Denkerrunde mit Alpenblick

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Denkerrunde mit Alpenblick

14. November 2017 Sven Kamerar Lesedauer 4 Minuten

Im Bergort Tschiertschen trafen sich TOP 100-Unternehmer zur Denkerrunde. Die Offenheit aller Teilnehmer, das gekonnte Coaching von Ranga Yogeshwar und das Ambiente des legendären Alpina-Hotels schufen dabei eine einmalige Atmosphäre. Für einen unerwarteten Höhepunkt sorgte ein Schweizer Bergbauer.

Ein doppeltes „Wow!“ – so reagierten die Teilnehmer bei ihrer Ankunft im idyllischen Tschiertschen im Schweizer Kanton Graubünden. Zum einen begeisterte sie die herrlich verschneite Landschaft und das unter blauem Himmel strahlende Alpenpanorama. Während unten im Tal noch keine Spur Schnee lag, hatte es rund um Tschiertschen, das auf 1.350 Metern Höhe liegt, kräftig geschneit. Aber die Schweizer wären nicht die Schweizer, wenn sie die enge, kurvige Strecke von Chur hinauf ins 200-Seelen-Dorf nicht vorbildlich geräumt hätten.

Zum anderen beeindruckte die Top-Innovatoren das ungewöhnliche Ambiente des Tagungsorts: des legendären Alpina-Hotels. 1897 erbaut, blickte das Hotel auf eine abwechslungsreiche und bisweilen stürmische Geschichte zurück, als es in den 1980er-Jahren in einen Dornröschenschlaf versank bzw. ein „Naturfreundehaus für kostenbewusste holländische Gäste“ (Zitat Hotel-Webseite) wurde. Erst der malaysisch-chinesische Milliardär Teo Ah Khing verhalf dem Hotel als neuer Besitzer 2014/15 mit einer überragenden Restauration im Stil der Belle Époque zu neuem Glanz.

Vertrauliche Atmosphäre

Für den richtigen Rahmen der TOP 100-Denkerrunde in kleinem Kreis war also gesorgt, zumal wir exklusiver Gast im Alpina waren. Alle Teilnehmer konnten sich auch jenseits der wunderbaren Seminarräume austauschen, ohne spitze Ohren anderer Gäste fürchten zu müssen.

Intensiver Austausch auch in den Pausen: Ranga Yogeshwar im Gespräch mit Arno Schelzke von der Berliner ASIG-Stiftung. (© Jörg Bluhm)

Und für noch etwas war gesorgt: eine Arbeitsatmosphäre emsiger Vertraulichkeit. Im Vorfeld hatten alle Teilnehmer in Absprache mit compamedia und Ranga Yogeshwar jeweils eine Fragestellung eingereicht, die ihr Unternehmen beschäftigt. Wie lässt sich beispielsweise eine strukturierte, offene Innovationskultur in Unternehmen etablieren und besonders in Phasen rasanten Wachstums bewahren? Oder wo liegen Fallstricke bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im digitalen Zeitalter? Und wie überwinden Vertreter klassischer Branchen die Skepsis bei Kunden gegenüber 4.0-Produkten?

Rauchende Köpfe in Tschiertschen: Die Top-Innovatoren arbeiteten in Kleingruppen an ihren Fragestellungen. (© Jörg Bluhm)

10 Regeln und eine kluge Dramaturgie

Als Spiritus Rector der Denkerrunde hatte Ranga Yogeshwar ferner zehn Regeln definiert, mit denen er eine „ungewohnt konspirative und inspirative Atmosphäre“ schaffen wollte. Oberste Gebote: Offenheit, Ehrlichkeit, Lust auf Neues und Perspektivwechsel. Gerade den Perspektivwechsel forcierte der TOP 100-Mentor mit einer klugen Dramaturgie mit vier jeweils halbtägigen Arbeitsrunden. Dabei beflügelte auch der Wechsel zwischen der intensiven Arbeit in 4er-Gruppen und Runden mit der gesamten Gruppe neue Sichtweisen auf die eingereichten Fragestellungen.

Die Herkunft der Spitzenunternehmer aus ganz unterschiedlichen Branchen leistete ebenfalls einen wertvollen Beitrag für den Erfolg der Runde. Yogeshwar freute sich schon zu Beginn über „die kompetente und heterogene Gruppe“, die sich in Tschiertschen zusammengefunden hatte.

Der Rebell von Tschiertschen

Am Ende des ersten Arbeitstages wartete noch eine besondere Überraschung auf die Gäste: ein Besuch bei Adrian Hirt, dem „AlpenHirt". Der Lebensmittelingenieur begeisterte seine Besucher nicht nur mit seinem spannenden Lebensweg, sondern vor allem mit seiner totalen Hingabe und seinem sprühenden Enthusiasmus, mit denen er in Tschiertschen einen ungewöhnlichen Betrieb aufgebaut hat.

Absolute Transparenz: Mithilfe des Barcodes auf der Verpackung können Adrian Hirts Kunden genau zurückverfolgen, von welchem Tier ihre Wurst stammt. (© Jörg Bluhm)

Mit einer artgerechten Tierhaltung, die noch über gängige Bio-Standards hinausgeht, und einer Rückbesinnung auf althergebrachte Verarbeitungs- und Veredlungstechniken fordert Hirt die arrivierten Großanbieter heraus. Sicherlich: Das Schlachten bleibt auch bei ihm ein blutiges Geschäft. Aber der Weg dorthin und die tiefe Wertschätzung für das Produkt Fleisch machen Hirts Betrieb zu einem außergewöhnlichen Anbieter, der aus der Tradition heraus Innovatives schafft. Man kann ihm nur sehr viel Erfolg und viele Kunden wünschen.

Was hat die Denkerrunde gebracht?

Am Ende der beiden Tage herrschte bei allen teilnehmenden TOP 100-Unternehmern eine erschöpfte Zufriedenheit. Tatsächlich war es ihnen gemeinsam mit Ranga Yogeshwar gelungen, Erkenntnisse und neue Perspektiven zu gewinnen – verbunden mit einer langen Liste von Ideen zur Bewältigung ihrer Herausforderungen. „Die wichtigste Erfahrung für mich war das Aushalten des kritischen Hinterfragens in einer absolut vertrauensvollen Atmosphäre“, fasst ein Teilnehmer seine Eindrücke zusammen. Und eine andere Top-Innovatorin schreibt: „Diese Denkerrunde als außergewöhnliche Erfahrung zu bezeichnen, würde mein Befinden nicht annähernd beschreiben.“

Auch deshalb wird es im November 2018 wieder eine TOP 100-Denkerrunde in Tschiertschen geben. Interesse? Dann merken Sie sich schon einmal die Woche vom 5. bis 9. November vor (die genauen Tage stehen im Frühjahr fest) oder optionieren Sie gleich unverbindlich schon einmal einen der wenigen Plätze. Die Denkerrunde steht exklusiv Vorständen, Geschäftsführern und Inhabern von TOP 100-Unternehmen der Jahrgänge 2017 und 2018 offen.

Autor

Sven Kamerar ist der Leiter der Unternehmenskommunikation bei compamedia. Unter @SKamerar twittert er über alle Themen rund um TOP 100.

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