Unternehmensporträt
Cera GmbH
Unternehmensporträt
Maßgeschneiderte Anwendungen für den Mittelstand
Wenn Unternehmen 40 Jahre alt werden und immer noch vor Innovationsfreude strotzen, ist das für Mitarbeiter wie Geschäftsführung gleichermaßen motivierend. Bei der Cera GmbH beziehungsweise ihren beiden operativen Töchtern, der Klaus Raiser GmbH & Co. KG und der Raiser Engineering GmbH & Co. KG, ist genau das der Fall. Anlässlich des 40-jährigen Firmenjubiläums hat die Unternehmensgruppe 2009 sogar einen weltweit einzigartigen Innovationspreis für Reibschweißen ins Leben gerufen, der seit 2011 alle zwei Jahre vergeben wird und für den sich Doktoranden und Wissenschaftler aus aller Welt bewerben.
„Die Fähigkeit zu verbinden“, so lautet das Motto des erfolgreichen Mittelständlers — und das ist durchaus doppeldeutig gemeint. Zum einen bezieht es sich auf die technologische Kompetenz im Bereich des Reibschweißens, einer Technologie, mit der unterschiedlichste Materialien besonders schnell und mit hoher Qualität verbunden werden. „Wir verflüssigen die Teile nicht, das hat große metallurgische Vorteile“, berichtet Geschäftsführer Dr. Elmar Raiser. Er will die Vorteile dieser Technologie vor allem den mittelständischen Maschinenbauern zugänglich machen.
Elmar Raiser, Geschäftsführer
Enger Austausch mit Wissenschaft und Forschung
Das Firmenmotto bezieht sich auch auf die enge, vertrauensvolle und langfristige Zusammenarbeit mit den Kunden, für die die Cera GmbH häufig auch Entwicklungsleistungen erbringt. „Der allererste Kunde, den mein Vater nach der Firmengründung gewonnen hat, ist immer noch bei uns“, sagt der Geschäftsführer stolz. Der Slogan bezieht sich aber auch darauf, dass das Unternehmen einen renommierten Innovationspreis ausgelobt hat und sich an Forschungskooperationen beteiligt, etwa mit der Universität Stuttgart, der Fachhochschule Magdeburg und der Universität Graz. Dadurch, aber auch durch Verbandsarbeit und die Organisation von Fachtagungen, steht das Unternehmen in ständigem Austausch mit Maschinenbauern und Anwendern sowie mit Wissenschaft und Forschung.
Ganzheitliche Optimierung
Obwohl die Unternehmensgruppe familiär geprägt ist und nur etwa 70 Mitarbeiter beschäftigt, verfügt sie über einen ausgefeilten KVP-Prozess. Er heißt GO TOP und steht für „Ganzheitliche Optimierung Technik-Organisation-Personal“ und ist fest mit der Unternehmen-DNA verbunden. „Wir haben 24 Handlungsfelder definiert und für jedes Handlungsfeld gibt es einen Fragen- oder Entwicklungskatalog“, erklärt Dr. Raiser. Jeder Bereichsleiter setzt sich hierbei zwölf Ziele und verfolgt diese ein Jahr lang. Alle vier Monate wird Bilanz gezogen. So sind Innovationen kein Strohfeuer, sondern das Ergebnis eines fortlaufendes Prozesses.
Interview mit Dr. Elmar Raiser
Flache Hierarchien und schnelle Entscheidungen entfesseln die Innovationskraft, weiß Geschäftsführer Dr. Elmar Raiser.
Ihre Firmengruppe besteht aus zwei Unternehmen, die sich auf unterschiedliche Geschäftsfelder spezialisiert haben. Was genau machen die beiden Firmen — und in welchen Bereichen sind sie besonders innovativ?
Die Klaus Raiser GmbH und Co. KG hat jahrzehntelange Erfahrung im Reibscheißen und gehört zu den technisch innovativen Vorreitern auf diesem Gebiet. Sie konzentriert sich auf innovative und individuelle Lösungen für den mittelständischen Maschinenbau. Wir fertigen keine Großserien, unsere Standardserien liegen in der Regel zwischen 10 und 2.000 Teilen. Wir wollen auch kleineren Maschinenbauern mit bis zu 200 Mitarbeitern den Zugang zu innovativen Technologien ermöglichen. Inzwischen gibt es neben dem Lohnschweißen noch ein weiteres Geschäftsfeld, denn durch einen Zukauf haben wir Expertise in der Herstellung von Schweißmaschinen erworben. Die Raiser Engineering GmbH & Co. KG ist deutlich jünger und kleiner, aber nicht weniger innovativ. Sie konzentriert sich auf Lösungen für die Intralogistik und hat innovative Lagerkonzepte entwickelt, die es ermöglichen, technisch anspruchsvolle Regalbediensysteme in bestehende kleine Lager zu integrieren. Damit bieten wir Mittelständlern automatisierte Lagertechnik, maßgeschneidert und nahezu schlüsselfertig.
Sie sind selbst ein mittelständisches Familienunternehmen und arbeiten vor allem für den Mittelstand. Wie wirkt sich das auf Ihre Innovationsprozesse aus?
Als Mittelständler sind wir schnelle Entscheidungen gewohnt und sehen darin auch einen großen Vorteil. Auch bei öffentlich geförderten Projekten können wir uns sehr schnell entscheiden, hängen aber manchmal trotzdem in der Warteschleife, weil sich andere Projektpartner erst noch abstimmen müssen. Interne Innovationsprojekte definieren wir so knapp und konkret wie möglich — meist als One-Pager. Viermal im Jahr sammeln wir sie, diskutieren sie mit Konstruktions- und Bereichsleitern, Vertrieb und Fertigung. Und die Themen, die wir für gut befinden, entwickeln wir weiter und legen die nächsten Schritte fest. In der Regel definieren wir zwei Schritte gleichzeitig, für die wir jeweils sechs Wochen einplanen, so sind wir nach einem Quartal schon zwei Stufen weiter.
„Wir machen innovative Technologielösungen dem Mittelstand zugänglich.“
Dr. Elmar Raiser, Geschäftsführer