Unternehmensporträt
Active Fiber Systems GmbH
Unternehmensporträt
Vom Labor in die Fertigung
Ein Laser, der einst nur für das Labor bestimmt war, wird heute im Dauerbetrieb eingesetzt. Ein Wissenschaftslaser ist bei der Active Fiber Systems GmbH in Jena in einen Industrielaser für die Halbleiterfertigung umgewandelt geworden, der Siliziumwafer mit ultrakurzen Lichtpulsen bearbeitet. Der Hersteller von Hochleistungslasern und Strahlstrecken für Forschung und Industrie zeigt damit, wie sich Labortechnologie für industrielle Anwendungen anpassen lässt.
Der Laser von Active Fiber Systems ist für den Dauerbetrieb in der Halbleiterindustrie ausgelegt. Dazu gehören umfassende Langzeittests, redundante Systeme sowie die Einhaltung der sogenannten „Copy-Exactly“-Bedingung, nach der Produkte jederzeit exakt gleich gefertigt sein müssen. Damit erfüllt er die strengen Anforderungen der Halbleiterindustrie. Wie stark der Mittelständler Forschung und Industrialisierung verknüpft, bringt Geschäftsführerin Bettina Limpert auf den Punkt: „Die industrielle Lösung wäre ohne unsere intensive Arbeit im wissenschaftlichen Bereich niemals möglich gewesen. Die Forschung bleibt ein zentraler Bestandteil unseres Unternehmens. Hier entstehen die Laser von morgen.“
Die Geschäftsleitung
Großforschung im Labor
Neben den Femtosekunden-Lasern erzielt Active Fiber Systems Innovationserfolge mit XUV-Beamlines, die Forschungsteams Experimente im eigenen Labor ermöglichen, für die früher oft Großanlagen nötig waren. Eine XUV-Beamline ist eine komplette Strahlstrecke für extrem kurzwellige Strahlung vom Laser bis zur Versuchskammer. Mehrjährige Projektverläufe sind typisch, wie ein Beispiel verdeutlicht, das auf viele weitere Projekte im Wissenschaftsbereich übertragbar ist: Der erste Kontakt zum Kunden entstand auf einer Konferenz, es folgten Workshops und Spezifikationsrunden, in denen die Lösung mehrfach angepasst wurde. „Die erste Messung am installierten System war das Ergebnis eines langen, engen und iterativen Prozesses und zeigt, wie wichtig kontinuierlicher Austausch zwischen unseren Teams und den Forschenden für eine innovative Lösung ist“, erklärt Bettina Limpert.
Top-Management als Motor für Innovationen
Dass diese Innovationsleistungen kein Zufall sind, hat viel mit der Führung zu tun. Das Top-Management trifft nach Pilotprojekten bewusst die Entscheidung zur Industrialisierung, baut Teams auf und richtet Prozesse auf Servicefähigkeit und Skalierung aus. Talentprogramme geben Studierenden zudem frühe Praxiseinblicke. So sind einige innovative Ideen von jungen Fachkräften entwickelt wurden, die das Unternehmen realisiert hat, etwa die Ausarbeitung eines Konzepts für Multicore-Fasern, also Glasfasern mit mehreren Lichtleitkernen. Limpert sagt überzeugt: „Innovation entsteht dort, wo Talentprogramme, Forschungspartnerschaften und Industrie nahtlos zusammenwirken.“