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01. Juni 2016 Sven Kamerar Lesedauer 4 Minuten

Niki Lauda genießt einen legendären Ruf als Rennfahrer – und als Geizhals. In einem neuen Buch erzählt der Österreicher, wie es sich mit diesem Image so lebt. Und welche Bedeutung Geld in seinem Leben spielt. Dazu gibt's Verhandlungstipps. Wir verlosen zwei Exemplare des anekdotenreichen Bandes.

In einem Interview betonte der dreimalige Formel-1-Weltmeister und erfolgreiche Unternehmer Niki Lauda unlängst, dass er keine Freundschaften pflege. Kein Wunder: Wer möchte schon mit jemandem befreundet sein, der sich nach eigenem Bekunden als Grundprinzip nur einladen lässt? „Prominente, die das Geld zum Fenster hinausschmeißen und irgendwann pleite gehen, gibt es schließlich genug“, erzählte Lauda nun der Journalistin Conny Bischofberger. Mit ihr hat er das Buch „Reden wir über Geld“ veröffentlicht.

Auf 200 Seiten äußert sich der umtriebige Österreicher erstmals ausführlich zu seinem „Tabu-Thema“ Geld. Manchmal schießt er dabei übers Ziel hinaus, etwa, wenn er pauschal das Sozialsystem beklagt, bei dem „Menschen mit null Leistung Geld bekommen“. Ansonsten liefert der Band aber viele erhellende und unterhaltsame Anekdoten aus dem Leben des Wieners rund um den schnöden Mammon.

Spannend zu lesen ist beispielsweise, wie Lauda in seinen Anfangsjahren ohne Geld, Reputation und Sicherheiten einer Bank einen Kredit von 2,5 Millionen Schilling abluchste, um den Einstieg in die Formel 1 zu finanzieren. Und wie er dem englischen Rennstallbesitzer Sir Louis Stanley einen Bankangestellten als langfristigen Sponsor präsentierte.

Beide ahnten nicht, worauf sie sich einließen.

Wer diese Kapitel liest, merkt schnell, dass für Laudas bemerkenswerte Karriere das unternehmerische Talent ebenso wichtig war wie das fahrerische Können. 

Sieben Verhandlungsregeln 

Lauda listet im Buch sieben Verhandlungsregeln auf, die er in seinem Leben als Sportler, Airline-Chef und Motorsport-Manager befolgt hat: 

1. „Finde die marktüblichen Preise heraus.“ 

Vor Vertragsverhandlungen fragte Lauda einfach andere Rennfahrer und später andere Fluglinienchefs, zu welchen Konditionen sie Fahrerverträge bzw. Kaufverträge für Flugzeuge abgeschlossen hatten. Sein Angebot: Später erzähle ich euch dann, welchen Vertrag ich abgeschlossen habe. 

2. „Je weniger Emotionen im Spiel sind, desto besser laufen Verhandlungen.“

Als sich Bernie Ecclestone als damaliger Chef des Brabham-Rennstalls bei Vertragsverhandlungen knauserig zeigte, agierte Lauda wenig zimperlich: Er rief dessen Hauptsponsor an und avisierte ihm, dass er nicht mehr für Brabham fahre werde. Der Sponsor drohte daraufhin Ecclestone: „Ohne Lauda kein Vertrag von uns mit Ihnen."

3. „Desinteresse zeigen.“

Der legendäre Enzo Ferrari verlangte Lauda als hartgesottenem Verhandler alles ab. Obwohl der Wiener wusste, dass er mit keinem anderen Auto eine reelle WM-Chance haben würde, konterte er das magere Angebot des Commendatore mit einer Absage. Der besserte tobend in einem zähen Verhandlungsmarathon nach.

4. „Es gibt immer noch einen Spielraum. Nutze ihn aber nicht auf einmal.“

Auch hier berichtet Lauda aus seinen Verhandlungen mit Enzo Ferrari, bei denen sich beide Schritt für Schritt, Prozentpunkt für Prozentpunkt, annäherten. 

5. „Typen wie Ecclestone oder Ferrari respektieren dich mehr, wenn Du nicht als Ja-Sager daherkommst, sondern wirklich hart verhandelst.“

Es ließe sich präzisieren: Sie zahlen dann vor allem mehr!

6. „Verhandle nie nach. Das machen nur Leute, die nie zufrieden sind.“ 

Lauda warnt davor, nach dem Abschluss von Verhandlungen nachzukarten, sollte es sich herausstellen, dass man schlecht vorbereitet war oder nicht alle relevanten Informationen kannte. Das stifte nur Unfrieden. Wichtiger sei es, sich dann das nächste Mal einfach besser vorzubereiten. 

7. „Hinterlasse niemals verbrannte Erde. Geld, das du auf diese Weise gewonnen hast, wird dir kein Glück bringen.“

Laudas Quintessenz aus allen vorherigen Punkten.

Verbranntes „Ohr“ im Gras

Einmal hinterließ Lauda aber doch so etwas Ähnliches wie verbrannte Erde: Ein amerikanischer Sender wollte nach Laudas Feuerunfall auf dem Nürburgring später an der Unfallstelle ein Interview mit ihm führen. Lauda ahnte, dass „sie mit einem großen, emotionalen Lauda-Moment spekulierten und dachten: Der wird jetzt sicher weinen, wenn er in der Kurve bei Kilometer 10,7 steht, in der er fast verbrannt wäre.“

Also fuhr Lauda schon vorher hin und versteckte dort ein kleines braunes Laugenkipferl im Gras. Als dann die Reporterin penetrant versuchte, Lauda aus der Reserve zu locken, ging er zu der Stelle, hob das Kipferl auf und sagte: „Oh, schauen Sie, hier liegt noch mein Ohr.“ Die Dame war geschockt und das Interview erstmal gelaufen.

Fazit 

Lauda spricht bzw. Bischofberger schreibt in dem Buch in lockerem, gut lesbarem, nicht allzu anstrengendem Ton über seine Philosophie des Geldes. Das weitgehend aus Anekdoten bestehende Buch ist dabei kein Ratgeber à la Maschmeyer, wie man angeblich in Kürze zum Millionär wird. Es ist vielmehr eine bunte Revue über die Bedeutung des Geldes in allen Lebenslagen Niki Laudas. Seine wichtigste Lebensmaxime: „Reich werden nur jene, deren Bedürfnis, Geld zu behalten größer ist als ihr Wunsch, es auszugeben.“

Aufgepasst!

Wir verlosen zwei Exemplare des Buchs. Und so einfach geht's: Eine E-Mail mit dem Betreff „Buchtipp“ an newsletter@compamedia.de senden, und bitte die Postadresse nicht vergessen! Die Gewinner geben wir im nächsten „Spickzettel" bekannt. 

Niki Lauda (mit Conny Bischofberger), Reden wir über Geld, Verlag edition a, ISBN: 978-3-9901-143-0/ 21,90 Euro.

Teilnahmebedingungen für Gewinnspiele

Gewinner Buchtipp April 2016 

Im letzten Spickzettel gab es drei Exemplare des Buches „Der perfekte Augenblick“ zu gewinnen.

Die glücklichen Gewinner sind:  

  • Rüdiger von Dawans aus Berlin
  • Dirk Meurer aus Garbsen
  • Ralf Schäfer aus Marklkofen
Autor

Sven Kamerar ist der Leiter der Unternehmenskommunikation bei compamedia. Unter @SKamerar twittert er über alle Themen rund um TOP 100.

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