itemis AG

IT-Entwicklung/-Beratung
Wir denken nicht nur an jetzt, wir wollen tatsächlich Zukunft gestalten.
Jens Wagener, Vorstand

Wer innovativ sein will, kann viel von Kindern lernen. Wie die itemis AG dies erkannt hat, erklärt Jens Wagener.


Mit welchen Erwartungen schauen Sie in die Zukunft?

Ich bin sehr optimistisch. Abgesehen vom Fachkräftemangel herrschen in Deutschland gute Rahmenbedingungen. Europa ist auf Deutschland fokussiert, und viele Unternehmen aus anderen Ländern wollen mit uns kooperieren, um auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen.

Ihre Branche steht jedoch aktuell vor einem epochalen Umbruch, oder?

Ja, wieder einmal. Was in 10 oder 20 Jahren auf uns zukommt, übersteigt unsere derzeitigen Vorstellungen bei Weitem. Vor 20 Jahren stand IT als Klotz auf dem Schreibtisch und hatte einen flackernden Bluescreen. Im Moment schreiben wir noch Code und haben alles im Griff. In Zukunft werden wir aber die Kontrolle abgeben und einer intelligenten Maschine überlassen. Dazu müssen wir komplett neu denken. Das ist eine große Chance für itemis, denn wir schreiben ja nicht einfach Anwendungssoftware, die wir als fertiges Produkt anbieten – wir verkaufen Ideen zur Softwareentwicklung. Programmierer, die sich mit künstlicher Intelligenz auskennen, werden ganz andere Menschen sein.

Andere Menschen?

Ja. Wir setzen in unserem Recruiting stark auf Grundschulkinder, für die wir Programmierkurse anbieten, weil sie die Programmierer von morgen sein werden. Der hiesige Fachkräftemangel ist hausgemacht, denn die Kinder bekommen schon in der Grundschule oftmals ganz falsche Vorstellungen von Informatik und vom Programmieren.

Achtjährige vor dem Computer?

Das hat nichts mit Computern zu tun, das lässt sich mit Zettel und Stift erledigen. Wir engagieren uns seit einiger Zeit in verschiedenen Schulen mit Programmierkursen, und die Kinder sind ganz begeistert. Aber anders als die Kinder verstehen die Lehrkräfte bisher nicht, was moderne IT bedeutet. Hier ist die Politik gefragt, sie sollte die pädagogische Ausbildung und den Schulalltag dringend entsprechend anpassen. Mit Kindern zu programmieren ist aber auch für unsere Mitarbeiter extrem bereichernd. Wenn sie von einem Kurs zurückkommen, strahlen sie. Kinder gehen ganz anders miteinander um, und wir können sehr viel von ihnen lernen – zum Beispiel, nicht alles so ernst zu nehmen und mal ein bisschen lockerer zu werden.