Unternehmens­portrait
Interview Britta Gamarnik

Comparus GmbH

IT-Entwicklung/-Beratung

Größenklasse A

1 Teilnahme

Das Thema Innovation steht im Fokus unserer Unternehmensstrategie.“

Britta Gamarnik, Geschäftsführerin

Ein virtuelles Haus für die Onlinearbeit

Seit mehr als 20 Jahren begleiten Britta und Dmitri Gamarnik Banken bei der digitalen Transformation. Die von ihnen gegründete Comparus GmbH berät die Finanzdienstleister und entwickelt für sie maßgeschneiderte Software. Begonnen hat alles mit dem Austausch eines Kernbankensystems für eine Hamburger Privatbank, mittlerweile liegt das Augenmerk auf cloudbasierten Technologien. Die aktuell wichtigste Innovation des Hauses ist allerdings nicht nur für die Bankenbranche interessant.

Nach so langer Zeit im Markt erkennen die IT-Experten von Comparus, wo der Schuh drückt und welche Lösungen die Abläufe bei den Kunden erleichtern. Ein Beispiel dafür ist eine Plattform, an die jede beliebige Art von Microservices angedockt werden kann. Eine Anmeldung genügt, und die Nutzer können sämtliche Dienste in Anspruch nehmen, die sie für ihre Arbeit benötigen. Eine weitere Innovation: Schon vor der Coronapandemie hatte Comparus damit begonnen, ein eigenes Videokonferenzsystem zu entwickeln. „Wir wollten keinen weiteren abstrakten digitalen Raum, in dem das Arbeiten anstrengt, sondern eine Plattform, auf der persönliche Kommunikation möglich ist“, erklärt Geschäftsführerin Britta Gamarnik die Idee.

Wie im realen Arbeitsalltag

Das Besondere an diesem Videokonferenzsystem: Die Teilnehmenden betreten ein virtuelles Haus mit Besprechungsräumen, Pausenecken, Büros für Team- und Einzelarbeiten sowie mit einer Dachterrasse fürs Mittagessen – wie im realen Leben also. Nachdem die Comparus-Mitarbeitenden und befreundete Unternehmen dieses virtuelle Haus ausgiebig getestet haben, soll die Lösung an den Markt gehen – international und branchenübergreifend. Die zunehmende Bedeutung des Homeoffice in vielen Unternehmen bestärkte Britta und Dmitiri Gamarnik zusätzlich darin, mit ihrem innovativen Produkt an die Öffentlichkeit zu gehen.

Regelmäßige Workshops für alle

Um solche Innovationen zu realisieren, veranstaltet man alle zehn Wochen Ganztages-Workshops für die gesamte Belegschaft. Die Teams diskutieren und planen hier ihre Aufgaben, an denen sie in den nächsten zehn Wochen arbeiten wollen. „Jedes Team arbeitet agil und entscheidet eigenverantwortlich über die Realisierung von Ideen“, sagt Geschäftsführer Dmitri Gamarnik. Die Teams nutzen unter anderem Design-Thinking, um sich systematisch komplexen Problemstellungen zu nähern. Alle haben Zugriff auf eine interne Wissensdatenbank, sodass kreative Ideen zwischen den Kollegen im Hamburger Büro und am Standort in Dnipro in der Ukraine frei fließen können.

Wie der Ideenreichtum zweier unterschiedlicher Kulturen und ein starkes Miteinander zu einem lebhaften Innovationsklima bei Comparus beitragen, erklärt Britta Gamarnik.

Wie würden Sie das Innovationsklima in Ihrem Unternehmen beschreiben?

Wir sind sehr offen für Innovationen. Das spiegelt sich auch in unserem Motto „Miteinander auf dem Weg zum Besten“ wider. Wir alle sind motiviert und unterstützen uns gegenseitig dabei, uns permanent zu verbessern. Wir müssen immer einen Schritt voraus sein, damit unsere Kunden einen Grund haben, mit uns zusammenzuarbeiten. Zugute kommen uns da sicherlich auch die zwei Kulturen in unserem Unternehmen: die deutsche und die ukrainische. Mit der Kombination aus ukrainischem Pragmatismus und deutscher Gründlichkeit können wir schnelle und gute Lösungen generieren.

Können sich Mitarbeitende aus dem Tagesgeschäft zurückziehen, um neue Ideen weiterzuentwickeln?

Ja, auf jeden Fall. Wir sind intern agil aufgestellt und arbeiten in zehnwöchigen Planungszyklen. Alle Mitarbeitenden sind auf Teams verteilt. Diese arbeiten an operativen Themen, aber auch an innovativen Ideen, für die sie einen Platz im Planungszyklus reservieren können. Die Ideen sprudeln von ganz allein und können auch realisiert werden.

Wie sorgen Sie dafür, dass gute Ideen nicht verloren gehen?

Wir arbeiten mit Ticketsystemen. Alle Beschäftigten sind schreibberechtigt und können dort ihre Ideen einstellen und sie im Detail beschreiben, damit jeder sich dazu äußern kann. Immer wieder bieten Mitarbeitende auch Workshops an, in denen sie über Themen berichten, mit denen sie sich gerade beschäftigen. Viermal im Jahr gibt es zudem die „Comparus Lounge“: einen Tag mit Vorträgen, Zeit für Diskussion und für den persönlichen Austausch.

Welche Trends sind für Ihre Branche die größten strategischen Herausforderungen der nächsten Jahre?

Wir beschäftigen uns schon seit Jahren mit dem Thema Digitalisierung, aber ich glaube, dass es da noch weitere ganz massive Sprünge geben wird. Wir werden künftig noch transparenter zusammenarbeiten, und Informationen werden noch schneller bereitgestellt. Vor allem das hybride Arbeiten wird viele Unternehmen stark beschäftigen. Die Frage ist: Wie können wir es erreichen, digital, aber auch persönlich in hybriden Teams eine Arbeitsatmosphäre und einen Workflow aus einem Guss zu schaffen?

Anna Riedl-Strasser

Projektberatung

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