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Schneemonster attackiert silbernen Mercedes

Weltmarktführer für 3-D-Visualisierung und Animation

23. Mai 2018 Dr. Sven Oleownik und Ronald Bartel Lesedauer 3 Minuten

Der Stuttgarter Mittelständler Mackevision erschafft Schneemonster, Roboter und mittelalterliche Heere – und zählt auf dem Gebiet der „Computer Generated Imagery“ zu den weltweit führenden Anbietern. Dabei profitiert das Wachstumsunternehmen von der Unterstützung durch die europäische Investmentgesellschaft Gimv.

Das Geschäft der Mackevision Medien Design GmbH Stuttgart ist die perfekte Illusion: Mehr als 500 Mitarbeiter entwerfen, gestalten und produzieren 3-D-Visualisierungen, Animationen und visuelle Effekte (VFX) in High-End-Qualität für Bilder, Filme und interaktive Anwendungen. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen Technologielösungen zur Bilderzeugung und begleitet den gesamten CGI-Prozess von der Datenaufbereitung bis zur kreativen Umsetzung für alle Medien.

Bildgeber der digitalen Transformation

Oft geht es dabei um „Digitale Zwillinge“, die Mackevision auf der Basis komplexer Daten erstellt und mit ihnen emotionale Kundenerlebnisse schafft, etwa bei einem komplett datenbasierten, virtuellen Neuwagen-Konfigurator oder wenn „gerechnete Autos“ für den spanischen Markt als Cabrio und in Kanada als Geländewagen in Werbespots eingebaut werden. Damit operiert Mackevision vom Stuttgarter Bosch-Areal aus, wo früher Zündkerzen zusammengebaut wurden, an einem Dreh- und Angelpunkt der Digitalisierung: Digitale Zwillinge sind der Schlüssel für die digitale Neuerfindung der Industrie.

Zu den Kunden zählen Automobilhersteller und -händler in aller Welt, weshalb Mackevision mittlerweile auch weitere Standorte in Deutschland, Großbritannien, Nordamerika, China, Japan und Südkorea unterhält. Auftraggeber sind mittlerweile auch Möbel- und Küchenhersteller, Yacht-Produzenten und weitere Branchen. In der Film- und Fernsehindustrie ist Mackevision spätestens seit „Game of Thrones“ vielen ein Begriff: Das Unternehmen hat für seine visuellen Effekte in der Kult-Serie im Jahr 2014 einen Emmy Award gewonnen. Aktuell lässt Mackevision das sagenumwobene Königreich Mandala im Kinofilm „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ Realität werden.

Preisgekrönte Effekte: Für die Fantasy-Serie „Game of Thrones“ erschaffen die Animationsexperten ganze Heere auf dem Rechner.

Erfolgreiche Weiterentwicklung forciert

Alles andere als eine Illusion ist die Entwicklung, die Mackevision in den vergangenen Jahren zurückgelegt hat. Geschäftsführer Armin Pohl, im Jahr 2000 als freier Mitarbeiter für Postproduktion gestartet, übernahm die Firma 2006 nach dem Ausstieg des Gründers Marcus „Macke“ Roth und führte sie durch die Auswirkungen der Finanzkrise. Mit einem soliden Geschäftsmodell, das dem neuen Wachstum der globalen Automobilindustrie folgte und das Technologie mit Effizienz, Qualität und exzellenten Kundenbeziehungen verknüpft, standen insbesondere ab dem Jahr 2012 die Zeichen auf Wachstum. In einem expandierenden Markt stellte sich Mackevision den Herausforderungen in Sachen Skalierbarkeit und 2014 holte Pohl mit Gimv einen neuen Mehrheitseigentümer an Bord.

Arbeit an virtuellem Modell eines Mercedes
Besonders in der Automobilindustrie ist Mackevision ein gefragter Partner. Kaum ein Unternehmen setzt die unterschiedlichen Fahrzeuge derart spektakulär in Szene, wie die Stuttgarter. (© Mackevision)

Partnerschaft für neue Ziele

Die europäische Investmentgesellschaft brachte sich mit Kapital sowie Know-how bei der Weiterentwicklung von Strategie und Ausrichtung ein. So wurden das Produktportfolio und die Kundenbasis wesentlich erweitert, die Organisation, der Ausbau des Führungsteams und die weitere Professionalisierung des Unternehmens vorangetrieben und Tochtergesellschaften in Asien eröffnet, um insbesondere dem globalen Sourcing der Automobil-OEMs zu folgen. Entscheidend waren auch zusätzliche Investitionen in die Gewinnung führender CGI-Experten und in VR-Technologien, die verstärkt nachgefragt werden. Das Transformations-Vorhaben des Managements, gestützt vom operativen Gimv-Team, ging auf – Mackevision gilt heute als einer der absoluten Top-Player im weltweiten Markt. In den zurückliegenden Jahren verzeichnete Mackevision durchgehend zweistellige Wachstumsraten.

Das Wachstum und die Professionalisierung von Mackevision bereiteten den Boden für das einsetzende hohe Interesse strategischer Käufer. Aus der Vielzahl wählten Gimv und Mackevision für die nächste Stufe des Unternehmens einen Partner aus, der ein neuartiges Dach für die immer komplexeren Themen und umfangreicheren Projekte bietet: 2018 übernahm das globale, unter anderem auf IT-Strategie und -Transformation spezialisierte Beratungsunternehmen Accenture die Anteile. Als Teil der Digitalsparte Accenture Interactive wird das Unternehmen seine Produkte und Services weiter ausbauen und dabei von einem weltumspannenden Netzwerk und den Kontakten von 425.000 Beratern profitieren. Und dies in einem vielversprechenden Markt: Der Bedarf an Visualisierung steigt mit der Zunahme digitaler Geschäftsmodelle in fast allen Branchen rapide an.

Autor

Dr. Sven Oleownik und Ronald Bartel Vom Standort München aus leitet Dr. Sven Oloewnik (li.) die Aktivitäten der europäischen Investmentgesellschaft Gimv im deutschsprachigen Raum, Ronald Bartel (re.) ist bei Gimv in München Partner im Bereich Smart Industries. Gimv ist an der Euronext Brüssel notiert, verwaltet derzeit rund 1,6 Mrd. EUR und ist aktuell an 50 Portfoliogesellschaften beteiligt, die das Unternehmen auf ihrem Weg zur Marktführerschaft begleitet.

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