GIF Entwicklungsgesellschaft mbH

Autozulieferer/Fahrzeugbau
Wir verfügen weltweit über mehr als 500 Patente und Patentanmeldungen.
Dr. Ulrich Rohs, Geschäftsführer

Innovationen sind das Kerngeschäft der GIF Entwicklungsgesellschaft, die Schwerpunkte kennt Dr. Ulrich Rohs.


Herr Dr. Rohs, alle Welt setzt auf Elektromobilität, Sie arbeiten an neuen Verbrennungsmotoren. Passt das noch in die Zeit?

Der Elektroantrieb ist aus meiner Sicht keine Alternative. Allein bei der Herstellung einer modernen Batterie fällt durch die Kohleverbrennung mehr CO2 an, als ein Dieselfahrzeug während seiner gesamten Lebenszeit benötigt. In Sachen Klimaschutz hat das E-Auto den Wettkampf derzeit schon verloren, bevor es auf der Straße steht.

Wie umweltfreundlich ist denn Ihr Motor?

Durch die kontinuierliche Verbrennung braucht unser Motor keinen Katalysator und auch keine bestimmte Oktanzahl, er kann zu 100 % mit Biokraftstoff fahren. Ich gehe davon aus, dass in Zukunft CO2-neutraler Biokraftstoff aus dem Meer gewonnen werden kann, vor allem aus Algen. In den USA wird Algentreibstoff schon im industriellen Maßstab hergestellt.

Wie sind Sie bei der Entwicklung des Motors genau vorgegangen?

Nicolaus Otto hat den Viertaktmotor ohne staatliche Zuschüsse entwickelt, er hat sich einfach zwei Ingenieure geholt, Maybach und Daimler. Wir haben das ähnlich gemacht, wir haben mit anderen Entwicklungen und Tests so viel Geld verdient, dass wir es uns leisten konnten, die Entwicklung vorzufinanzieren. Von den 16 Millionen €, die das bisher gekostet hat, waren 14 Millionen Eigenmittel. Wesentliche Unterstützung haben wir vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erhalten.

Kann man sagen, der Axialkolbenmotor ist gewissermaßen Ihr Baby?

Die meisten Väter haben mehrere Kinder, bei mir ist das auch so. Während wir beim Axialmotor noch am Prototypen feilen, ist das Kegelringgetriebe, mein zweites Baby, bereits zur Serienreife entwickelt. Derzeit gründen wir ein Joint Venture mit einem chinesischen Hersteller. Der will das Getriebe jetzt in Serie bringen, die Vorbereitung läuft. Dieses Getriebe ist höchst attraktiv für den asiatischen Markt: Allein in Japan sind 65 % aller Autos mit stufenlosen Getrieben ausgerüstet, doch ein kostengünstiges Getriebe für Kleinwagen fehlt dort bislang noch.