STAHLWILLE Eduard Wille GmbH & Co. KG

Metallherstellung/-verarbeitung
Unsere Innovationen bieten den Anwendern einen großen Nutzen.
Daniel Otto

Um innovativ zu sein, braucht man den richtigen Dreh – wie das bei STAHLWILLE geht, weiß Daniel Otto.


Wie sind die Innovationsprozesse bei STAHLWILLE denn organisatorisch verortet?

Wir haben uns 2014 neu strukturiert und die Produktentwicklung, das Produktmanagement und das Marketing in einem Bereich zusammengefasst. Damit haben wir die klassische Aufteilung von einerseits Technik und andererseits Marketing und Vertrieb überwunden und eine Organisationseinheit geschaffen, in der alle Innovationsprozesse gebündelt sind.

Ihr Unternehmen hat 2016 eine Reihe von Neuheiten präsentiert. Welche war aus Ihrer Sicht die wichtigste?

Besonders innovativ ist unser VDE-zertifizierter Drehmomentschlüssel für Arbeiten unter Spannungen bis 1.000 Volt. Für alle anderen VDE-Drehmomentschlüssel gilt: Wenn sie sich nicht mehr in der Toleranz bewegen oder wenn die Knarre defekt ist, bleibt oft nur die Entsorgung, da eine Reparatur oder eine Nachjustierung aufgrund einer neuerlichen Isolierung und Prüfung nicht wirtschaftlich ist. Unser VDE-Drehmomentschlüssel erlaubt es dem Anwender jedoch, in Eigenregie die Knarre zu wechseln oder den Schlüssel neu zu justieren. Hierfür wurde eigens eine isolierende Kunststoffhülle entwickelt, bei der eine neue Knarre aufgesteckt werden kann. Um an die Justierpunkte zu gelangen, muss man lediglich zwei Abdeckungen entfernen und die Öffnungen nach erfolgter Justierung wieder verschließen – ohne dass eine erneute Prüfung erforderlich ist. Hier hat uns geholfen, dass wir ohnehin nur sehr kleine Zugänge zu den Justierpunkten benötigen. Dennoch war es aufgrund der auswechselbaren Knarre extrem aufwendig und herausfordernd, die hohen Anforderungen an die Isolierung zu erfüllen.

Wo liegt das Marktpotenzial dieser Innovation?

Die Energiegewinnung wird dezentraler. Auf den Dächern sieht man immer mehr Solarzellen, auf dem Land immer mehr Windräder. Zudem nimmt die Elektromobilität Fahrt auf – hier entsteht eine eigenständige Ladeinfrastruktur. Wir denken daher, dass der Markt für spannungsgeschützte Werkzeuge sehr schnell wachsen wird. Die ersten Großkunden sehen das genauso und sind sehr interessiert an unserem VDE-Drehmomentschlüssel – weil er ihnen mehr bietet als alle anderen spannungsgeschützten Produkte dieser Art.

Welche weiteren Innovationen sind von Ihnen in Zukunft zu erwarten?

Aktuell beschäftigt uns das Thema „Industrie 4.0“. Wir entwickeln gerade einen Drehmomentschlüssel, der eine offene Schnittstelle nach außen hat und sich nahtlos in die ERPSysteme unserer Kunden integrieren lässt. Über Funk könnte er in einer vernetzten Produktion mit anderen Maschinen kommunizieren – um sich beispielsweise automatisch einzustellen oder Daten zu erfolgten Schraubfällen zu übermitteln.