cph Deutschland Chemie Produktions- und Handelsgesellschaft mbH

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Mit Chuzpe zur umweltfreundlichen Chemie


„Kippen Sie es doch einfach in den Gully!“ – so viel Nerven wie dieser Vertriebler der cph Deutschland GmbH muss man erst einmal haben: Er hat in den Siebzigern einem aufgebrachten Brauereibesitzer nahegelegt, den wegen eines Produktionsfehlers unbrauchbaren Klebstoff schlichtweg im Kanal zu entsorgen. Das Mittel sei nämlich vollständig biologisch abbaubar. Ziemlich dreist, aber der erfolgreiche Start einer Produktstrategie, die ganz auf Umweltverträglichkeit ausgerichtet ist.

Diese Anekdote erzählt man sich heute noch in dem Essener Chemieunternehmen, das sich auf die Herstellung von Industrieklebstoffen spezialisiert hat. Bei der damaligen Reklamationswelle hat man 70 % des Umsatzes eingebüßt – und eine Chance ergriffen: „Wir hatten etwas, das uns vom Wettbewerb abhebt: die Umweltfreundlichkeit unserer Produkte“, erklärt der Geschäftsführer Dr. Gerwin Schüttpelz. 1983 brachte seine Firma den ersten biologisch abbaubaren Etikettierklebstoff auf den Markt und leistete damit Pionierarbeit. Heute umfasst das Portfolio mehr als 300 Klebstoffe auf Wasserbasis, die frei von Schwermetallen und Formaldehyd sind, zudem 50 Schmelzklebstoffe und den ersten kompostierfähigen Heißkleber. Im Labor wird jede Information aufgesaugt, die für die umweltfreundliche Entwicklung relevant ist. Immer mit dem Ziel vor Augen, kein Produkt auf den Markt zu bringen, das in den messbaren Umweltwerten nicht das Beste ist.

Der Markt verändert sich

Die Nachfrage nach biologisch abbaubaren Chemieprodukten steigt, dessen ist sich der Geschäftsführer sicher. Das Bewusstsein bei den Stakeholdern sei da, und die Gesellschaft sei für das Thema sensibilisiert. Dies zeige sich etwa an dem sich verändernden Konsumverhalten. In den vergangenen fünf Jahren konnte die weltweit agierende cph group somit ihren Umsatz um 60 % steigern. Unterdessen geht ihre Strategie der Nachhaltigkeit über die eigentliche Produktentwicklung hinaus: Auch die Vertriebswege sollen so umweltfreundlich wie möglich sein. Denn cph liefert Waren in 103 Länder und ist Marktführer in Afrika. „Wir verschicken in unseren Produkten Unmengen an Wasser“, sagt Schüttpelz. „Jetzt arbeiten wir an Methoden, dieses Gewicht zu reduzieren und damit unsere CO2-Bilanz zu verbessern.“

Zeitenwende

Bei dem Familienbetrieb steht ein Generationenwechsel an: In drei Jahren wird der Sohn die Geschäfte übernehmen. Gerade das Thema Digitalisierung fällt bei der Jugend auf fruchtbaren Boden. Hier sieht Schüttpelz neue Chancen für die ganze Branche. Es bedarf nur der richtigen Ideen und einer gehörigen Portion Chuzpe.

Bild von Gerwin Schüttpelz
Gerwin Schüttpelz
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