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Mit diesen Start-ups sollten Sie rechnen

11. Januar 2018 Pascal Simon Lesedauer 4 Minuten

Klein, wendig und voller Energie – immer wieder beeindrucken junge Start-ups mit ihrer Innovationskraft. Doch längst nicht alle schaffen den Sprung von der guten Idee zum profitablen Geschäftsmodell. Wir zeigen ihnen vier Start-ups, die Sie 2018 im Auge behalten sollten.

Staffbase – Das mobile Intranet

Urlaub einreichen, den richtigen Ansprechpartner finden oder einfach den Speiseplan in der Kantine checken – das unternehmenseigene Intranet erleichtert die interne Kommunikation und sorgt für effizientere Abläufe. Vorausgesetzt, es können alle Mitarbeiter darauf zugreifen. Und genau hier liegt das Problem: Denn gerade im Bereich Produktion und Fertigung verfügen längst nicht alle Beschäftigten über einen eigenen PC-Arbeitsplatz. Auch Außendienstler wie Monteure oder Vertreter sind häufig vom internen Informationsfluss abgeschnitten.

Das Chemnitzer Start-up Staffbase hat sich dieses Problems angenommen und bietet seinen Kunden eine App, die alle Aufgaben eines Intranets erfüllt. Vom Mitarbeiterverzeichnis über verschiedene Chatfunktionen bis hin zu Checklisten und Mitarbeiterumfragen bietet das Tool alle zentralen Funktionen. Einmal auf dem Smartphone installiert, haben alle Mitarbeiter über die Staffbase-App jederzeit Zugriff auf wichtige Informationen und können interagieren.

Mit dieser Idee überzeugten die Sachsen bereits namhafte Referenzkunden, darunter Viessmann, MAN oder die Paulaner Brauerei. Kein Wunder also, dass das erst 2014 gegründete Unternehmen auf Wachstumskurs liegt: ausgestattet mit frischem Wagniskapital eröffnete Staffbase vor Kurzem ein Büro in New York. 

Flüchtig, leicht entflammbar und hochexplosiv – Wasserstoff ist eine echte Herausforderung für die Logistik. (© malp / fotolia.com)

Hydrogenious – innovative Wasserstoff-Logistik

Dank seiner hervorragenden Wärmeleitfähigkeit und seiner reaktiven Eigenschaften ist Wasserstoff in den verschiedensten Industriezweigen sehr beliebt. Als Treibstoff für Brennstoffzellenantriebe und als Energiespeichermedium spielt das Element auch bei der Energiewende eine wichtige Rolle. Das Problem: Der Transport von Wasserstoff ist extrem aufwendig und benötigt entweder einen enorm hohen Druck von über 200 bar oder Temperaturen unterhalb von -253 Grad Celsius.

Wenn es nach Daniel Teichmann geht, wird sich das bald ändern. Der Gründer der Firma Hydrogenious hat gemeinsam mit seinen drei Mitgründern eine flüssige Trägersubstanz entwickelt, die Wasserstoff auch unter „normalen“ Umgebungsbedingungen speichern kann. Die Vorteile erläutert Teichmann im Interview mit den Nürnberger Nachrichten: „Heute kann ein spezieller Hochdruck-Lkw gerade einmal 300 Kilogramm Wasserstoff laden. Mit unserer Technik sind bis zu 1.800 Kilogramm in einem herkömmlichen Tanklastwagen möglich und die Ladung ist noch nicht einmal Gefahrgut.“

Hydrogenious hat sein innovatives Verfahren auf den Namen LOHC (Liquid Organic Hydrogen Carrier) getauft. Eine Abkürzung, die man sich merken sollte. Denn das 2013 als Spin-off der Universität Erlangen-Nürnberg gegründete Unternehmen wächst schnell: Binnen vier Jahren hat sich die Mitarbeiterzahl von 1 auf 50 erhöht, Tendenz weiter steigend. Zudem sicherten sich die Gründer die Unterstützung einer internationalen Bergbaufirma als Investor.

Pendix – Tuning fürs Fahrrad

Spätestens seit den jüngsten Abgasskandalen der Automobilindustrie ist klar: Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch. Doch während die Entwicklung leistungsstarker Elektroautos nur sehr schleppend vorangeht, ist der Elektroantrieb bei Fahrrädern im Mainstream angekommen. Von diesem Trend profitiert das Zwickauer Start-up Pendix.

Der E-Motor wird direkt am Tretlager angebracht, das sorgt für eine gleichmäßige Belastung des Rahmens. Der Akku dagegen sieht nicht nur aus wie eine Trinkflasche, sondern wird auch an der entsprechenden Stelle montiert. (© Pendix)

Gründer Thomas Herzog konstruierte selbst jahrelang E-Motoren für die Automobilindustrie, ehe er sich mit seiner eigenen Geschäftsidee selbständig machte: ein Elektroantrieb, mit dem Nutzer ihr herkömmliches Fahrrad zum E-Bike aufrüsten können. Nach Angaben des Herstellers funktioniert das bei allen Fahrradtypen, vom Klapprad bis zum Mountainbike. Den Umbau übernehmen die Kunden jedoch nicht selbst – ein Fachhändler übernimmt die Montage. Rund vier Jahre nach seiner Gründung verfügt Pendix europaweit mittlerweile über 526 solcher Partnerwerkstätten, Tendenz steigend.

Für Blinkist-Nutzer zählt der Bücherstapel zur Vergangenheit. Stattdessen gibt’s die wichtigsten Inhalte in kurzen Info-Häppchen auf dem Smartphone. (© Kara / fotolia.com)

Blinkist – ein ganzes Buch in 15 Minuten

Das Berliner Start-up Blinkist richtet sich an wissbegierige Nutzer mit knappem Zeitbudget – also praktisch an jedermann. Die Idee: Über seine App versorgt das 2012 gegründete Unternehmen seine Kunden mit Kurzzusammenfassungen von inzwischen mehr als 2.500 Sachbüchern. Binnen 15 Minuten, so das Versprechen, erhält der Leser einen Überblick über die wichtigsten Kernaussagen des gewählten Buchs. Klassiker wie Adam Smiths „Wealth of Nations“ oder Machiavellis „Der Fürst“ werden ebenso auf wenige Seiten eingedampft wie aktuelle Bestseller aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Management.

Zugegeben, die Vorstellung, sich in wenigen Minuten das Wissen eines ganzen Buches anzueignen, klingt sehr verlockend. Die Investoren dachten ähnlich und versorgten die Berliner bereits mit rund 15 Millionen US-Dollar Wagniskapital. Ob die Zusammenfassungen die vollmundigen Versprechungen von Blinkist tatsächlich erfüllen können, muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden. Das allgemeine Presseecho war bislang jedoch durchweg positiv.

Autor

Pascal Simon ist Redaktionsleiter des TOP 100-Blogs und PR-Berater bei compamedia

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