Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung gGmbH

Wohlfahrtspflege
Wir zeigen, dass Behindertenwerkstätten innovativ sein können.
Roselyne Rogg

Die Duisburger Werkstatt ist auch deshalb so innovativ, weil es Roselyne Rogg gelingt, die Mitarbeiter zu begeistern.


Was bedeutet für Sie Innovation?

Innovation, das sind wir. Ganz Deutschland schaut auf uns, weil wir uns Sachen trauen, die sich sonst keiner traut. Auf die Idee, zum Beispiel ein eigenes Modelabel zu entwerfen, eine Modenschau durchzuführen oder Podiumsdiskussionen zu veranstalten, ist bisher keine andere Behindertenwerkstatt gekommen. Innovation heißt für mich, Dinge zu machen, die kein anderer macht.

Woher nehmen Sie die vielen Ideen?

Die meisten Ideen kommen aus unserem Unternehmen, aber wir holen uns auch Anregungen von außen. So haben wir beispielsweise zusammen mit Designstudenten eigene Produkte entworfen, die in unserer Ladengalerie verkauft werden. Die Studenten erfahren durch diese Kooperation etwas über Menschen mit Behinderungen, und für unsere Beschäftigten mit Behinderung ist es ein Zeichen der Wertschätzung, dass sie am Design von Produkten mitarbeiten.

Wer ist bei Ihnen für Innovationen zuständig?

Wir haben eine Mitarbeiterin, die sich in Vollzeit ausschließlich mit Innovationen beschäftigt. Sie überlegt sich gemeinsam mit mir und den Führungskräften, welche Ideen wie verwirklicht werden können. Zudem arbeiten wir sehr eng mit einer Werbeagentur zusammen, die genau unsere Sprache spricht. Mit dieser Agentur haben wir auch unsere Unternehmensvision 2025 entwickelt: Wir wollen möglichst vielen Menschen, die eine Benachteiligung haben, eine Arbeit bieten oder sie auf den ersten Arbeitsmarkt vermitteln. Die Agentur achtet darauf, dass wir in allem, was wir tun, stilsicher bleiben. Selbst ein Sommerfest ist bei uns etwas ganz Besonderes, das von A bis Z durchdacht ist.

Wie lautet Ihre Innovationsstrategie?

Alle Mitarbeiter können jederzeit ihre Ideen einbringen. Weil aber bei uns so viele Vorschläge eingingen, die nicht immer zu unseren aktuellen Schwerpunkten passten, geben wir jetzt für jedes Jahr ein bestimmtes Thema vor. So bleiben wir in der Spur, und jeder kann gezielt Ideen zum Thema des Jahres einreichen. Das Motto dieses Jahres lautet: „Wie können wir möglichst viele Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln?“

Wie würden Sie Ihr Innovationsklima beschreiben?

Mit meiner Begeisterung stecke ich alle an. Wir haben im Unternehmen eine sehr gute Stimmung, alle haben Lust auf die Realisierung von Ideen. Wenn mal vier Wochen nichts Neues passiert, fragen die Führungskräfte schon: „Und, was machen wir als Nächstes?“ Das war nicht immer so. Als ich als Geschäftsführerin anfing, sagte ein Mitarbeiter zu mir: „Frau Rogg, so funktioniert eine Behindertenwerkstatt nicht.“ Meine Antwort darauf war: „Ab jetzt schon.“