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MOOCen Sie schon?

25. Juli 2016 Silja Spreyer Lesedauer 3 Minuten

Die Telekom hat vor zwei Jahren eine Plattform eingeführt, die den Wissensaustausch, den Unternehmergeist und die Innovationskraft ihrer Mitarbeiter stärken soll. Die Idee dahinter könnten auch Mittelständler nutzen – doch es passiert zu wenig. 

Als ich 2011 mein Studium beendet hatte, war mein erster Gedanke: Nie wieder pauken. Nie wieder in überfüllten Hörsälen sitzen. Nie wieder den Druck einer Prüfung auf meinen Schultern spüren.

Fünf Jahre später befinde ich mich nun in der Endphase eines Master-Studiums, das ich im Fernstudium absolviere. Berufsbegleitend. Ganz schön inkonsequent, denken Sie vielleicht. Aber immerhin: Überfüllte Hörsäle sind nicht mehr mein Problem.

Ich persönlich halte es mittlerweile mit John F. Kennedy, der einst sagte: „ Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung.“ Zugegeben, der Weg zu dieser Erkenntnis war lang. Und offenbar teilen noch zu wenige Angestellte und Entscheider das Bewusstsein, das Weiterentwicklung eine Investition in die Zukunft des Unternehmens ist.

Lebenslanges Lernen ist offenbar out

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigte jüngst, dass nur jeder achte Deutsche über 25 Jahren mindestens einmal pro Jahr an einer Weiterbildung teilnimmt.

Ich frage mich: Warum ist das so? Und warum drängen Personalverantwortliche ihre Mitarbeiter nicht zu mehr Engagement? Schließlich ist die Innovationskraft eines Unternehmens maßgeblich von den Fähigkeiten seiner Mitarbeiter abhängig – und wer die verkümmern lässt, kann nicht produktiv sein.

Telekom geht mit gutem Beispiel voran

Dabei müssen die Mitarbeiter in Zeiten der Digitalisierung noch nicht einmal das Büro verlassen, um sich weiterzubilden. Die Telekom hat vor zwei Jahren eine sogenannte „MOOC“-Plattform eingeführt. MOOC steht für „Massive Open Online Course“ und bezeichnet damit eine Online-Lernplattform, die für jedermann und –frau offen ist. Diese Definition ist in Bezug auf die Telekom etwas irreführend: Dort kann nur teilnehmen, wer auch für den Konzern arbeitet.

Doch es gibt andere MOOC-Anbieter, die wissenshungrigen Menschen kostenfreie Onlinekurse zur Verfügung stellen. Die Kurse sind oft auf Universitäts-Niveau, haben einen strukturierten Vorlesungsplan mit festen Anfangs- und Endzeiten – und sind doch praxisnah. Alles was man braucht: einen Computer und eine halbwegs stabile Internetleitung.

Plattformen im Überblick

Zu den bekannten Anbietern gehört in Deutschland „iversity“. Dort werden zum Beispiel gerade  Kurse zu den Themen „Digital Marketing Leadership“ (auf englisch) oder „Erfolgreich verhandeln“ (auf deutsch) angeboten. Allerdings: Iversity hat Insolvenz angemeldet und es ist nicht sicher, wie es mit dem Start-up weitergehen wird. Eine kostenpflichtige B2B-Plattform soll dem Unternehmen helfen, die Kurve zu kriegen. Es bleibt abzuwarten, ob MOOCs nicht generell künftig kostenpflichtig werden. 

Auch TOP 100-Jurymitglied Prof. Dr. Dr. August Wilhelm-Scheer hat eine MOOC-Plattform gegründet: die „OpenCourseWorld“. Dort werden aktuell zum Beispiel kostenlose Kurse zu den Themen „eBusiness für KMU“ oder „Industrie 4.0“ angeboten.

Die international bekannteste Plattform ist „Coursera“, sie wurde von zwei Stanford-Professoren gegründet. Hier laufen aktuell Kurse u. a. zu den Themen „Design Thinking for Innovation“ und „Coaching Skills for managers“. Die Kurse werden kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr angeboten. 

Noch setzen viele Anbieter auf Studenten als Zielgruppe, doch die Angebote für Unternehmen werden immer mehr ausgeweitet. Wem die doch manchmal etwas einsame Fortbildung also nichts ausmacht, der hat nun keinen Grund mehr, sich auf die faule Haut zu legen. Unternehmen profitieren doppelt: Sie sparen wertvolle Ressourcen durch die kostengünstige Weiterbildung und steigern ihr Innovationsklima.

Autor

Silja Spreyer ist Senior PR-Beraterin bei compamedia.

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