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Lamborghini
treibt das
Adrenalin hoch

05. bis 07. Mai und 14. bis 16. September 2016

 

Die TOP 100 bei Lamborghini

Mythos oder Wahrheit? Eine Gruppe von TOP 100-Unternehmern bekam bei einer Reise auf Ferruccio Lamborghinis Spuren einiges über die Geschichte der Sportwagenschmiede zu hören. Von einem langjährigen Mitarbeiter und einem nahen Verwandten. Der Chef-Designer warf derweil einen Blick in die Zukunft.

Die eleganteste Form der Innovation ist es, für bestehende Technologien oder Verfahren neue Anwendungsgebiete zu erschließen.

Der Traktorenfabrikant Ferruccio Lamborghini folgte diesem Ansatz erfreulicherweise nicht, als er sich Anfang der 1960er-Jahre entschloss, Sportwagen zu bauen: Er bediente sich nicht im Technikregal seiner Landmaschinen, sondern ließ Motor und Getriebe neu konstruieren. Sein unmittelbarer Konkurrent Enzo Ferrari war da weniger zimperlich. Und genau darin liegt der Gründungsmythos der Autoschmiede Lamborghini.

Eine Gruppe von TOP 100-Unternehmern erhielt bei ihren Besuchen in Sant’Agata Bolognese und Modena Anfang Mai 2016 einen seltenen, persönlichen Einblick in genau diesen Gründungsmythos. Denn zu Beginn der diesjährigen TOP 100-Expedition zu Lamborghini war Valentino Balboni Ehrengast beim Abendessen.

Zeitzeuge mit Traumjob

Balboni blickt auf einen einzigartigen beruflichen Lebensweg zurück: 45 Jahre arbeitete er bei Lamborghini, davon 35 als „collaudatore“, als Testfahrer. Ihm oblag es, jeden der in verschwindend geringer Stückzahl gebauten Sportwagen vor der Auslieferung auf der Straße zu testen.

Und der exzellent deutsch sprechende Italiener entpuppte sich an dem Abend als kenntnisreicher Zeitzeuge, der das eine oder andere Geheimnis lüften konnte – auch mit Blick auf den Gründungsmythos, um den sich viele Geschichten und Kontroversen ranken.

Böse Überraschung mit Ferrari

Ferruccio Lamborghini und seine Frau besaßen bekanntermaßen jeweils einen Ferrari. Beide Fahrzeuge kämpften laut Balboni mit fortwährenden Getriebeproblemen. Als der Traktorenbauer die gesalzenen Rechnungen seiner Ferrari-Werkstatt satt hatte, beauftragte er kurzerhand seine eigenen Mitarbeiter mit der Reparatur. Getriebe ist schließlich Getriebe, ob im Edelrenner oder im Trecker.

Lamborghinis Mechaniker, von denen Balboni den einen oder anderen persönlich kannte und die Geschichte erzählt bekam, staunten jedoch nicht schlecht, was sie nach dem Zerlegen des Ferrari-Getriebes entdeckten: eine Trecker-Kupplungsscheibe aus dem Hause Lamborghini! Als seine Mitarbeiter dem Chef das Teil zeigten, tobte er.

Erst unzufriedener Kunde, dann Konkurrent

Ferruccio Lamborghini jedenfalls griff zum Hörer, um Enzo Ferrari zur Minna zu machen. Und hier betreten wir unsicheren Boden. Hat das Gespräch wirklich stattgefunden? Was sprachen die beiden? Einige Journalisten und Historiker zweifeln.

Balboni berichtete den TOP 100 aus erster Hand, was Ferruccio Lamborghini ihm über das Gespräch erzählte: Enzo Ferrari habe seinen empörten Kunden mit der Bemerkung abgebürstet, er könne erstens nicht Auto fahren – was Balboni pikanterweise bestätigt – und kenne sich zweitens überhaupt nur mit Treckern aus. Der Rest ist bekannt: Lamborghini fing an, selbst Autos zu bauen, um Ferrari zu zeigen, was eine Harke ist. Bereits drei Jahre nach der Unternehmensgründung präsentierte er mit dem Miura einen Flitzer, der mit seinem 12-Zylinder-Mittelmotor die Sportwagenwelt in Maranello (und Zuffenhausen) technisch in den Schatten stellte.

Chef-Designer vor großen Aufgaben

Ein weiterer Ehrengast an dem Abend war der im April berufene Chef-Designer von Lamborghini, Mitja Borkert. Er arbeitete zuvor 17 Jahre für Porsche und prägte das Gesicht vieler Modelle. Borkert sprach auf anschauliche Weise über den Gestaltungsprozess im Allgemeinen und seine neuen Aufgaben im Besonderen.

An ihm wird es liegen, das Gesicht Lamborghinis für die Zukunft zu entwickeln. Borkert hat dabei eine Gratwanderung zu bewältigen, wie er bekannte: „Jeder neue Lamborghini darf keine bloße Evolution sein, sondern muss etwas wirklich Neues darstellen. Zugleich muss er aber Stilelemente zitieren und als Lamborghini sofort erkennbar und unverwechselbar sein.“

Trotz aller Computerprogramme hat sich der erste Schritt auf dem Weg zu einem neuen Auto nicht verändert: „Am Anfang steht immer die Skizze auf dem Papier. Sie ist und bleibt der Ausgangspunkt für jedes Design“, berichtete Borkert.

Noch einmal Blicke in die Vergangenheit

Der erste Abend war damit eine bemerkenswerte Einstimmung auf den folgenden Tag, an dem die TOP 100-Gruppe das Lamborghini-Werk besichtigte und Modelle des Hauses Probe fuhr.

Gleich zwei Blicke in die Geschichte gab es dann noch: im werkseigenen Museum in Sant’Agata Bolognese und im Familienmuseum der Familie Lamborghini, das von dem Bruder des Firmengründers, Tonino Lamborghini, und seinem Sohn Fabio geführt wird. Der Stolz auf die Leistungen seines Onkels war Fabio, der die Besucher durch die Ausstellung führte, deutlich anzumerken.

Die familiäre Atmosphäre und die unzähligen Exponate, darunter ein Prototyp des ersten jemals gebauten Lamborghini, begeisterten die Besucher.

Ein Highlight in der Werksausstellung wies übrigens dann wieder direkt in die Zukunft: Die TOP 100 konnten schon heute eine Studie des „Urus“ bestaunen, des SUV, den Lamborghini erst 2018 auf den Markt bringen wird. Der außergewöhnliche Bogen von den Gründungsjahren des Unternehmens bis in seine Zukunft lieferte den Top-Innovatoren viel Gesprächsstoff und befeuerte das ohnehin eifrige Netzwerken noch einmal kräftig.

Vom 14. bis zum 16. September 2016 haben die TOP 100 noch einmal die Gelegenheit, an dieser außergewöhnlichen Veranstaltung teilzunehmen. 

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Das war eine tolle Veranstaltung, spannend, spaßig und nicht alltäglich. Wirklich toll! Danke!
Robert Stolz, Geschäftsführer Stolz Aufrolltechnik GmbH