Durch die im Chip gespeicherten Informationen weiß man genau, welches Material bei der Herstellung verwendet wurde, sodass das Recycling deutlich erleichtert wird. Unser künftiges Ziel ist eine Recyclingquote von annähernd 100 %.

Digitale Fensterrahmen und Tracker an den Transportgestellen, neuartiges Vakuum- und Halioglas, Exoskelette in der Produktion – woher haben Sie all Ihre Innovationsideen?

Wenn man sich in Gremien einbringt, kommt man auf viele kreative Gedanken. Ich hatte das Glück, 20 Jahre lang im Verwaltungsrat der Sparkasse zu sein, das war eine Schulung par excellence. Zudem war ich zehn Jahre lang Präsident des Verbands Fenster und Fassade und habe sechs Jahre lang das Institut für Fenstertechnik in Rosenheim geleitet. Und im DIHK-Mittelstandsausschuss habe ich mit Politikern jeder Couleur gesprochen – all das waren Quellen der Inspiration, was das Thema Innovation betrifft.