Unternehmens­portrait
Interview Francisca A. Schmidt

BELCHEM GmbH

Chemie/Kunststoff

Mode/Textilien Neue Materialien/Werkstoffe

Größenklasse A

3 Teilnahmen

Unsere Fasern fliegen durchs Weltall – das finde ich ziemlich cool.“

Francisca A. Schmidt, Persönliche Referentin der Geschäftsleitung

Hier brennt nichts an

Wer sich in der Automobil- oder in der Luftfahrtbranche auskennt, in der Halbleiterindustrie oder in der Werkstoffforschung, der sollte das traditionsreiche Freiberg in Sachsen kennen. Dort entwickelt und produziert die BELCHEM GmbH temperaturbeständige Hochleistungsfasern, die rund um den Globus gefragt sind. Das innovative Unternehmen ist trotz der Pandemie dabei, stark zu wachsen. Es gewinnt junge, motivierte Menschen, die Interesse daran haben, für eine dynamische Firma zu arbeiten.

Das Besondere an den Fasern von BELCHEM ist, dass sie auch bei Temperaturen von bis zu 1.500 °C  unbrennbar sind. Interessant ist das vor allem für Unternehmen aus der Automobil-, der Flugzeug- und der Industrieanlagenbranche. So werden diese Fasern unter anderem im Motor- oder Batterieraum von Personen- und Nutzfahrzeugen, in Sauerstoffgeneratoren von Flugzeugen oder auch in Cerankochfeldern eingesetzt.

Innovationen gehören zum Alltag

Der Geschäftsführer Dr. Robin Richter gründete sein Unternehmen im Jahr 1997. Der promovierte Chemiker hat nicht nur das nötige Know-how, sondern auch ein Gespür für den Markt. „Wir passen unsere Fasern an die Kundenbedürfnisse an“, betont er. Dank dieser konsequenten Ausrichtung auf die Wünsche der Kunden wächst BELCHEM seit Jahren. Für den Chef und seine rund 40 Mitarbeiter gehören Innovationen zum Tagesgeschäft: „Wir sind nie fertig“ und „Der Weg ist das Ziel“ sind die Leitsätze dahinter. Um Ideen kontinuierlich weiterzuentwickeln, arbeitet man auch mit Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen. Zudem hat der Austausch mit den Kunden oberste Priorität – etwa mit großen US-Firmen aus der Automobilindustrie, zu denen Richter schon seit Jahren beste Kontakte pflegt. Die Pandemiephase wurde bei BELCHEM auch als Chance gesehen: In Absprache mit Stammkunden testete man neuartige Produkte und Herstellungsweisen. Somit wurde die Coronazeit dazu genutzt, Innovation auf allen Ebenen voranzutreiben.

Fortschrittliches Denken

Auch intern sind diese Faserspezialisten fortschrittlich ausgerichtet: Das junge Team bringt stetig neue Ideen ein. Mitdenker sind gefragt, etwa bei der Digitalisierung und der Entwicklung nachhaltiger Arbeitsprozesse. Da das Büro schon digital vernetzt ist, hat man sich zuletzt auf die Digitalisierung der Produktion konzentriert. Außerdem wurden Konzepte entwickelt und umgesetzt, die helfen, den Wasserverbrauch, den Wareneinsatz und den CO2 -Fußabdruck zu reduzieren. Innovation, Flexibilität und Kundenorientierung sind die Punkte des magischen Dreiecks, die Jahr für Jahr für Wachstum bei BELCHEM sorgen.

BELCHEM GmbH

Wie der unternehmerische Pioniergeist und die Entschlussfreudigkeit des Top-Managements Innovationen bei BELCHEM fördert, erklärt Francisca A. Schmidt.

Sie haben einen besonderen Draht in die USA, wo BELCHEM wichtige Geschäftspartner hat.

Ja, das stimmt. Als Deutsch-Amerikanerin kann ich bestätigen: Der Innovationsgeist in den USA ist deutlich ausgeprägter als der in Deutschland. Die Leute dort sagen: „Wir testen es einfach aus. Wenn’s nicht klappt, machen wir woanders weiter!“ Besonders bei Start-ups sind die Amerikaner risikofreudig – wenn sie vom Geschäftsmodell der Firma überzeugt sind. Wir bei BELCHEM haben intensive Beziehungen zu Kunden in den Staaten, beispielsweise zu Unternehmen aus der Automobilindustrie.

Der Pioniergeist der Amerikaner scheint zu Ihrem Unternehmen zu passen. Hat die gute Geschäftsbeziehungzu den Vereinigten Staaten auch etwas mit dem großen Technologieinteresse dort zu tun?

Davon bin ich überzeugt. Auch wir haben eine große Affinität zu neuen Technologien. Das zeigen allein die beiden Sektoren „Automotive“ und „Flugzeuge“, die wir beliefern. Und was noch nicht jeder weiß: Unsere Kunden stellen Dichtungen aus unseren Fasern her, die in Raketen verwendet werden. Unsere Fasern fliegen also durchs Weltall – das finde ich ziemlich cool! Würden Sie sagen, dass auch in BELCHEM so etwas wie ein unternehmerischer Pioniergeist steckt? Absolut. Wir diskutieren nicht lange, wir agieren nach Plan. Ein Beispiel: Nach dem Ausbruch der Coronapandemie gab es in ganz Europa extreme Engpässe bei Betriebsstoffen, die für unsere Produktion essenziell sind. Wir mussten sehr schnell handeln und trafen die Entscheidung, kurzfristig andere Betriebsstoffe zu testen. Diese erfolgreich durchgeführten Versuche erwiesen sich als eine Quelle weiterer Prozessinnovationen in unserem Haus. Das ist für mich Innovation pur.

Sie haben mit Ihrer Strategie offensichtlich Erfolg.

Total. Unsere Umsätze haben sich in den vergangenen Jahren verdoppelt. Wir sind außerdem dabei, uns räumlich und auch personell zu vergrößern. Unser dynamisches Team, die meisten Mitarbeiter sind zwischen 30 und 45 Jahre alt, hat Visionen und will neue Märkte erobern.

Anna Riedl-Strasser

Projektberatung

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