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Einstimmen auf den Abend: Die Jahrhunderthalle im Abendrot

Preisverleihung: begeisternd und bewegend

03. Juli 2019 Sven Kamerar Lesedauer 5 Minuten

Mit einer fulminanten Rede sorgte Bundespräsident a. D. Christian Wulff für stehende Ovationen. Er dankte dabei, ebenso wie Ranga Yogeshwar und Tarek Al-Wazir, den ausgezeichneten Unternehmern für ihr vorbildliches Handeln. Der Abend wurde zu einem Appell an die Zuschauer für mehr Zuversicht in Deutschland.

Zum 26. Mal nahmen die TOP 100 und zum zehnten Mal die Top-Consultants ihre Auszeichnungen entgegen – also die innovativsten Mittelständler Deutschlands und die besten Berater für den Mittelstand. Folglich war alles festlich angerichtet, als die rund 1.300 Gäste bei hochsommerlicher Hitze die angenehm gekühlte Frankfurter Jahrhunderthalle betraten. Es sollte ein Abend werden, der den Anwesenden noch lange im Gedächtnis bleiben dürfte.

Tarek Al Wazir auf dem 6. Deutschen Mittelstands-Summit
Der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister des Landes Hessen, Tarek Al-Wazir, sprach das Grußwort.Bild: Rainer Jensen

Den Anfang machte der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister des Landes Hessen, Tarek Al-Wazir, mit einem Grußwort. Er skizzierte Deutschlands prekäre wirtschaftsstrategische Lage „zwischen chinesischem Staatskapitalismus und US-amerikanischem Protektionismus“.

Hier sei es vor allem der Mittelstand, der auch auf internationaler Ebene das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilde. Auch sei es der Mittelstand gewesen, der in der Finanz- und Wirtschaftskrise vor zehn Jahren Haltung bewahrt und um die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiter gekämpft habe. „Ich danke Ihnen für Ihr hohes persönliches Engagement“, sagte Al-Wazir in Richtung der anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer.

„Luftpumpe“ oder MacGyver?

Die erste Ehrung des Abends gebührte den Top-Consultants. Prof. Dr. Dietmar Fink, der zusammen mit Bianka Knoblach die wissenschaftliche Leitung des Beratervergleichs innehat, konstatierte in seiner Analyse die anhaltende Hausse des Beratermarktes. Allerdings verschiebe sich, so Fink, der Fokus: von strategischen Fragestellungen zur Nachfrage nach der konkreten Umsetzung von Veränderungen, gerade in Zusammenhang mit der Digitalisierung.

Zwischenfrage von Tagesschau-Sprecherin Linda Zervakis, die gewohnt schlagfertig und kompetent durch die Preisverleihung führte: „Wie unterscheide ich denn eine ‚Berater-Luftpumpe‘ von einem ‚MacGyver-Berater‘?“ Will sagen: Woran erkennen Mittelständler einen guten Berater?

Fink verwies als Beispiel auf die Kundenbefragung, die zentraler Bestandteil des TOP CONSULTANT-Wettbewerbs sei. Der Vergleich kumuliere die Erfahrung einer Vielzahl von Kunden mit einem Beratungshaus. Dieses Urteil besitze eine hohe Verlässlichkeit, damit sei das TOP CONSULTANT-Siegel eine valide Orientierungshilfe für Ratsuchende.

Matthias Mauer, Geschäftsführer der zum neunten Mal ausgezeichneten M&L AG aus Frankfurt, spiegelte den Nutzen für die Berater selbst wider: „TOP CONSULTANT ist für uns ein Orientierungskurs, was unsere Kunden von uns erwarten.“

„Wir leben im Zeitalter der Extreme“

Zur Würdigung der Top-Consultants hatte zuvor der Mentor des Wettbewerbs, Bundespräsident a. D. Christian Wulff, das Wort ergriffen. Er freue sich sehr, so Wulff, dass „ich bei Ihnen alljährlich etwas Nachdenkliches sagen darf, weil ich glaube, dass Mittelständlerinnen und Mittelständler Multiplikatoren sind, in ihre Unternehmen hinein, in ihre Freundeskreise hinein, ihre Gemeinden.“

Mit Blick auf das wirtschaftliche und gesellschaftliche Umfeld, in dem Consultants agieren, stellte Wulff fest: „Wir leben in einem Zeitalter der Extreme.“ Das gelte für viele ganz unterschiedliche Bereiche: von „extremen Wetterausschlägen“ und der „extremen Globalisierung“ über die „extrem schnellen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt“, „extrem niedrigen Zinsen“ und der „extremen globalen Verschuldung“ bis zum „extremen Bevölkerungswachstum in Afrika“ und den daraus resultierenden „extremen Auswirkungen auf Europa“. In dieser Situation „muss ein Berater extrem innovativ sein, genauso wie die Politik vor diesem Hintergrund extrem innovativ sein muss.“

Sich auf verschwindende Tugenden besinnen

Was dann folgte, war ein mitreißender Appell für die Stärkung und das Vorleben von Eigenschaften, die im Zeitalter dieser Extreme, vor allem der Beschleunigung und der allgegenwärtigen Empörung, zunehmend in Vergessenheit geraten: zum Beispiel Zuversicht, Zuneigung, Zivilcourage und Zukunftsfähigkeit. Und ein Appell für den Zusammenhalt der Generationen, der analog geprägten und der jungen digitalen, die sich zugleich im anbrechenden Anthropozän gegen den allumfassenden Einfluss der Menschheit auf die Erdentwicklung auflehnt.

Die Wucht von Wulffs Appell lässt sich im begrenzten Format dieses Beitrages nur unzureichend beschreiben, das oben gezeigte Video der Rede sei jedem Leser dringend empfohlen. Als die 1.300 Gäste sich von ihren Plätzen erhoben und stehend applaudierten, machte schnell das Wort von der besten Rede die Runde, die Wulff in seinem politischen Leben je gehalten habe.

„Innovation gehört in die Primetime“

Danach fiel es selbst der routinierten Linda Zervakis schwer, einen Übergang zu finden zur anstehenden Ehrung der drei erstplatzierten Berater. Später lag es an dem Wissenschaftsjournalisten und TOP 100-Mentor Ranga Yogeshwar, in seiner Laudatio auf die innovativsten Mittelständler an dieses Highlight anzuknüpfen.

Ein eingespieltes Team: Tagesschau-Moderatorin Linda Zervakis und TOP 100-Mentor Ranga Yogeshwar.Bild: Rainer Jensen

Yogeshwar griff das Thema Zuversicht auf und mahnte, man solle sich auf die Stärken besinnen, über die Deutschland gesellschaftlich und wirtschaftlich verfüge. Dazu gehöre allerdings auch mehr Bewusstsein und Aufmerksamkeit der Medien „Wir haben großartige Dinge, aber wir wissen nichts davon.“ Als Beispiel nannte Yogeshwar die kürzlich stattgefundene IdeenExpo in Hannover: „Dort beschäftigten sich 400.000 junge Menschen mit der Zukunft.“ Die Medienresonanz sei aber erschütternd mager gewesen, vor allem im Vergleich zur ausführlichen Berichterstattung über den zeitgleichen Evangelischen Kirchentag.

Umso erfreulicher sei für ihn die Aufmerksamkeit, die TOP 100 für Innovationen und vorbildliche Unternehmer schaffe: „Innovation gehört in die Primetime“, sagte der Wissenschaftsjournalist und nannte als Beleg eindrucksvolle Zahlen aus dem diesjährigen Teilnehmerfeld: Die insgesamt in allen drei Größenklassen ausgezeichneten 262 Unternehmen hätten allein in den vergangenen drei Jahren mehr als 2.600 Patente erhalten und würden zwischen 2018 und 2020 sage und schreibe 18.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Yogeshwar schloss mit den Worten: „Ich möchte Danke sagen, dass Sie das Land so voranbringen. Und das ist keine Statistik, das sind Sie!“

Dem war nichts mehr hinzuzufügen.

Autor

Sven Kamerar ist der Leiter der Unternehmenskommunikation bei compamedia. Unter @SKamerar twittert er über alle Themen rund um TOP 100.

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