Reckhaus GmbH & Co. KG

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Industriestraße 53 33689 Bielefeld
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Reckhaus GmbH & Co. KG

Der Insektenretter


Ein Hersteller von Insektenbekämpfungsmitteln, der sich für den Erhalt von Insekten einsetzt? Selbst die Mitarbeiter der Reckhaus GmbH & Co. KG waren anfangs skeptisch, als ihr Geschäftsführer auf diese Idee kam. Mittlerweile stehen sie hinter ihm und begleiten den Wandlungsprozess vom Unternehmen, das Biozide für Privathaushalte produziert, zum umweltfreundlichen Dienstleister. Die ersten großen Schritte sind bereits getan.

Angefangen hat alles mit zwei Aktionskünstlern, die der Geschäftsführer Dr. Hans-Dietrich Reckhaus für eine gemeinsame Aktion zur Produktvermarktung anfragte. Doch die Künstler weigerten sich, mit einem Hersteller von Insektenbekämpfungsmitteln zu arbeiten. Stattdessen öffneten sie Reckhaus die Augen: Er erkannte, wie wertvoll Insekten für die Umwelt sind. „Das hat bei mir einen Schalter umgelegt. Seitdem engagiere ich mich für das Überleben von Insekten“, berichtet der Geschäftsführer.

Den Schaden kompensieren

Prompt gründete er eine eigene Marke. Hinter der steckt unter anderem das Gütesiegel „Insect Respect“ für Biozide mit ökologischer Kompensation. „Wir berechnen, wie viele und welche Insekten mit den Produkten bekämpft werden. Um diesen ökologischen Schaden zu kompensieren, errichten wir dann insektenfreundliche Lebensräume“, erklärt Reckhaus. Dieses Modell hat er sich patentieren lassen. Die Kompensation der eigenen Produkte erfolgt mittels Begrünung der Flachdächer auf dem Firmengelände. Nun wollen die ersten großen Handelsunternehmen wie dm-Drogeriemärkte und Aldi Süd ebenfalls das Gütesiegel erhalten und lassen sich von den Landschaftsgärtnern des Biozidherstellers ihre Flächen insektenfreundlich umgestalten. Konkurrenzunternehmen sollen folgen.

Weg vom Produkt, hin zur Dienstleistung

„Mein Ziel ist es, die Gesellschaft zu sensibilisieren und den Markt der Biozidhersteller zurückzudrängen“, sagt Reckhaus. Ideen haben er und seine Entwickler zur Genüge. Außerdem arbeiten sie mit Hochschulen, Umweltverbänden und Naturkundemuseen zusammen, von denen weitere Inspirationen kommen: Mit Klebestreifen auf einem Auto wurde etwa gemessen, wie viele Insekten während der Fahrt getötet werden. „Ich kann mir für die Zukunft ein Kompensationssiegel für Autofahrer vorstellen“, sagt der Unternehmer. Er schreibt Bücher zum Thema, dreht Filme und organisiert Tagungen, unter anderem den ersten Tag der Insekten. Den hat seine Firma ins Leben gerufen, für die er übrigens folgende Vision hat: Weg vom Produkt, hin zur Dienstleistung – und damit zu einer insektenfreundlicheren Welt.

Bild von Dr. Hans-Dietrich Reckhaus
Dr. Hans-Dietrich Reckhaus
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