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SDG Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft mbH

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Weitere Branchen: Hotel/Gastronomie/Tourismus
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Geyersdorfer Straße 32 09456 Annaberg-Buchholz
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SDG Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft mbH - 1

Hans Dampf auf allen Strecken


Nostalgie, gepaart mit hoher Wirtschaftlichkeit: Das macht die SDG Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft mbH in Annaberg-Buchholz schon auf den ersten Blick aus. Sie betreibt in Sachsen drei Schmalspurbahnen, die jährlich 700.000 Gäste mit Dampflokomotiven und historischen Waggons durch das Erzgebirge und das Umland fahren. Doch wie können jahrzehntealte Züge und teilweise jahrhundertealte Waggons modern betrieben und innovativ instandgehalten werden?

Die Deutsche Bahn hatte es sich nicht mehr zugetraut: Anfang des neuen Jahrtausends legte sie einige Strecken in Sachsen und anderswo still. Zur Begründung wurden mangelhafte Rentabilität und Konzentration auf das Kerngeschäft genannt. Der örtliche Verkehrsbetreiber RVE fackelte nicht lange und übernahm Strecken, Lokomotiven und Waggons. Das war eine richtige Entscheidung. Denn die neue Tochterfirma SDG Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft transportiert seitdem mit den antiken Vehikeln alljährlich 700.000 Gäste auf den bis zu 26 Kilometer langen Strecken – und das mit einer ganz erklecklichen Rendite.

Antike Züge digital vermessen

Wie gelingt es aber der SDG, historische Züge rentabel zu betreiben? Ihr Geschäftsführer Roland Richter sagt: „Ein moderner Maschinenpark, eine hohe Fertigungstiefe, unsere 102 hoch motivierten Beschäftigten und zahlreiche Prozessinnovationen sind unser Erfolgsgeheimnis.“ Die Ingenieure dieses Unternehmens arbeiten mit digitalen Vermessungsgeräten, die blitzschnell die wichtigsten Daten liefern. Ersatzteile produzieren die Mitarbeiter zumeist selbst, die Fertigungstiefe beträgt bemerkenswerte 95 %. So werden etwa Gleitlager hergestellt und Dampfkessel komplett instandgesetzt. „Das geschieht alles im laufenden Betrieb und natürlich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben“, erläutert Richter.

Drehgestelle selbst fertigen

Der Erfolg der SDG erwächst auch aus einem guten Innovationsklima. „Jeder Mitarbeiter bekommt einen großen Spielraum für kreative Projekte, jeder darf seine Ideen weiterentwickeln“, betont Richter. Einige Ingenieure haben beispielsweise vorgeschlagen, die Drehgestelle, also die Laufwerke eines Schienenfahrzeugs, selbst zu fertigen. Gesagt, getan – mit dem Ergebnis, dass die selbst produzierten Teile nicht so schnell verschleißen wie die auf dem Markt eingekauften Drehgestelle. „Somit verbessern wir permanent die Fertigungstiefe in unserem Instandhaltungsprozess“, sagt Richter. Die Liebhaber nostalgischer Lokomotiven und die Touristen werden im Erzgebirge somit noch lange auf ihre Kosten kommen.

Bild von Roland Richter
Roland Richter
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