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Geschäftsmann steht vor einer Wand, sein Schatten ist der eines Superhelden mit wehendem Cape

Geht nach Hause, ihr Helden!

05. Mai 2017 Silja Spreyer Lesedauer 2 Minuten

Erinnern Sie sich noch an die Helden Ihrer Kindheit? Sie waren mutig und frei von allen Fehlern. Heute sind diese Helden oft starke Führungspersönlichkeiten - Superstars, die sich selbst inszenieren und über jede Kritik erhaben sind. In Unternehmen kann das fatale Folgen haben.

Ohne Zweifel: Es kann eine Zeitlang sehr praktisch sein, sich auf jemanden zu verlassen. Eine schwierige Entscheidung nicht alleine treffen zu müssen oder darauf zu vertrauen, dass jemand anderes schon irgendeine brillante, visionäre und revolutionäre Idee hervorbringen wird. In vielen Unternehmen funktioniert das auch genau so seit vielen Jahrzehnten: Das obere Management gibt die Marschrichtung vor, während die Mitarbeiter genau das tun, was ihnen gesagt wird - ohne selbst zu denken oder gar lösungsorientiert zu arbeiten.

Überlebensgroße Silhoutte
Der "Big Boss" hat ausgedient - heutzutage sind Moderatoren gefragt. (© Sergey Nivens / fotolia.com)

Diese Art der „heroischen Führung" geht davon aus, dass eine Person alleine in der Lage ist, die absolute Kontrolle auszuüben. Unsere Welt ist mittlerweile aber derart komplex geworden, dass ein Individuum alleine niemals alle Probleme überschauen oder gar lösen kann. Die Folge: Führungskräfte bemühen sich darum, kompetent zu erscheinen, selbst wenn sie diese Kompetenz hintergründig gar nicht besitzen.

Wer die Welt jedoch ausschließlich von „oben herab" betrachtet, der kann abheben und den Anschluss an seine Mitarbeiter verpassen. Was einerseits zu Frust und Unzufriedenheit führt, andererseits aber auch eine Bedrohung für jedwede Innovation darstellt.

Keine Weicheier, sondern Moderatoren

In einer Zeit, in der die digitale Transformation die Welt auf den Kopf stellt, kann das Modell der heroischen Führung ein Unternehmen nur zum Scheitern verurteilen. Die Lösung ist eine postheroische Führung - und nein, das ist nicht das Gegenteil der „heldenhaften Führung" und es heißt auch nicht, dass Führungskräfte nun zu „Weicheiern" werden sollen.

Beim „postheroischen Management" werden die Führungskräfte vielmehr zu Moderatoren, die ihren Mitarbeitern bestmögliche Rahmenbedingungen zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit anbieten. Postheroische Manager nutzen die Kompetenz und das Wissen der Mitarbeiter, um innovative Prozesse zu etablieren und zu neuen Ideen zu kommen. Sie stehen für ihre Mitarbeiter ein, geben Freiheiten und vermeiden Bürokratie, so gut es nur geht.

Im Kern geht es den postheroischen Managern also darum, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens in die Höhe zu treiben und gleichzeitig eine soziale Verantwortung zu übernehmen. Wer Mitarbeiter dazu einlädt, schwierige und komplexe Probleme gemeinsam mit der Führungsebene zu lösen, wird aus diesen Menschen tatkräftige Aktivisten machen, die das Unternehmen voranbringen wollen.

Während der heroische Manager glaubt, die Welt (und das Unternehmen) alleine retten zu können, hat die postheroische Führungskraft erkannt, dass die Kraft eines Unternehmen nur durch gemeinschaftliches Handeln optimal ausgeschöpft werden kann. Wer braucht da noch einen Helden?

Autor

Silja Spreyer ist Leiterin Digitales bei compamedia.

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