Peter Huber Kältemaschinenbau AG

Anlagen-/Maschinenbau
Eine solide Produktpolitik allein reicht nicht mehr aus.
Daniel Huber

Querdenken und Ausprobieren prägen das Innovationsklima bei Peter Huber Kältemaschinenbau. Wie das genau aussieht, erklärt Daniel Huber.


Wodurch zeichnet sich ein gutes Innovationsklima aus?

In erster Linie dadurch, dass man den Mitarbeitern ausreichend Gelegenheit zum Querdenken und Ausprobieren gibt. Das ist aus meiner Sicht der zentrale Punkt überhaupt. Denn dieser Freiraum führt bei uns regelmäßig zu völlig neuen Ansätzen zur Verbesserung von Produkten und Fertigungsverfahren. Und oft ist es sogar so, dass ungeplante, also aus der Situation entstehende Innovationsideen ausprobiert und als neuer Standard eingeführt werden. Die Globalisierung hat auf vielen Märkten doch dazu geführt, dass Produkte und Lösungen sich immer mehr ähneln. Das heißt, jedes Unternehmen betreibt Marktanalysen und setzt die bekannten Kundenanforderungen in den Produkten um. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir eingestehen, dass vor diesem Hintergrund eine solide Produktpolitik allein nicht mehr ausreicht. Was wir brauchen, sind neue, unkonventionelle Ansätze, die uns als Anbieter von der Masse abheben. Und die kommen halt oft von Querdenkern, die auch mit sogenannten verrückten Ideen nicht hinterm Berg halten.

Zu welchen konkreten Ergebnissen kann Querdenkertum führen?

Zum Beispiel zu einem völlig neuen, hochdynamischen Temperiersystem, das den Weltmarkt erobert. Ich spreche hier von unserer „Unistat“- Technologie, mit der wir die bisherige Temperiertechnik in der Tat auf den Kopf gestellt haben. Denn die herkömmliche Temperiertechnik, die zuvor viele Jahrzehnte als Standard galt, wurde weltweit auf vielen Gebieten durch „Unistat“ abgelöst. Möglich war dieser Erfolg nur, weil Bestehendes grundsätzlich und ohne Tabus hinterfragt wurde.

Wie animieren Sie Mitarbeiter, die gute Ideen haben, sich aber nicht so recht trauen, sie einzubringen?

Ich kann natürlich nicht jedem Einzelnen jeden Tag sagen, dass er keine Angst haben muss. Aber ich kann für ein geradezu familiäres Innovationsklima mit flachen Hierarchien und einer lockeren Atmosphäre sorgen, in der es keine Hemmschwellen gibt. In dem sich also wirklich jeder traut, sich mit Ideen, Feedback und Kritik einzubringen. Denn, wie gesagt, selbst Vorschläge, die vielleicht auf den ersten Blick wie das Ergebnis einer kleinen Spinnerei am Tresen aussehen, werden ernst genommen und geprüft.

Apropos Angst, wie gehen Sie mit Fehlern um?

Ganz einfach, sie dürfen gemacht werden! Deshalb haben wir explizit eine Kultur etabliert, die Fehler toleriert. Nur so können wir unseren kreativen Mitarbeitern die Angst vor Rückschlägen und Sanktionen nehmen. In einem Innovationsklima, das diese Bezeichnung verdient, ist ja Platz für vieles, aber für Angst nun wirklich nicht.