Fünf zentrale Felder des Innovationsmanagements stehen bei TOP 100 auf dem Prüfungsplan: „Innovationsförderndes Top-Management", „Innovationsklima", „Innovative Prozesse und Organisation", „Innovationsmarketing" sowie „Innovationserfolg".
Jedes Jahr ermittelt die wissenschaftliche Leitung einen Sieger in den einzelnen Kategorien. Die Gewinner 2009 präsentieren sich an dieser Stelle.
Vorstandsvorsitzender Martin Hubschneider
Innovationsförderndes Top-Management
Innovation bedeutet immer, sich gegen innerbetriebliche und marktliche Widerstände durchzusetzen. Daher ist eine aktive Rolle der Unternehmensleitung erfolgsentscheidend und Innovativität somit Führungsaufgabe. Die CAS Software AG setzt dies vorbildlich um und geht zudem ganzheitlich an den Innovationsprozess heran. Das Verschmelzen anderswo strikt getrennter Sichtweisen ist eine ihrer Stärken. So leitet sie ihre Innovationsstrategie konsequent aus der Firmenstrategie ab, was sich insbesondere am Innovationsmix und am Projektportfolio zeigt. Andererseits wird auch die Firmenvision und -mission vom Innovationsmanagement beeinflusst. Diese verschiedenen Perspektiven prägen die Unternehmensziele, die von der Führungsebene um Martin Hubschneider klar formuliert sind. Zudem haben die Verantwortlichen des Mittelständlers eine eigene Abteilung mit dem Namen „Innovation und Business Development“ ins Leben gerufen, die neun der insgesamt 300 Mitarbeiter umfasst und sich ausschließlich mit dem Thema Innovationsmanagement beschäftigt.
Um das innovative Potenzial der Mitarbeiter erschließen zu können, müssen deren Fähigkeiten laufend weiterentwickelt werden. Ein Klima, das durch Freiräume zu Kreativität und Engagement anregt, ist ein weiterer wichtiger Faktor. Die INNEO Solutions GmbH überzeugte mit beispielhaften Verbesserungsprozessen, Freiräumen für die Ideen der Mitarbeiter und einer abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit. Wer bei dem Spezialisten für computergestütze Konstruktion sowie für IT- und Projektmanagment eine Idee hat, braucht keine langen Wege zu gehen. Vorschläge können für jeden Unternehmensbereich schnell und bequem gemacht werden. Alle Mitarbeiter haben dazu Zugriff auf ein webbasiertes Formular, das sie nur auszufüllen und abzuschicken brauchen. Die Ideen gehen bei dem jeweils zuständigen Bearbeiter ein, der sie vorsortiert und direkt Feedback gibt. Ein abteilungsübergreifend besetztes Gremium sichtet die gesammelten Vorschläge und bewertet ihre Relevanz. Jährlich werden die Mitarbeiter mit den drei besten Vorschlägen finanziell honoriert. Der Erfolg: Durchschnittlich gehen pro Jahr und Mitarbeiter 17 Verbesserungsvorschläge ein, 60 % davon werden realisiert.
Erfolgreiche Innovatoren wie die SBS Feintechnik GmbH zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie Strukturen geschaffen haben, die das erfolgreiche Innovieren dauerhaft wahrscheinlicher machen. Der Hersteller und Entwickler von Antriebslösungen und mechanischen Kuckucksuhrwerken erreicht dies mit seinem systematisierten und präzise umgesetzten Innovationsprozessdesign. Das eigentümergeführte Traditionsunternehmen aus dem Schwarzwald kombiniert hierfür geschickt technologische und betriebswirtschaftliche Kompetenz und punktete bei der „Top 100“-Analyse mit seinem konsequenten Produkt- und Innovationsprozessmanagement von der Konzept- über die Entwicklungsphase bis hin zur Abnahme durch den Kunden. Wichtige Impulse für eigene Neuerungen holt sich SBS auch von Universitäten und Forschungseinrichtungen, mit denen die Schonacher eng kooperieren. Ein eigener Werkzeug-, Betriebsmittel- und Prototypenbau trägt dazu bei, die Entwicklungszeit von Innovationen möglichst kurz zu halten.
Ein Neuprodukt wird nur dann erfolgreich sein, wenn es einen nachhaltigen Nutzen für den Kunden schafft. Die PROFAS GmbH & Co. KG punktete mit einer beispielhaften Einbindung der Marketingabteilung in die Produktentwicklung. Bei dem Hersteller von Arbeitsschutzprodukten, der sich auf Schutzhandschuhe für die Automobil-, Chemie-, Maschinenbau- und Elektroindustrie spezialisiert hat, hat man die Erkenntnis verinnerlicht, dass eine Innovation nur dann erfolgreich ist, wenn sie den Wünschen der Käufer entspricht. Dementsprechend großen Wert legt das UVEX-Tochterunternehmen auf ein professionelles Marketing. 80 % ihrer Arbeitszeit befassen sich die Kollegen aus dem Marketing mit Innovationen. Darüber hinaus zählen Marktanalysen, die Einbindung des eigenen Vertriebs-Know-hows sowie Praxistests mit Lead-Usern zum Standardprogramm. Um die Akzeptanz von Neuheiten vorab zu testen, bindet das Unternehmen zudem Meinungsführer wie die Sicherheitsingenieure der Hauptkunden ein.
Innovationstätigkeit ist kein Selbstzweck, sondern hat wirtschaftliche Ziele im Blick. Dabei zahlen sich am Ende viele kleinere Neuerungen ebenso aus wie bahnbrechende Technologiesprünge. Die CSAT GmbH überzeugte in dieser Kategorie mit der Anzahl und der Art ihrer innovativen Neuentwicklungen, mit denen sich das Unternehmen einen deutlichen Vorsprung vor dem Wettbewerb sichert. Der Spezialist für digitale, industrielle Drucksysteme hat sich voll und ganz dem übergeordneten Innovationsziel verschrieben, alle drei bis vier Jahre einen Technologiegenerationswechsel zu erreichen. Bis zu 25 % des Umsatzes fließen dafür bei dem Weltmarktführer mit seinen 71 Mitarbeitern jährlich in die Forschung und Entwicklung. Zudem agiert der Mittelständler antizyklisch und investiert gerade in Jahren der Marktstagnation Millionen in Neuentwicklungen. Mit Erfolg: 2008 machten die neuen Produkte der vergangenen drei Jahre rund 50 % des Umsatzes und 50 % des Gewinns aus. Zudem hält das Unternehmen zahlreiche nationale und internationale Patente.