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Afrika wartet auf die deutschen Mittelständler.

Afrika wartet auf die deutschen Mittelständler

01. September 2020 Christoph Klawitter Lesedauer 4 Minuten

Warum sind die TOP 100 so innovativ? Das können die Leser in der neuesten Ausgabe des TOP 100-Buchs herausfinden. Und sie erfahren auch, dass es für deutsche Mittelständler vielversprechende Chancen in Afrika gibt – denn die Firmen können dort mit einem typisch deutschen Erfolgsmodell punkten.

Bislang scheinen deutsche Unternehmer ihren chinesischen Kollegen das Geschäft größtenteils zu überlassen: Etwa 900 deutsche Unternehmen hätten derzeit in Afrika einen Sitz – dem gegenüber stünden jedoch 17.000 Unternehmen aus China, erläutert der Unternehmensberater, Bestsellerautor und politische Analyst Dr. Prinz Asfa-Wossen Asserate in einem Interview im neuen TOP 100-Buch „Innovationshelden“. Der Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie berät Mittelständler, die sich in Afrika niederlassen wollen. „Bisher haben mir die Mittelständler häufig gesagt, es sei ja nicht einmal sicher, dort keinen Totalausfall zu erleiden“, sagt er. Doch das habe sich jetzt geändert: Inzwischen seien nun Hermesbürgschaften, also Exportkredite, die der Bund absichert, für fast alle der 54 anerkannten afrikanischen Staaten möglich – vorher habe es das nur für weniger als ein Dutzend gegeben. Gleichwohl existieren für investitionsfreudige Mittelständler nach wie vor Hemmnisse: „In erster Linie die Tatsache, dass die überwiegende Zahl der 54 Länder Afrikas noch immer von Gewaltherrschern und Despoten regiert werden“, bemerkt der Unternehmensberater.

Asfa-Wossen Asserate berät Mittelständler, die sich in Afrika engagieren wollen. Bild: privat

Vermutlich 80 Prozent der rund 900 deutschen Unternehmen, die derzeit Afrika ansässig sind, hätten sich in Südafrika niedergelassen. Doch es gebe noch andere afrikanische Staaten, in denen sich Investitionen anbieten könnten, erläutert Asfa-Wossen Asserate: beispielsweise Botswana, Ghana, Äthiopien und die Elfenbeinküste. „Das sind Länder im Aufbruch“, sagt er.

Mit neuen Konzepten vor Ort produzieren

Ein Hersteller von Kühlschränken, der seine Produkte nach Afrika exportieren möchte – das dürfte gemäß Asfa-Wossen Asserate kein erfolgversprechender Ansatz sein. In einem solchen Fall würde er dem Hersteller sagen: „Das schaffst du nicht, deine Kühlschränke sind zu teuer. Wenn du aber deine Politik änderst und anfängst, in Afrika zu produzieren, dann kann ich dir garantieren, dass du mit den Chinesen und anderen Asiaten konkurrieren kannst“, schildert der Experte seine Erfahrungen. „Man sollte Afrika nicht nur als Absatzmarkt betrachten, sondern vor allem als einen Kontinent, auf dem man mit neuen Konzepten vor Ort produzieren kann.“

Deutschland habe der Menschheit zwei großartige Geschenke gemacht, sagt Asfa-Wossen Asserate: „Das eine ist die soziale Marktwirtschaft, das zweite ist die duale Berufsausbildung.“ Inzwischen werde zwar eine große Anzahl neuer Universitäten in Afrika gegründet, man finde aber vielerorts kaum einen Maurer, der eine Wand gerade hochziehen könne. „Duale Berufsausbildung ist für Afrika eine ganz wichtige Sache“, sagt Asfa-Wossen Asserate. Doch es brauche Unternehmen, die solche Ausbildungsplätze vor Ort anbieten. „Und das geht nur, wenn sich viele deutsche Mittelständler in Afrika engagieren.“

Standardwerk über innovativen Mittelstand

Im neuen, 516 Seiten starken TOP 100-Buch kommen weitere Experten zu Wort. Holger Schmenger, Geschäftsführer der Haufe Akademie, beschäftigt sich in einem Fachbeitrag damit, wie Unternehmen den ständigen Wandel in unserer Gesellschaft erfolgreich meistern. Er unterstreicht, wie wichtig dabei die im Unternehmen vorherrschende Kultur sei. Über die wachsende Bedeutung der rund 1.700 Sozialunternehmen in Deutschland berichten Laura Haverkamp von der Organisation Ashoka – diese fördert Menschen und Unternehmen, die soziale Probleme lösen wollen – und Dr. Matthias Daub von der Unternehmensberatung Mc Kinsey & Company in einem weiteren Fachbeitrag.

Im TOP 100-Buch werden die innovativsten Mittelständler porträtiert. Bild: compamedia

Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff erläutert in seinem Beitrag, wie eng Optimismus und die Fähigkeit zur Innovation beieinander liegen. Und natürlich kommen all die tatkräftigen und innovativen mittelständischen Unternehmer zu Wort, die in diesem Jahr mit dem TOP 100-Siegel ausgezeichnet wurden. Die Geschichten und Porträts über sie in diesem Buch zeigen, über welch herausragende Innovationskraft der deutsche Mittelstand verfügt.

Dieses Standardwerk der deutschen Innovationsliteratur wird von dem Wissenschaftsjournalisten und TOP 100-Mentor Ranga Yogeshwar herausgegeben.

Ranga Yogeshwar (Hrsg.): TOP 100 2020: Innovationshelden“. Hardcover, 516 Seiten, REDLINE-Verlag. ISBN: 978-3-86881-812-3. 29,99 Euro. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich. 

Autor

Christoph Klawitter schreibt als PR-Redakteur von compamedia für den TOP 100-Blog.

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