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Einfach mal "Nein" sagen

02. Februar 2017 Pascal Simon Lesedauer 3 Minuten

Alles ist möglich – und genau das ist das Problem. Denn die schiere Fülle an Optionen erzeugt bei Vielen vor allem eines: Überforderung. In Ihrem aktuellen Buch „NEIN“ plädieren TOP 100-Jurorin Anja Förster und Peter Kreuz für mehr Mut zu klaren Entscheidungen. Wir verlosen drei Exemplare.

Mal ehrlich, wie oft haben Sie in dieser Woche eine Frage mit einem ausweichenden „Hm, ja mal schauen...“ beantwortet, wenn Sie eigentlich „Nein“ meinten? Bei mir waren es – grob geschätzt – insgesamt acht Mal. Meist versehen mit dem Standard-Zusatz: „Wir können ja nochmal schreiben.“ Schließlich sind dank What’s-App und Co. alle meine Kontakte rund um die Uhr für mich erreichbar und eine spontane Planänderung ist via Gruppenchat schnell vereinbart. Warum sollte ich mich also vorzeitig festlegen und mir durch ein verfrühtes „Nein“ Optionen verbauen, die ich später vielleicht vermisse?

In Ihrem Element: TOP 100-Jurorin Anja Förster ist auch als Vortragsrednerin gefragt.

Genau dieses Phänomen des Sich-alle-Türen-offen-haltens steht im Fokus des neuen Buches von Anja Förster und Peter Kreuz. Schließlich hat das Herumlavieren gerade Hochkonjunktur. Tatsache ist: Niemals konnte der Einzelne sein Leben derart frei gestalten wie heute. Egal ob Wohnort, Arbeitsplatz oder Lebensmodell – die alte Weisheit des „Jeder ist seines Glückes Schmied“ war noch nie so aktuell wie heute.

F wie Fremdbestimmung

Doch hier beginnen die Probleme. Denn je größer die Freiräume werden, desto größer wird der „Druck“, diese auch zu nutzen. Für Förster und Kreuz steht jedoch fest: nur die Wenigsten sind darauf vorbereitet, selbst klare Entscheidungen zu treffen. Schuld sei nicht zuletzt das Bildungssystem, das Schüler und Studenten von klein auf zur Konformität erziehe. Relevant ist, was im Lehrplan steht, weil es im Lehrplan steht. Auch im Berufsalltag seien die meisten Menschen klaren Vorgaben unterworfen – beim Ausführen standardisierter Aufgaben bleibe so nur wenig Raum für Eigeninitiative und Freidenkertum.

Marionette im Beruf, Freidenker im Privaten – wie soll das gut gehen?

Ganz gleich, ob in der Schule, an der Universität oder im Beruf – überall, so Förster und Kreuz, funktionieren die Menschen nach Schema F – F wie Fremdbestimmung. Dieses Verhaltensmuster steht jedoch im krassen Gegensatz zu der postulierten Freiheit im Privaten. Für Förster und Kreuz führt dieser Widerspruch letztlich dazu, dass die private Gestaltungsfreiheit in erster Linie große Verunsicherung erzeugt.Statisten im eigenen Leben

„Was will ich? Wie werde ich wirklich glücklich? Und was muss ich dafür tun?“ Für die beiden Autoren sind es Fragen wie diese, die bei vielen ein Gefühl der Überforderung auslösen. Aus Angst vor einer falschen Entscheidung, versuchen demnach viele diese schlicht zu umgehen und lassen sich treiben. So verwandelt sich die Selbstverwirklichung in Apathie.

Genau diese vermeintliche Schicksalsergebenheit ist es, die Förster und Kreuz mit ihrem Buch aufbrechen möchten. Das „Nein“ des Buchtitels steht dabei sinnbildlich für den Wunsch nach mehr Entschiedenheit. Der Leser müsse sich darüber klar werden, dass sein Leben eben nicht durch Regeln und äußere Umstände vordefiniert sei. Privat und beruflich seien es die eigenen Entscheidungen, die den Ton angäben – sofern man denn den Mut habe, sie zu treffen. Mit den Worten der Autoren: „NEIN zu sagen ist der Türöffner, um Regisseur unseres Lebens zu sein statt Requisit mit Pulsschlag. Wir definieren uns selbst durch unsere Entscheidungen, wozu wir NEIN sagen.“

Fazit

„NEIN – Was vier mutige Buchstaben im Leben bewegen können“ ist ein Plädoyer gegen das Herumlavieren und für mehr Selbstbestimmtheit. Jenseits des üblichen Ratgeber-Sprechs, verzichten Anja Förster und Peter Kreuz auf plakative Anleitungen und geben stattdessen Denkimpulse. Den Satz „Wir können ja nochmal schreiben“ zum Beispiel werde ich wohl aus meinem Wortschatz verbannen.

Aufgepasst!

Gemeinsam mit dem Pantheon-Verlag verlosen wir drei Exemplare von „NEIN – Was vier mutige Buchstaben im Leben bewirken können“. Senden Sie einfach eine E-Mail mit Ihrer Postadresse und dem Betreff „Buchtipp“ an newsletter@compamedia.de. Den Gewinner geben wir im nächsten Buchtipp in vier Wochen bekannt.

Anja Förster, Peter Kreuz: NEIN – Was vier mutige Buchstaben im Leben bewirken können. Pantheon-Verlag. ISBN 978-3-570-55342-8.

 

 

Gewinner Buchtipp November 2016

Im letzten Spickzettel gab es ein Exemplar von "Wirtschaft verstehen" von Thomas Ramge und Jan Schwochow zu gewinnen. Glückliche Gewinnerin ist Ingrid Sebald aus Forchheim.

Autor

Pascal Simon ist PR-Volontär bei compamedia

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