Ökonomie in Bildern

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Ökonomie in Bildern

24. November 2016 Pascal Simon Lesedauer 4 Minuten

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – das trifft auf unseren Buchtipp „Wirtschaft verstehen“ ganz besonders zu. In 111 Infografiken erklären die Autoren Jan Schwochow und Thomas Ramge die wichtigsten Zusammenhänge des globalen Wirtschaftssystems. Ein Buchtipp mit Verlosung.

Ein Buch mit dem Titel „Wirtschaft verstehen“ fristet unter normalen Umständen ein Dasein als Ladenhüter. „Viel zu trocken“, so die Befürchtung des potenziellen Lesers, der sich nach kurzem Überlegen doch lieber abwendet. In diesem speziellen Fall liegen die Dinge jedoch ein wenig anders, denn hinter dem schlichten Buchtitel verbirgt sich ein innovativer Ansatz. So erklären der Wirtschaftsjournalist Thomas Ramge und der Illustrator Jan Schwochow wirtschaftliche Zusammenhänge nicht mit Worten, sondern mit Bildern.

Vom individuellen Verbraucher bis zur Weltwirtschaft

Das ungewöhnliche Werk kommt im Großformat eines Atlasses daher und umfasst insgesamt 111 aufwendig gestaltete Infografiken. Zum Einstieg befassen sich die Autoren mit der Position des Einzelnen in der globalen Wirtschaft. Der Mensch wird in seiner Rolle als Mitarbeiter, als Führungskraft und natürlich als Verbraucher betrachtet. Anschließend weiten die Autoren ihren Blick schrittweise aus und behandeln nacheinander Unternehmen, nationale Volkswirtschaften und schließlich die weltwirtschaftliche Ordnung.

Von der Action Alley bis zur Quengelzone: Diese Grafik zeigt, wie Supermärkte allein durch ihren Aufbau versuchen, uns zu Spontankäufen zu animieren. (© Econ-Verlag)

Schwochow und Ramge begreifen ihr Buch als eine Einführung in ökonomische Zusammenhänge. Sie richten sich an all jene „denen es nicht gelingt, jeden Morgen den Wirtschaftsteil der Tageszeitung durchzuarbeiten“. Dementsprechend behandeln sie in ihren Grafiken vor allem die Grundlagen des Wirtschaftslebens. Angefangen beim individuellen Konsumverhalten über die klassische Wertschöpfungskette eines Unternehmens bis hin zu den Basics der Wirtschafts- und Finanzpolitik decken die Autoren ein breites Themenspektrum ab. Wie es sich für ein Buch über Ökonomie gehört, sind fast alle Grafiken mit reichlich Zahlenmaterial unterfüttert.

Made in Berlin: die Autoren Schwochow und Ramge über die Entstehung von „Wirtschaft verstehen“. (Quelle: YouTube)

Wirtschaftstheorie im Comic-Stil

Durch ihre spielerischen Illustrationen gelingt es den beiden Autoren, dem Betrachter in kurzer Zeit ein Maximum an Informationen zu vermitteln. Das wird besonders in der Auseinandersetzung mit den grundlegenden Wirtschaftstheorien von John Maynard Keynes, Milton Friedman oder Amartya Sen deutlich. Was sind die Kernaussagen der jeweiligen Theorie? Von wem wurden diese Denker beeinflusst und durch wen wurden bzw. werden sie rezipiert? All diese Fragen werden auf einen Blick beantwortet. 

Während der Großteil des Buches sachlich-neutral gehalten ist, meldet sich im vorletzten Kapitel zum Thema „Umwelt & Ressourcen“ das grüne Gewissen der Autoren. So informieren sie den Betrachter nicht nur über die Entwicklung des globalen Wasserverbrauchs und die Grundlagen des Emissionshandels, sondern geben ihm auch eine satirische „Greenwash-Anleitung“ an die Hand. Optisch im Stile einer IKEA-Anleitung zum Möbelaufbau gehalten, veranschaulicht die Illustration, mit welchen Tricks Unternehmen sich ein „grünes“ Image aufbauen. Eine kleine Kostprobe: „Schalten Sie sehr teure Kampagnen mit sehr vagen Aussagen, in denen Kinder und Großeltern vorkommen und die irgendwie die Botschaft enthalten, dass wir die Dinge gemeinsam angehen müssen.“ Kommt einem doch irgendwie bekannt vor.

Zu guter Letzt darf natürlich auch das Thema Innovation nicht fehlen. So widmet sich das letzte Kapitel den großen Zukunftstrends – von Big Data bis hin zur Blockchain-Technologie. Doch auch die Innovationskraft des Mittelstands ist Schwochow und Ramge eine Grafik wert. So erhält der Leser auf einen Blick alle wesentlichen Kennzahlen der deutschen Hidden Champions – vom Umsatz über die Anzahl der Beschäftigten bis hin zur Verteilung nach Branchen. Zu den am Ende der Grafik beispielhaft aufgeführten Unternehmen zählt im Übrigen auch die Lapp Group aus Stuttgart, Top-Innovator 2016.

David gegen(?) Goliath – eine Grafik über das Zusammenspiel von jungen Start-ups und alteingesessenen Konzernen bei der Digitalisierung. (© Econ-Verlag)

Fazit

Die besondere Stärke des Buches liegt in dem zumeist klaren und übersichtlichen Aufbau der Infografiken. Bedingt durch diese Darstellungsform greifen einige der dargebotenen Erklärungen natürlich ein wenig kurz und sind manchmal auch zu plakativ gehalten. Eine detaillierte Aufarbeitung (welt-)wirtschaftlicher Zusammenhänge kann das Buch trotz seines Titels also nicht liefern. Allerdings ist das auch nicht der Anspruch der Autoren, die im Vorwort ganz klar betonen, ihr Werk solle neugierig machen und den Leser anregen, sich weiter mit dem Thema Ökonomie zu befassen. Und tatsächlich: Seit der Lektüre dieses Buchs tauchen plötzlich Autoren wie Joseph Stiglitz und Thomas Piketty in meiner Amazon-Wunschliste auf.


Aufgepasst!

Gemeinsam mit dem Econ-Verlag verlosen wir ein Exemplar von „Wirtschaft verstehen“. Senden Sie einfach eine E-Mail mit Ihrer Postadresse und dem Betreff „Buchtipp“ an newsletter@compamedia.de. Die Gewinner geben wir im nächsten „Spickzettel" bekannt.

Thomas Ramge, Jan Schwochow: Wirtschaft verstehen. ECON-Verlag. 978-3-4302-0210-7

Teilnahmebedingungen für Gewinnspiele

Gewinner Buchtipp Oktober 2016

Im letzten Spickzettel gab es drei Exemplare des Buches „Quiet Leadership“ von Carlo Ancelotti zu gewinnen. Die glücklichen Gewinner sind: 

  • Ralf Felger aus Weinstadt
  • Martin Fischer aus Ludwigsburg
  • Micha Harzenetter aus Kötz
Autor

Pascal Simon ist Redaktionsleiter des TOP 100-Blogs und Junior PR-Berater bei compamedia

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