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Eine Frage der Ehre

27. April 2016 Sven Kamerar Lesedauer 2 Minuten

Das verspricht Spannung: Sahra Wagenknecht und Utz Claassen treffen sich zum Schlagabtausch. Beide sind meinungsstark, diskussionsfreudig, brillante Rhetoriker und nicht unumstritten. Ihr Thema: „Hat die Wirtschaft Vertrauen verspielt?“

Nur die Hälfte der Deutschen vertraut einer GfK-Umfrage zufolge Unternehmern. Aber an wen denken die Deutschen, wenn sie ihr Misstrauen kundtun? An den soliden Mittelständler vor Ort oder doch eher an die Lenker großer Konzerne? Warum ist das Bild von Unternehmern allgemein so schlecht? Liegt es nur an den Medien? Oder haben zum Beispiel auch kleine und mittlere Unternehmer Verbesserungsbedarf, was ihre gesellschaftliche Rolle anbelangt?

Über diese und andere Fragen diskutieren der Unternehmer Utz Claassen und die Politikerin Sahra Wagenknecht auf dem 3. Deutschen Mittelstands-Summit am 24. Juni in Essen. Ihre Meinungsstärke und Diskussionsfreude werden dem Moderator der Runde, Chefredakteur Steffen Klusmann vom „manager magazin“, seine Aufgabe entweder sehr einfach oder sehr schwer machen – je nach Blickwinkel.

Wagenknecht veröffentlichte vor kurzem ihr neuestes Buch, dessen Titel „Reichtum ohne Gier“ verspricht. Eine ihrer Thesen: Der „Wirtschaftsfeudalismus des 21. Jahrhunderts“ habe dazu geführt, dass „99 Prozent der Bevölkerung zum überwiegenden Teil, direkt oder indirekt, für den Reichtum dieses neuen Geldadels [Anm. der Red.: in Anlehnung an den Geldadel des Mittelalters] arbeiten.“ Nach dieser Weltsicht dürfen sich also auch mittelständische Arbeitgeber getrost als „Geldadel“ und Ausbeuter verstanden wissen.

Ob Utz Claassen das auch so sieht? Der Multiunternehmer verfügt über sehr viel Erfahrung in großen und in kleinen Unternehmen. Zusammen mit anderen gründete er 2008 die Firma Syntellix, einen innovativen mittelständischen Spezialisten für Metallimplantate. Das Unternehmen schaffte es in kürzester Zeit zum Weltmarktführer. Zwar bewertet auch Claassen das Geschehen in den Chefetagen großer Konzerne wie etwa VW durchaus kritisch und spricht in einem Gastbeitrag in der „Wirtschaftswoche“ von einer „Mischung aus Inkompetenz, Selbstüberschätzung, Selbstverliebtheit [und] dem Gefühl, nicht mehr angreifbar zu sein“. Hierbei handele es sich jedoch um Ausnahmen, wie er an anderer Stelle in einem Interview mit der „Zeit“ betont. Er habe ansonsten mit „vielen großartigen Führungspersönlichkeiten zusammengearbeitet“.  

Das vollständige Programm des 3. Deutschen Mittelstands-Summits findet sich hier. Dort können auch Karten für die Konferenz am Tag (mit der Diskussion) und für die Preisverleihung am Abend (Ehrung der TOP 100 und der TOP CONSULTANTs) bestellt werden.

Autor

Sven Kamerar ist der Leiter der Unternehmenskommunikation bei compamedia.

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