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Vier innovative Start-ups, die Sie kennen sollten

11. Januar 2019 Pascal Simon Lesedauer 4 Minuten

Was passiert, wenn man einen Baumarkthandschuh mit einem iPod kombiniert? Für drei Münchener Gründer markiert diese Idee den Anfang ihrer Erfolgsgeschichte. Auch in anderen Bereichen rütteln junge Unternehmen am Thron der Branchenriesen. Diese vier Start-ups haben uns 2018 besonders beeindruckt.

ProGlove – smarte Arbeitshandschuhe

Industrie 4.0 bedeutet nicht nur intelligentere Maschinen, auch die Arbeitsprozesse in der Produktion lassen sich mithilfe der Technologie effizienter gestalten. Ein Paradebeispiel hierfür liefert das Münchener Start-up ProGlove. Das im Jahr 2014 gegründete Unternehmen hat einen Arbeitshandschuh mit integriertem Scanner entwickelt, der insbesondere Beschäftigten in der Logistik und in der Fertigung die Arbeit deutlich erleichtern soll.

Dank des Scanners auf dem Handschuh können Logistiker und Monteure ihre Arbeitsschritte freihändig dokumentieren. Das spart bei jedem Vorgang zwar nur wenige Handgriffe, hochgerechnet auf alle Mitarbeiter an einem kompletten Arbeitstag ergibt sich daraus jedoch eine ansehnliche Zeitersparnis. Kein Wunder also, dass die Münchner bereits jetzt Schwergewichte wie BMW, Seat oder den Roboter-Hersteller Kuka zu ihren Kunden zählen.

Thomas Kirchner, einer der drei Unternehmensgründer erklärt, wie der High-Tech-Handschuh seines Unternehmens funktioniert. (Video: Gründerszene)

MQ Real Estate – Wohnraum auf dem Parkhausdach

Der Architekt Werner Aisslinger war der Erste, der im Jahr 2003 mit Aufbauten auf Flachdächern zusätzlichen Wohnraum in städtischen Ballungsgebieten schaffen wollte. Mit einer Wohnfläche von rund 34 Quadratmetern bei einem Preis von 119.000 Euro ist Aisslingers „Loftcube“ allerdings finanzstarken Interessenten vorbehalten. Einen anderen Weg geht die 2014 gegründete MQ Real Estate. In Kooperation mit einer bayerischen Schreinerei entwickelten die beiden Gründer Björn Hiss und Nikolai Jäger modulare Wohneinheiten aus Fichtenholz.

Konzeptansicht des Hotels Niu Hide auf dem obersten Parkdeck des Berliner Ring-Center
Und so soll es aussehen, das vermutlich erste Hotel auf einem Parkhausdach steht. Betreiber ist die Hotelkette Novum Hospitality. (©Homepage des "Niu Hide"-Hotels, eigener Screenshot)

Die 6,50 Meter langen und jeweils 3 Meter hohen und breiten Wohneinheiten werden vorgefertigt geliefert und können per Kran einfach auf Flachdächer „aufgesetzt“ werden. Bis zu vier dieser Module können nach Angaben der Gründer übereinandergestapelt werden – sofern die Statik des Unterbaus mitspielt. Ein erstes Projekt haben Hiss und Jäger bereits realisiert: Im vergangenen Jahr platzierten die Gründer 151 ihrer Wohnmodule auf dem obersten Parkdeck des Berliner „Ring-Center“. Weil das Berliner Baurecht an dieser Stelle nur eine gewerbliche Nutzung erlaubt, wird die Anlage unter dem Namen „Niu Hide“ als Hotel betrieben. 15 Millionen Euro, eingesammelt bei Banken und Investoren, waren nötig, um das Pilotprojekt zu realisieren.

e.GO Mobile – Stromer für den Stadtverkehr

Kennern der deutschen E-Mobility-Szene ist der Name Günther Schuh schon länger ein Begriff. Im Jahr 2010 war Schuh maßgeblich an der Gründung des Unternehmens StreetScooter beteiligt, das den gleichnamigen elektrischen Kleintransporter produziert. Nach der Übernahme von StreetScooter durch die Deutsche Post im Jahr 2014 widmete sich Schuh, der an der renommierten RWTH Aachen eine Professur für Produktionssystematik innehat, seinem nächsten Projekt: dem Elektroauto e-GO Life.

Seitenansicht des e.GO Life
Mit seinem kleinen Stromer will e.GO Mobile die Konkurrenz von Renault bis BMW das Fürchten lehren. (©e.GO Mobile AG)

Ähnlich wie beispielsweise der smart ist das Fahrzeug von Schuhs neuem Unternehmen e-GO Mobile als reines Stadtauto konzipiert. Aus diesem Grund machen die Aachener ganz bewusst Abstriche in punkto Reichweite und Geschwindigkeit, um ihr Fahrzeug möglichst günstig anbieten zu können. Auch bei der Karosserie wird gespart: Statt Metall verwendet das Unternehmen Thermoplastmaterialien. Lieferant ist ein Kofferhersteller. Folgerichtig liegt der Einstiegspreis des e-GO Life mit 15.900 Euro inklusive Batterie deutlich unter dem, was andere Hersteller für ihre Stromer verlangen.

Laut Schuh stößt das Fahrzeug auf reges Interesse. Gegenüber der „auto motor sport“ berichtet der Gründer von zahlreichen Vorbestellungen von Städten und Behörden, aber auch von Privatkunden. Bis die ersten Fahrzeuge auf der Straße zu sehen sind, wird es allerdings noch ein wenig dauern. Die für Herbst 2018 angekündigte Markteinführung verzögerte sich. Die ersten Modelle sollen nun im April dieses Jahres ausgeliefert werden.

Lingoda – individuelle Sprachkurse

Eine neue Sprache zu lernen, zählt wahrscheinlich zu einem der häufigsten „guten Vorsätze“, mit dem viele Menschen ins neue Jahr starten. Entsprechende Apps gibt es zuhauf, doch ist diese Art des Lernens wenig nachhaltig, da die Nutzer in der Regel auf sich allein gestellt sind und schon bald die Lust verlieren. So schnell die Programme installiert sind, so schnell sind sie auch wieder vergessen. Deutlich wirkungsvoller ist da schon der Besuch eines Sprachkurses, sofern sich die wöchentlichen Termine mit dem Arbeitsalltag vereinbaren lassen.

Screenshot eines Lingoda-Sprachkurses
Ein Sprachkurs besteht aus mehr als 70 Unterrichtseinheiten. Wann welche Einheit absolviert wird, bleibt dem Nutzer selbst überlassen. (©Lingoda)

Das Berliner Start-up Lingoda bietet mit seinen Online-Sprachkursen einen sinnvollen Kompromiss zwischen Flexibilität und persönlicher Betreuung. Angeboten werden Kurse für Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch auf jedem Sprachniveau. Im virtuellen Unterrichtsraum lernen die Nutzer im Einzel- oder Gruppenunterricht die Tücken der Grammatik, üben das Formulieren von Texten oder feilen an ihrer Aussprache. Die Unterrichtseinheiten werden jeweils von Muttersprachlern geleitet.

Mit diesem Geschäftsmodell liegen die Berliner im Trend: Seit Jahren verzeichnet die E-Learning-Branche in Deutschland ein robustes Wachstum von zuletzt 8,4 Prozent. Davon profitiert auch Lingoda: Angaben des Karrierenetzwerks LinkedIn zufolge sammelte das Unternehmen bislang 10 Millionen Euro Wagniskapital ein und wuchs allein im vergangenen Jahr um 200 Prozent.

 

Mehr zum Thema Start-ups lesen Sie hier:

- Diese Start-ups haben uns 2018 beeindruckt

- Ein Unternehmen im Unternehmen? Warum immer mehr Mittelständler eigenständige Innovationseinheiten gründen.

- Gründen statt büffeln - Wie die Hochschule Bremerhaven ihre Studenten zu Gründern ausbildet

Autor

Pascal Simon ist Redaktionsleiter des TOP 100-Blogs und PR-Berater bei compamedia

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