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Geschäftsmänner im Wettlauf.
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Mittelständler auf Rekordjagd

09. November 2017 Pascal Simon Lesedauer 3 Minuten

Die Mitarbeiterzahlen steigen, die Umsätze wachsen und das Investitionsvolumen legt zu – beim „Mittelstandspanel 2017“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau stellt der Mittelstand seine Stärke eindrucksvoll unter Beweis. Schnell wird klar: Der größte Vorteil der Unternehmen ist ihre Innovationskraft.

In der aktuellen Ausgabe ihres „Mittelstandspanels“ präsentiert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eindrucksvolle Zahlen aus dem Mittelstand. Die Autoren der Studie sprechen gar von einer neuen „Rekordjagd“. Tatsächlich hat die Zahl der Erwerbstätigen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) einen neuen Höchstwert erreicht. Auch im Hinblick auf Umsatz und Investitionsvolumen geht es weiter aufwärts. Doch der Reihe nach.

Wissens- und forschungsintensive Sektoren stark

Sämtliche Zahlen des aktuellen KfW-Reports beziehen sich auf das Jahr 2016. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten 30,9 Millionen Erwerbstätige für klein- und mittelständische Betriebe – das entspricht einem absoluten Zuwachs von 1,46 Millionen Erwerbstätigen (4,6%) im Vergleich zum bisherigen Rekordwert aus dem Vorjahr. Im gleichen Zeitraum wurden sowohl bei Großunternehmen als auch im öffentlichen Sektor insgesamt 400.000 Arbeitsplätze abgebaut. Es wundert also nicht, wenn die Autoren den Mittelstand als „Herzstück des Beschäftigungsbooms der letzten Jahre“ ausmachen.

Ingenieurin macht Skizzen vor futuristischem Hintergrund
Konstruktion, Entwicklung, Design – gerade im Bereich der wissensintensiven Dienstleistungen herrscht hohe Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern. (© Sergey Nivens / fotolia.com)

Besonders stark ist der beschriebene Beschäftigungszuwachs im Bereich der wissensintensiven Dienstleistungen – seit 2010 verzeichnet dieses Segment 2,4 Millionen zusätzliche Mitarbeiter. Das entspricht rund drei Vierteln des gesamten Mitarbeiterwachstums mittelständischer Betriebe zwischen 2010 und 2016.

Überdurchschnittlich viele neue Arbeitsplätze sind auch im Bereich des forschungsintensiven verarbeitenden Gewerbes entstanden. Diese Entwicklung zeigt die enge Verknüpfung von Innovationsgeist in Form von spezialisiertem Know-how und Forscherdrang einerseits und wirtschaftlichem Erfolg andererseits.

Starkes Umsatzwachstum im Binnenmarkt

Im Hinblick auf die Umsatzentwicklung setzt der Mittelstand den Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Mit einem Wachstum von 3,9% im Vergleich zum Vorjahr liegen die KMU sogar über dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum (nominales BIP) von 3,3%. Dieses Umsatzplus ist in erster Linie auf den Erfolg im Binnenmarkt zurückzuführen. Hier wurden neue Marktanteile erschlossen. Das Auslandsgeschäft hingegen stagnierte .

Wachstumskurve steigt nach oben
Die Umsätze der KMU steigen – das liegt in erster Linie an den Erfolgen auf dem Binnenmarkt. (© Thomas Söllner / fotolia.com)

Zwiespältiges Verhältnis zu Investitionen

Ein erstaunliches Ergebnis liefert der Blick auf die Investitionsbereitschaft: Hier tritt der Mittelstand insgesamt gesehen auf der Stelle. Besonders vorsichtig zeigten sich die Vertreter aus dem verarbeitenden Gewerbe. Bei ihnen investierte nur jedes zweite Unternehmen in seine Weiterentwicklung. Angesichts des raschen Wachstumstempos der wissens- und forschungsintensiven Sektoren wird klar: Die investitionsschwachen Zweige drohen schnell abgehängt zu werden. Sie sollten wachsam sein.

Während sich die allgemeine Investitionsbereitschaft also seit Jahren auf demselben Niveau bewegt, stieg das Investitionsvolumen bereits im dritten Jahr in Folge an. Im Bereich der wissensintensiven Dienstleistungen erreichten die Investitionen der Mittelständler mit 56 Milliarden Euro sogar ein Allzeithoch. Wie bereits bei der Entwicklung der Mitarbeiterzahlen zeigt sich auch hier der Bedeutungszuwachs des Dienstleistungssektors in der mittelständischen Wirtschaft.

Optimistische Prognose

Geht es nach den Experten der KfW, wird das Gros der Mittelständler seine Scheu vor Investitionen in den kommenden Jahren ablegen. Bereits 2017 erwarten die Analysten einen spürbaren Anstieg. Auslöser sind zum einen optimistische Umsatzerwartungen für die kommenden Jahre sowie zum anderen günstige Absatzprognosen für innovative Waren und Dienstleistungen. Es scheint also, als müsse man sich um die Innovationskraft deutscher Mittelständler auch in Zukunft keine Sorgen machen. Die Gewichte innerhalb des Mittelstands werden sich aber verschieben.

 

Das KfW-Mittelstandspanel

Seit 2003 untersucht die Kreditanstalt für Wiederaufbau die Entwicklung kleiner und mittelständischer Unternehmen in Deutschland. Das „KfW-Mittelstandspanel“ entsteht in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und erscheint jährlich. Grundlage dieses Reports ist die schriftliche Befragung von insgesamt 15.000 mittelständischen Betrieben sämtlicher Branchen und Größenordnung. Die komplette Studie finden Sie hier.

Autor

Pascal Simon ist Redaktionsleiter des TOP 100-Blogs und PR-Berater bei compamedia

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