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DRYMAT-Systeme GmbH

Baugewerbe/Handwerk
Ehrlichkeit und Offenheit sind entscheidend, wenn man den Zuschlag bekommen will.
Frank Lindner, Geschäftsführer

Wie die innovative Trocknungstechnik der sächsischen DRYMAT-Systeme nach Russland kam, erläutert Frank Lindner.


Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Wände mithilfe elektrischer Strömungen zu trocknen?

Schon als Jugendlicher war ich physikbegeistert. Dann habe ich aus der Literatur erfahren, dass man Mauern mithilfe elektrischer Ströme entsalzen kann. Da ich wusste, dass Wasser Salz sehr gut löst, war mir schnell klar, dass ich mit dieser Methode Mauern auch trocknen kann. Dieses Prinzip kennt man aus der Biologie als Osmose. Hinzu kommt, dass die Höhe, auf der ich die Kathoden anbringe, die Abdichtungshöhe des Hauses bestimmt. Da ich Strom auch unter Häusern hindurchführen kann, kann ich natürlich die Wassersperre einfach unter das Haus legen. So kann ich es von unten komplett abdichten.

Was macht Ihr Verfahren denn für Baudenkmäler so attraktiv?

Bei Baudenkmälern gibt es zwei Schwierigkeiten, bei denen herkömmliche Trocknungsverfahren an ihre Grenzen stoßen. Die eine ist die, dass das Mauerwerk oft sehr dick ist – vier Meter sind keine Seltenheit, es können aber auch einmal neun sein. Wenn Sie da irgendwelche chemischen Flüssigkeiten zur Trocknung injizieren, wissen Sie nicht, ob die überhaupt in der Mauermitte ankommen. Strom hingegen kann ich messen. Wenn ich auf der einen Mauerseite Strom anlege, kann ich auf der anderen prüfen, ob er auch ankommt, also ob meine Wassersperre funktioniert. Die andere Schwierigkeit ist der Denkmalschutz – ich darf die Gebäude nicht großflächig aufbohren.

Wie kamen Sie nach St. Petersburg?

In der UNESCO-Konvention ist festgelegt, dass man zur Rettung von Kulturerbe alle möglichen Verfahren nutzen muss. Also haben wir uns an der Ausschreibung für die Eremitage beteiligt. Unsere Lösung ist effizient, ökonomisch und liefert ein messbares Ergebnis. Das hat die Russen überzeugt. Für mich persönlich schloss sich damit ein anderer Kreis: Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckte Professor Ferdinand Friedrich von Reuß die Grundlage unseres Verfahrens, die Elektro-Osmose – in St. Petersburg.