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Workshop Innovation TOP 100

Denkerrunde in den Schweizer Bergen

21. November 2019 Sven Kamerar Lesedauer 4 Minuten

Einmal im Jahr reisen Unternehmer in die Idylle des entlegenen Bergdorfes Tschiertschen, um in der einzigartigen Atmosphäre Erfahrungen, Ideen und Meinungen auszutauschen. Die dritte Auflage der TOP 100-Denkerrunde begeisterte wieder ihre Teilnehmer – nicht zuletzt wegen eines ungewöhnlichen „Außentermins“.

Die Wolken hängen tief und hüllen den Ort in dicke Nebelschwaden, als die Gäste in Tschiertschen ankommen. Es scheint, als läge mehr als sonst Stille über diesem grandiosen Bergdorf – nur unterbrochen von dem Glockengeläut der Alpenkühe, die nahe des Alpina Mountain Resort grasen.

Drinnen, im Hotel, sollte jedoch die folgenden Tage – im besten Sinne – alles andere als Stille herrschen: 17 TOP 100-Unternehmerinnen und -Unternehmer diskutierten drei Tage lang intensiv Fragestellungen aus ihren Firmen. Denn das macht die Denkerrunde als Format so einmalig: Vor jeder Runde führt compamedia mit den einzelnen Angemeldeten ein ausführliches Gespräch, in dem das konkrete Anliegen jedes Teilnehmers herausgearbeitet und dokumentiert wird, als Basis für den späteren Erfahrungs- und Lösungsaustausch.

Den übergeordneten inhaltlichen Rahmen bildeten in diesem Jahr zwei Themen: „Innovationskultur: Schrittmacher im Zeitalter der digitalen Revolution“ und „Werte und Haltung: ein Kompass in Zeiten rasanten Wandels“. Der Übergang verlief dabei in den Gesprächen fließend, denn „Thema 2 bestimmt, was bei Thema 1 herauskommt, das heißt, mit welchen Innovationen wir uns im Unternehmen beschäftigen sollten“, formulierte ein Teilnehmer.

Konzentrierter Zuhörer und Impulsgeber: der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar. Bild: Jörg Bluhm

Hoher Erkenntnisgewinn

Als Gründer und Spiritus Rector der Denkerrunde hatte Ranga Yogeshwar die Veranstaltung auf Basis der eingereichten Fragestellungen vorbereitet. Der Wissenschaftsjournalist und TOP 100-Mentor hatte sich dabei in diesem Jahr eine kongeniale Verstärkung geholt: den langjährigen Ethik-Professor und ehemaligen Präsidenten der Caritas Europa, Dr. Erny Gillen. Der Luxemburger führt inzwischen das von ihm gegründete „Moral Factory Institut“ und berät europaweit Unternehmen in Fragen der Ethik und Leadership.

Mit ihrer kenntnisreich und inspirierend geführten Moderation der Denkerrunde sorgten Yogeshwar und Gillen für einen lebendigen Austausch zwischen den Gästen – und vor allem für eine überwältigende Resonanz am Ende der Veranstaltung, was den Erkenntniswert für die anwesenden Top-Innovatoren betrifft.

Eine Unternehmerin, die bereits zum dritten Mal nach Tschiertschen gekommen war, dankte enthusiastisch „für die wunderbare Organisation und das feine Gespür bei der Gesprächsmoderation", während ein anderer prägnant schrieb: „Es war wieder einmal großartig“.

Sorgte für geistige Spannkraft in der Diskussion über Werte und Haltung: Dr. Erny Gillen vom Moral Factory Institut. Bild: Jörg Bluhm

„Komm heim und arbeite“

Ein besonderes Highlight jeder Denkerrunde ist der traditionelle „Außentermin“ am Dienstagabend, dem zweiten Tag der Runde. In diesem Jahr folgte die Gruppe einer Einladung der Oblamatik AG aus Chur, einer internationalen Technologieführerin im Bereich Trinkwassermanagement. Das jüngst eingeweihte, 25 Millionen Schweizer Franken teure Innovations- und Technologie-Zentrum der Firma gilt als das modernste Gebäude der Schweiz. Grund genug für die angereisten Top-Innovatoren, den Bau und das Unternehmen mit seinem beeindruckenden Wachstum zu besichtigen.

„Allein deswegen hat sich die Teilnahme an der Denkerrunde in diesem Jahr gelohnt“, resümierte ein TOP 100-Unternehmer, als ein informationsreicher Aufenthalt bei Oblamatik zu Ende ging. Deren Gründer und CEO, Roland Obrist, schilderte den nicht immer geradlinigen Weg vom Start-up zum etablierten Player. Und vor allem führte er zusammen mit der Personalleiterin, Katja Bartholet-Zweifel, den beeindruckenden Strauß von Maßnahmen auf, mit denen die Firma ein Arbeitsumfeld schafft, das seinesgleichen sucht – bis hin zum Sternekoch, der die Mitarbeiter zum überraschend moderaten Preis täglich bekocht.

Wer sich das Video anschaut, versteht, warum Oblamatik die besten Köpfe für sich gewinnt.

Chur als „5G-Stadt“ der Schweiz

Eine Überraschung an dem Abend war der Besuch des Stadtpräsidenten (Oberbürgermeister) von Chur, Urs Marti. Marti, der selbst lange Jahre ein erfolgreicher Unternehmer war, hob die Vorzüge „seiner“ Stadt hervor, die immerhin die älteste der Schweiz ist – und zugleich eine der modernsten: So befänden sich allein zwölf 5G-Masten in Chur, hob Marti hervor. Zum Vergleich: Die 20 größten Städte in Deutschland sollen erst Ende 2020 über ein ausreichendes 5G-Netz verfügen! Vodafone nahm gerade den ersten (!) Masten in Berlin in Betrieb.

Der Leiter der örtlichen Wirtschaftsförderung, Victor H. Zindel, der den Termin bei Oblamatik vermittelt und den Stadtpräsidenten für den Austausch mit den TOP 100 gewonnen hatte, unterstrich denn auch die Qualitäten des Standortes Chur, die weit über das vielfach diskutierte Steuerthema hinausgingen.

Deutsche Top-Innovatoren treffen Schweizer Top-Innovator. Bild: Jörg Bluhm

Am Ende berichtete sogar die lokale Wirtschaftspresse über den Besuch der Top-Innovatoren.

Die Vorfreude auf die 4. TOP 100-Denkerrunde im kommenden Jahr dürfte damit bei den Teilnehmern und hoffentlich auch bei den Lesern dieses Beitrages geweckt sein. Dafür anmelden können sich die Top-Innovatoren der Jahre 2019 und 2020.

Autor

Sven Kamerar ist der Leiter der Unternehmenskommunikation bei compamedia. Unter @SKamerar twittert er über alle Themen rund um TOP 100.

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