Am Puls der Zeit
bleiben: mit dem
TOP 100-Blog

Die Herkunft entscheidet

14. Juli 2016 Pascal Simon Lesedauer 3 Minuten

Spätestens seit dem Dieselgate ist Produktcompliance der Begriff der Stunde. Für Produzenten bedeutet das: eine strenge Kontrolle der Zulieferer und eine Rückverfolgung der gelieferten Ressourcen bis zu ihrem Ursprung. Gerade im Hinblick auf sogenannte Konfliktmineralien ist das jedoch eine echte Herausforderung. iPoint-systems, der Innovator des Jahres 2016, hilft Unternehmen dabei, diese Aufgabe zu bewältigen.

Die Frage nach der Herkunft eines Produkts wird für Kunden immer wichtiger. Nirgends lässt sich dieser Trend besser beobachten als bei Lebensmitteln. „Je regionaler, desto besser!“ lautet hier die Devise. Doch während ich jedes einzelne Ei dank des auf der Schale aufgedruckten Codes bis zum Hühnerstall zurückverfolgen kann (und das gelegentlich sogar tue), herrscht bei mir in anderen Bereichen völlige Ratlosigkeit. Ich habe beispielsweise nicht die geringste Ahnung, welche Komponenten in dem Mac verbaut sind, auf dem dieser Text gerade entsteht. Geschweige denn, woher diese stammen. Dabei wäre diese Information mindestens so relevant wie die Frage nach Freilandei oder Legebatterie. 

Konfliktmineralien als „Brandbeschleuniger“

Unter der glatten Oberfläche meines Macs verbergen sich eine Vielzahl kleiner elektronischer Bauteile, bei deren Herstellung Coltan verwendet wird. Dabei handelt es sich um ein Mineral, eine chemische Verbindung der Metalle Tantal und Niob. Coltan ist in vielerlei Hinsicht das perfekte Material: Es ist extrem hitzebeständig, korrodiert nicht, verfügt über eine hervorragende elektrische Leitfähigkeit und ist dazu noch leicht zu verarbeiten. Kein Wunder also, dass das Mineral bei Apple und Co. so beliebt ist. Doch woher stammt es?

Genau das ist das Problem: Coltan ist ein sogenanntes Konfliktmineral. Ein Großteil der weltweiten Produktion stammt aus der Demokratischen Republik Kongo, in der seit 1996 ein nahezu permanenter Bürgerkrieg herrscht. Der Handel mit Coltan gilt als eine der wichtigsten Einnahmequellen der unterschiedlichen Rebellengruppen, die zahlreiche Minen kontrollieren. Wer also kongolesisches Coltan kauft, läuft Gefahr, mit seinem Geld den anhaltenden Konflikt im Land indirekt mitzufinanzieren.

Aus diesem Grund gibt es Rechtsvorschriften wie den 2010 vom amerikanischen Kongress verabschiedeten Dodd-Frank Act. Dieser verpflichtet amerikanische Unternehmen, die Konfliktmineralien wie eben Coltan, Wolfram, Zinn oder Gold, verwenden, deren Herkunft offenzulegen. Doch wie lassen sich diese Vorschriften in der Praxis umsetzen? Wie kann ein Unternehmen sicherstellen, dass das Coltan des Zulieferers nicht in einer Rebellen-Mine gefördert wurde? 

Auf die Software kommt es an

Hier tritt einer der „Innovatoren des Jahres 2016“, die iPoint-systems GmbH, auf den Plan. Das Unternehmen entwickelt cloudbasierte Software-Lösungen, mit deren Hilfe Unternehmen sich von ihren jeweiligen Zulieferern mit entsprechenden Daten zur Herkunft der gelieferten Mineralien versorgen lassen können. Diese Informationen werden automatisch plausibilisiert und verdächtige Einträge zur genaueren Untersuchung markiert. So können sich Unternehmen bei der Überprüfung der Lieferkette auf die kritischen Fälle konzentrieren. Die „Schwarzen Schafe“ unter den Zulieferern werden so schnell aussortiert. 

Doch iPoint-systems hilft nicht nur bei der Sammlung der Daten, sondern auch bei deren Verwaltung und Aufbereitung. Nutzer richten so zu jedem Zulieferer oder auch zu jedem Bauteil eine spezifische Historie ein, die sich jederzeit zurückverfolgen lässt. Zudem ist eine Verknüpfung der gelieferten Bauteile zu den jeweiligen Abteilungen eines Unternehmens möglich. Auf diese Weise werden Kundenreportings und offizielle Berichte über die Herkunft der verwendeten Rohstoffe mit vergleichsweise niedrigem Aufwand erstellt. 

Mehr als 33.000 Unternehmen weltweit überwachen mit Hilfe von iPoint-systems ihre Versorgungskette und stellen damit die rechtliche und moralische Compliance ihrer Produkte sicher. Darüber hinaus zahlt eine hohe Transparenz in Bezug auf die Herkunft zentraler Ressourcen auch auf das Image der betreffenden Unternehmen ein. 

Inzwischen hat sich auch die Europäische Union dazu entschieden, die Herkunft von Konfliktmineralien stärker zu kontrollieren. Ein entsprechendes Gesetz nach amerikanischem Vorbild ist in Vorbereitung. Denn auch wenn der Konflikt in der Demokratischen Republik Kongo gerade abklingt, wird der Handel mit Bodenschätzen auch in zukünftigen Konflikten zentraler Bestandteil der Kriegsökonomie bleiben. 

 

Weitere Informationen zum Thema Konfliktmineralien, den rechtlichen Anforderungen an das Supply Chain Management sowie deren Marktauswirkungen auf Händler und Zulieferer finden Sie im aktuellen E-Book von iPoint-systems.

 

Autor

Pascal Simon ist PR-Volontär bei compamedia

E-Mail schreiben

Kommentare

Kommentar verfassen

*Wird nicht veröffentlicht

Über uns

TOP 100 ist die Auszeichnung für Deutschlands innovativste Mittelständler.

Unser Innovationsblog inspiriert unsere Leser dazu, wie die TOP 100 innovativ und kreativ zu denken und auf diese Weise mutig die Zukunft zu gestalten.

Highlights

Schrecken und Chancen der Disruption
06. Februar 2017
Die Senkrechtstarter der Start-up-Szene
11. Januar 2017
Die Macht der Zahlen
10. November 2016
Universitäten als Ideenfabriken für den Mittelstand
22. September 2016
Innovationsmarketing: Nur keine falsche Bescheidenheit
05. September 2016

Best-of der Preisverleihung 2016

Mehr erfahren

Den
TOP 100-Blog
abonnieren

Zum RSS-Feed