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Die neuen TOP 100-Juroren Frank Thelen, Thomas Sattelberger, Ulrich Dietz und Gregor Gysi

Verstärkung für die TOP 100-Jury

19. April 2018 Pascal Simon Lesedauer 4 Minuten

Mit Frank Thelen, Ulrich Dietz, Thomas Sattelberger und Gregor Gysi rücken vier meinungsstarke Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft in die TOP 100-Jury. Wie stehen die Neu-Juroren zum Thema Innovation, und wo sehen sie die größten Herausforderungen? Vier Kurzporträts liefern Antworten.

Frank Thelen

Der gebürtige Bonner ist einer der prominentesten Vertreter der deutschen Gründerszene, nicht zuletzt aufgrund seiner Auftritte in der TV-Gründershow „Die Höhle der Löwen“. Sieben Tech-Start-ups gründete Thelen bislang, das erste im Alter von gerade einmal 19 Jahren. Doch nicht all seine Unternehmen florierten. Im Alter von 24 Jahren saß Thelen plötzlich auf einer Million D-Mark Schulden, wie er dem „stern“ verriet. Thelen bewies aber Durchhaltevermögen, rief neue Unternehmen ins Leben und konnte letztlich ein beträchtliches Vermögen anhäufen. Heute zählt er zu den bekanntesten Start-up-Investoren des Landes: Seine Risikokapital-Firma Freigeist Capital hält Anteile an jungen Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen.

Frank Thelen
Das neueste Investment des Gründer-Gurus: Lilium, ein bayrisches Start-up für autonome Lufttaxis.

Für Thelen ist klar: Deutschland hat im wirtschaftlichen Wettbewerb mit anderen Nationen gute Karten: „Große Chancen sehe ich im Bereich Transport und Energie. Bei den Windkrafträdern sind wir zum Beispiel Weltmarktführer. Wir können das auch in der Industrie 4.0 werden, also alles im Bereich Produktionsanlagen etc. Wir haben dort Optionen, müssen aber definitiv Gas geben“, gab er jüngst gegenüber dem Magazin „Business Insider“ zu Protokoll. Einzig die Mentalität mancher Unternehmer müsse sich ändern – weg vom Fokus auf inkrementelle Verbesserungen und hin zu mehr Risikobereitschaft. „Was uns jedoch fehlt, ist dieser Impuls, der sagt: ‚think big‘ und lasst uns die Welt verändern“, so der Neu-Juror in dem Interview.

Ulrich Dietz

Ulrich Dietz ist Unternehmer durch und durch und eine feste Größe in der deutschen Digital-Szene. 30 Jahre lang fungierte er als Geschäftsführer der von ihm mitbegründeten GFT Technologies GmbH, einem IT-Dienstleister, der insbesondere im Bankensektor die Digitalisierung der Geschäftsprozesse vorantreibt. Darüber hinaus engagiert sich Dietz seit vielen Jahren in dem deutschen Digitalverband Bitkom und übernahm 2013 dessen Vizepräsidentschaft.

Ulrich Dietz
Auch Ulrich Dietz ist in der Start-up Szene aktiv. Sein Inkubator CODE_n fördert Gründer aus der Digitalbranche.

Das Thema Innovation, gerade im Hinblick auf digitale Prozesse und Geschäftsmodelle, ist für Dietz eine Herzensangelegenheit. Dabei nimmt er auch die Politik in die Pflicht, den digitalen Umbruch mit entsprechenden Förderprogrammen zu forcieren. Hier sieht der Unternehmer einigen Nachholbedarf, wie er zuletzt in einem Interview mit der „Zeit“ deutlich machte: „Ich habe mit verschiedenen Ministern diskutiert, immer wieder auch mit Bundestagsabgeordneten. Alle verweisen auf die Programme der KfW. Aber die sind viel zu kompliziert. Während die Amerikaner Investitionsprogramme hochfahren, die wir uns in den kühnsten Träumen nicht vorstellen können, denken deutsche Politiker an ein paar Millionen Euro von der KfW. Das ist weltfremd.“

Thomas Sattelberger

Genau wie Ulrich Dietz, kommt auch Thomas Sattelberger aus der Wirtschaft. Bei Daimler und der Deutschen Lufthansa widmete er sich der Führungskräfteentwicklung, ehe er bei Continental und zuletzt bei der Deutschen Telekom als Personalvorstand agierte. Nach insgesamt 40 Berufsjahren wagte Sattelberger schließlich den Sprung in die Politik, trat 2015 in die FDP ein und schaffte bei der letzten Bundestagswahl auf Anhieb den Sprung in den Deutschen Bundestag.

Thomas Sattelberger
Vom Personaler zum Politiker - nach 40 Berufsjahren im Konzern wechselte Sattelberger nun nach Berlin.

Ähnlich wie Dietz, erkennt auch Sattelberger Nachholbedarf am Innovationsstandort Deutschland. Seine Ideen skizzierte er jüngst im Gespräch mit dem Berliner „Tagesspiegel“: „Ich hoffe, dazu beitragen zu können, dass wir Digitale Valleys, also Innovationsregionen, in Deutschland entwerfen und wachsen lassen können. Und, ganz klar, in der Bildung muss sehr viel passieren. Wir brauchen komplett neue Lernformate für Schulen, Berufsschulen und Hochschulen, also auch eine grundlegend neue Aus- und Fortbildung für Lehrer auf allen Ebenen.“ Seine Agenda für die kommenden Jahre im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technologiefolgenabschätzung scheint damit klar.

Gregor Gysi

Gregor Gysi ist ein Polit-Urgestein. Der gebürtige Ost-Berliner ist seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages, dem er schon zwischen 1990 und 2000 angehörte. Von 2005 bis 2015 war er zudem Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Deutschen Bundestag. Im Dezember 2016 wählte die Europäische Linke den Juristen auf einem Parteitag in Berlin zu ihrem Präsidenten.

Gregor Gysi
Vor kurzem feierte Gregor Gysi seinen 70. Geburtstag - an ein Ende seiner politischen Karriere denkt er jedoch noch lange nicht.

Anders als viele seiner Parteifreunde, zeigt sich Gysi im Hinblick auf den technologischen Wandel durchaus aufgeschlossen. So stellt er gegenüber der „Deutschen Unternehmerbörse“ klar: „Was Industrie, Wirtschaft und neue Technologien betrifft, herrscht bei den Linken sicher eine Art Konservatismus. Diesen teile ich nicht.“ Denn schließlich entstünden durch neue Technologien immer auch neue Arbeitsplätze. „Bevor das Telefon kam, gab es zum Beispiel keine Telefonseelsorge“, so Gysi im Interview.

In der kommenden Runde entscheiden Gysi, Sattelberger, Dietz und Thelen gemeinsam mit ihren Mit-Juroren über die „Innovatoren des Jahres“, die Gesamtsieger in den drei Größenklassen des Innovationswettbewerbs TOP 100. Die Anmeldung zum Wettbewerb ist übrigens schon jetzt möglich.

Autor

Pascal Simon ist Redaktionsleiter des TOP 100-Blogs und PR-Berater bei compamedia

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